Mittwoch, 30. November 2022
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Dr. Christoph Chorherr: Geheimnisvoller Geldfluss durch Bildverkauf eines bekannten Wiener Künstlers, angebliche Zahlung an einen syrischen Verein und Geldeingang bei Chorherrs Südafrika-Projekt

Dr. Christoph Chorherr, Bild © Die Grünen Wien, CC BY 2.0 AT, via Wikimedia Commons (Ausschnitt) / Krügerrand Goldmünzen, Bild © Grüner Panda, CC BY-SA 4.0 Wikimedia Commons / Symbolbild: Spenden – Syrien – Südafrika, Bild © CC0 Creative Commons, Pixabay (Ausschnitt)

EU-Infothek berichtete über Chorherrs Südafrika-Projekt, und über das Geheimnis der angeblichen Zahlung von 600.000 Euro in Kruger-Rand-Goldmünzen an Julian Hessenthaler.

„Dahinter steckt ein kluger Kopf“, das war einer der bekanntesten Werbeslogans der deutschen Qualitätszeitung FAZ.

Diese Feststellung muss auch mit einer gewissen Anerkennung für die grün angehauchte Geldmühle bisher unbekannten Ausmaßes, über welche EU-Infothek als erstes Medium berichtet, getroffen werden.

Im Jahr 2014 wollte sich ein erfolgreicher österreichischer, international aufgestellter Unternehmer am heimischen Politikmarkt etwas umsehen: Welche politische Partei, so seine selbst gestellte Frage, vertritt einen Unternehmer politisch wirklich effektiv?

Er „schnupperte“ bei den NEOS, der ÖVP (den Türkisen) und auch bei den GRÜNEN.

Irgendwann, genau weiß er das heute nicht mehr, wurde er nach zahlreichen „Kamingesprächen“ auch zu einer Vernissage eingeladen. Seine Frau und der Unternehmer kauften immer wieder zeitgenössische Kunstwerke.

Im (damals) Wiener Atelier des anerkannten Künstlers Lukas Maximilian Hüller https://www.lukashueller.at/ fand seine Frau Gefallen an einem großflächigen Bild des Künstlers (Frühjahr 2014).

Rasch war man sich mit dem Künstler über den Preis einig: „6.000 Euro“ (der Kaufpreis wurde von der EU-Infothek-Redaktion etwas geändert). Der Unternehmer forderte vom Künstler eine Faktura mit Umsatzsteuer und den IBAN zur Überweisung, was ihm prompt zugesagt wurde.

In etwa zu Zeitpunkt der Lieferung des Bildes fragte der Künstler, so die Schilderung des Unternehmers, ob dieser unbedingt eine Faktura mit Umsatzsteuer haben wolle oder ob er – für die gleiche Summe des Kaufpreises – lieber eine umsatzsteuerfreie Spendenbestätigung eines Vereins, welcher sich in Syrien um Kinder kümmert, haben möchte.

Statt Rechnung also die „gute Tat“ einer Spende.

Dieser Vorschlag war für den Unternehmer plausibel und akzeptabel – immerhin diente somit dieser Kaufpreis einem guten Zweck, meinte er.

Das Bild hängt nun seit Jahren an prominenter Stelle im Büro des Unternehmers, welcher jedem Besucher gerne die „Spendengeschichte“ dieses Kunstwerkes erzählt.

Der Künstler übersiedelte zwischenzeitlich nach Oggau ins Burgenland, richtete sich ein Atelier ein, schuf einige Appartements zum Vermieten und wurde auch künstlerischer Leiter der im Burgenland gut bekannten Cselley Mühle.

Im Herbst 2019 urlaubte der stolze Bildbesitzer in Spanien. Dort erhielt er einen Anruf seiner aufgeregt wirkenden Sekretärin: „Bei uns im Büro wollen Vertreter der WKStA dringend mit Ihnen persönlich sprechen“.

Der Unternehmer glaubte an eine Verwechslung, er war sich keinerlei Gesetzesübertretungen bewusst. Er wurde dann telefonisch gefragt, ob er Dr. Christoph Chorherr kenne, was er verneinte. Die WKStA-Vertreter deponierten den dringenden Wunsch einer Staatsanwältin, den Unternehmer prompt zu einer persönlichen Einvernahme zu laden.

Bei dieser Einvernahme wurde er nochmals nach Dr. Christoph Chorherr und nach Spenden an dessen Verein in Südafrika gefragt – dieses Mal unter Hinweis auf seine angebliche Spende mit vorliegendem Überweisungsbeleg.

Der Unternehmer staunte nicht schlecht: Ja, das war SEINE Überweisung an jenen IBAN, welche ihm der Künstler als „Syrischen Hilfsverein“ genannt hatte. Tatsächlich war das Konto jedoch jenes des Chorherr-Vereins in Südafrika. Der IBAN war zu keinem Zeitpunkt für ein Konto eines angeblichen „Syrischen Hilfsvereins“ gültig – nur das Briefpapier täuschte dies – so der Unternehmer zu EU-Infothek – vor.

Der verblüffte Unternehmer konnte die Staatsanwältin rasch überzeugen, dass er davon nichts wusste und damit auch nichts zu tun hat. Er kannte Dr. Christoph Chorherr nur aus den Medien.

Allerdings, so der Eindruck des Unternehmers, war er bei weitem nicht das einzige Opfer mit dieser stark nach Geldwäsche (allerdings bedarf es bei Geldwäsche einer verbrecherischen Grundtat, wie Suchtgift- oder Waffenhandel) und Steuerhinterziehung riechenden Überweisungs-Maschinerie.

Es ist nicht auszuschließen, dass dieses clevere „Finanzierungsmodell“, welches auch die steuerlichen Vorteile eines Kunsthandels mit einbezieht, ein seit langer Zeit funktionierendes, groß angelegtes „Karussell“ darstellt, mit dem einzelne Personen, Unternehmer und – eventuell auch eine politische Partei – im großen Stil „Spenden“ gesammelt hat.

Im Zuge der Recherchen zu diesem Bericht stellte sich heraus, dass Lukas M. Hüller seit vielen Jahren sehr eng mit Personen im Umfeld des Dr. Christoph Chorherr, insbesondere auch mit Renate Chorherr sowie Gabriele und Günter Kerbler im Projekt der Privatschule www.walz.at erfolgreich gemeinsam tätig ist.

Die wirtschaftlichen und anderweitigen Kontakte des geschäftlich umtriebigen, finanziell gut betuchten Künstlers zeigen in einem von der EU-Infothek-Redaktion erstellten Organigramm überraschend breit aufgestellte Verbindungen. Diese reichen von Organisationen und Personen in Syrien bis Libyen, von bekannten Wiener Politikern bis zu Immobilien-Tycoons.

Lagerfeuer-Romantik mit sehr bekannten Personen in Südafrika, dokumentiert auf Videos und Fotos, inbegriffen.

Im Laufe der umfangreichen Recherchen, welche EU-Infothek seit Monaten über den „Spendenkomplex Chorherr/Hüller etc.“ führt, wiesen Informanten auch auf angebliche bedeutende Kick-Back-Zahlungen aus dem internationalen Spendenkarussell – sowohl in bar als auch in Krügerrand – hin, welche dann in Österreich ausbezahlt wurden.

Diese Informanten haben sich allerdings ausbedungen, nicht genannt zu werden, womit – derzeit – der Nachweis für derartige Behauptungen fehlt.

EU-Infothek verweist auf die Unschuldsvermutung. Das Ersuchen der EU-Infothek um eine ausführliche Stellungnahme, inklusive ausreichend Zeit zur Beantwortung für Lukas M. Hüller – inklusive einem Angebot zu einem persönlichen Interview – blieb bedauerlicherweise ohne Reaktion.

2 Kommentare

  1. Hier können die österreichischen Journalisten, und insbesondere Herr Klenk, lernen, was Aufdeckungsjournalismus ist.

  2. Kritzeleien von unbekannten Künstlern werden auf einem gehypt bis zum umfallen. Dann gibt ein „unabhäniger“ in Elitenkreisen anerkannter Galerist einen Preis vor – und schwubst das „Kunstwerk“ ist zu Höhstpreisen verkauft…. und ALLE reiben sich die Hände…. Business as usual

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