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Anwalt-Leverkusen.de / Arrestbeschluss gegen Tipico: Gericht setzt starkes Zeichen für Spielerschutz

Beschluss Spielerschutz
Bild © Canva/Pixabay (Ausschnitt)

Beschluss des LG Mainz vom 13. Januar 2026

Mit einem wegweisenden Beschluss hat das Landgericht Mainz erstmals einen dinglichen Arrest gegen einen international tätigen Glücksspielanbieter angeordnet. Gegenstand des Verfahrens ist ein Rückforderungsanspruch eines Spielers in Höhe von rund 100.000 Euro zuzüglich Zinsen gegen die Glücksspielmarke Tipico.

Der Arrest richtet sich gegen das bewegliche und unbewegliche Vermögen der beteiligten Gesellschaften und stellt nach unserer Kenntnis einen Novum im deutschen Glücksspielrecht dar. Erstmals wurde damit erfolgreich verhindert, dass sich ein internationaler Anbieter durch konzerninterne Vermögensverschiebungen einer späteren Zwangsvollstreckung entzieht.

Hintergrund des Falls

Die Marke Tipico wird über zwei rechtlich selbstständige Gesellschaften mit Sitz in Malta betrieben. Während eine Gesellschaft Online-Sportwetten anbietet, ist die andere für Online-Casinospiele zuständig. Beide Unternehmen agieren konzernverbunden und treten gegenüber den Spielern über eine gemeinsame deutschsprachige Plattform mit einheitlichem Spielerkonto auf.

Für Nutzer ist diese gesellschaftsrechtliche Trennung faktisch nicht erkennbar.

Der Antragsteller nahm zwischen 2014 und 2017 an den angebotenen Glücksspielen teil und erlitt Verluste von rund 100.000 Euro. Zu diesem Zeitpunkt verfügten die beteiligten Gesellschaften über keine gültige deutsche Glücksspiellizenz. Die erforderlichen Konzessionen wurden erst Jahre später – ab 2020 bzw. 2022 – erteilt.

 

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