Freitag, 13. Dezember 2019
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EIB-Präsident Hoyer: Kein Anlass zur Selbstzufriedenheit

Europas Wirtschaft erholt sich langsam, aber noch ist davon für viele Menschen nichts zu spüren. Die Europäische Investitionsbank (EIB) spielt eine Schlüsselrolle bei der Förderung von Wachstum und Beschäftigung in der EU.

[[image1]]Wie die EIB hier noch stärker tätig werden kann, erklärte EIB-Präsident Werner Hoyer als er den Jahresbericht 2012 seiner Bank im EP-Ausschuss für Haushaltskontrolle vorstellte.

Der EU-Haushalt 2014-2020 schrumpft. Kann die EIB die fehlenden Investitionen ausgleichen?

In Reaktion auf die Eurokrise hat die Europäische Investitionsbank dieses Jahr eine bewusste Kehrtwende von einem prozyklischen zu einem antizyklischen Kurs gemacht. Dies war möglich, nachdem die Mitgliedstaaten beschlossen hatten, das Kapital der EIB um 10 Milliarden Euro zu erhöhen.

Wir werden jetzt mehr Kredite vergeben, in diesem Jahr und in den folgenden zwei Jahren fast 70 Milliarden Euro, das sind rund 40 % mehr. Damit sollen in Europa Wachstum und Arbeitsplätze geschaffen werden.

Ich erwarte, dass die EIB-Gruppe eine größere Rolle während des EU-Rahmenhaushalt 2014-2020 spielen wird.

Hilft die EIB den EU-Staaten, die Rettungspakete erhalten haben?

Wir setzen uns dafür ein, den Staaten am Rande Europas, die am stärksten von der Krise betroffen sind, erhebliche Summe zu leihen. Damit sollen vor allem kleine und mittlere Unternehmen gefördert werden.

Unser Finanzierungsziel für kleine und mittelständische Unternehmen liegt 2013 mehr als 50 % über dem Niveau von 2012. Die Unterstützung der gesamten EIB-Gruppe für kleine und mittlere Unternehmen wird sich dann auf über 20 Milliarden Euro belaufen.

Aber um jedes Missverständnis zu vermeiden: Unser Geschäftsmodell basiert auf einem ausgewogenen Portfolio in der gesamten Europäischen Union. Dies ist von größter Bedeutung für unsere Investoren.

Hat Europa die Finanz-und Bankenkrise bereits hinter sich gelassen?

Europa hat auf die Krise mit einer kohärenten und konsistenten Strategie reagiert. Diese Strategie liefert Ergebnisse: die Ungleichgewichte sind reduziert worden und die Wettbewerbsfähigkeit hat sich vor allem in den südlichen Ländern verbessert.

Irland und Spanien sind dabei, ihre Unterstützungsprogramme zu verlassen. Wir sehen Licht am Ende des Tunnels, aber für Selbstzufriedenheit gibt es natürlich noch keinen Anlass, insbesondere im Hinblick auf die hohe Arbeitslosigkeit. Nur wenn sich die Situation in der Realwirtschaft verbessert, vor allem auf dem Arbeitsmarkt, können wir sagen, dass die Krise vorbei ist.

 

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