Montag, 21. Oktober 2019
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Ibiza-Gate: Strabag Lobbyist Dr. Zoltán Aczél bestätigt EU-Infothek „Tal Silberstein ist wie ein Bruder“

Bildmontage EU-Infothek / v.l.n.r.: Dr. Hans Peter Haselsteiner; Bild: apa / Mag. Christian Kern / Tal Silberstein; Bild: oe24.at

Wie EU-Infothek berichtete, hat der Strabag Lobbyist Dr. Zoltán Aczél in der Presse vom 27.5.2019 bestätigt, dass ihm bereits 2017 Teile des Ibiza-Videos vorgeführt und um 5 Millionen Euro angeboten wurden.

Heute bestätigte Dr. Zoltán Aczél gegenüber EU-Infothek aktuell, dass Tal Silberstein – das Mastermind hinter der SPÖ-Wahlkampfkampagne 2017 – „wie ein Bruder“ für ihn sei.

Am 24.7.2017 abends wurde das Video in Ibiza gedreht.

Einige Wochen vorher gründeten Hans Peter Haselsteiner und Freunde den Verein „Weil’s um was geht! – Plattform für ein progressives, weltoffenes und entschlossenes Österreich. Gegen Kleingeist und Engstirnigkeit.“ (Siehe Bericht Kurier – Die Gründung wurde von Anwalt Gabriel Lansky abgewickelt.) *

Im Manifest des Vereins ist zu lesen:

„Die Zeichen in Österreich stehen auf Wandel. Die alten Mechanismen der Macht funktionieren nicht mehr, alte politische Realitäten sind weltweit in der Krise.

Wir sehen das als Chance! Wir wollen aufzeigen, wie dieser politische Wandel auch in Österreich zu einer modernen, weltoffenen und progressiven Gesellschaft führen kann. Nichts ist vorgegeben, schon gar nicht, dass ab Herbst 2017 eine rechtspopulistische Regierung an der Macht sein könnte, die Österreich um Jahrzehnte zurückwerfen würde und all die spannenden Zukunftsthemen unbeantwortet ließe.

Was es dazu benötigt, ist sehr einfach: Eine Koalition der Vernunft, der Weltoffenheit, der Zivilgesellschaft.

Wir wollen nicht, dass Österreich einen falschen Weg einschlägt. Wir sind als offene, zivilgesellschaftliche Initiative der Zukunft unserer Jugend verpflichtet.“

Die Ereignisse rund um das Jahr 2017

  • Der Haselsteiner-Vertraute Gusenbauer empfiehlt im Herbst 2016 der SPÖ die Dienste des Tal Silberstein, welcher 2015 schon für die NEOs kostenlos gearbeitet hat.
  • Im Frühjahr 2017 wird durch Anwalt Ramin Mirfakhrai ein Kontakt zu Johann Gudenus und in weiterer Folge H.C. Strache eingeleitet, der in dem Video-Dreh am 24.7.2017 auf Ibiza mündet.
  • Hans Peter Haselsteiner gründet im Juli 2017 den Verein „Weil’s um was geht! – Plattform für ein progressives, weltoffenes und entschlossenes Österreich. Gegen Kleingeist und Engstirnigkeit.“
  • Am 14.8.2017 wird Silberstein in Israel wegen Verdacht der Bestechung, Urkundenfälschung und Geldwäsche verhaftet.
  • Ende August 2017 bietet der Anwalt Ramin Mirfakhrai Dr. Zoltán Aczél das Video für fünf Millionen Euro an und will, dass dieser Hans Peter Haselsteiner davon erzähle. So Zoltán Aczél zur „Presse“.
  • Aczéls Firma, die AZH Beteiligungs GmbH, ist neben Hans Peter Haselsteiner einer der größten Gönner der NEOS. Für die Wahlkämpfe 2015 bis 2017, in Wien, Graz, Oberösterreich und im Bund spendet die Firma insgesamt 111.500 Euro.
  • Ende September 2017 kommt die SPÖ-Silberstein Dirty Campaign Affäre ans Licht. Wer diese geleakt hat, ist nicht bekannt. Die Kampagne richtete sich im Wesentlichen gegen Sebastian Kurz, der am 14.5.2017 die Parteiführung ÖVP übernommen hatte.
  • Bundeskanzler Christian Kern und die SPÖ bekommen die Rechnung bei der Nationalratswahl im Oktober 2017 präsentiert. Die ÖVP legt 7,5 % an Stimmen zu und überholt die SPÖ.
  • Die NEOs bleiben mit einem Stimmenzugewinn von 0,3 % und insgesamt 5,3 % im Parlament vertreten.
  • Am 18.12.2017 wird Sebastian Kurz österreichischer Bundeskanzler.
  • Gegenüber Addendum sagt der frühere Generalsekretär von Haselsteiners Liberalem Forum (LIF) und später Strabag Lobbyist Zoltán Aczél Anfang 2018: „Tal (Silberstein) ist wie ein Bruder für mich.“

Nachdem das Video fast zwei Jahre in einer Schublade verschwunden ist, hat es vor den Europawahlen im Mai 2019 die Sprengkraft, die ÖVP-FPÖ Koalition zu beenden und in der Folge die Regierung zu stürzen.

Am 24.5.2019 gesteht Anwalt Ramin Mirfakhrai in einer Pressemitteilung:

„Es handelte sich um ein zivilgesellschaftlich motiviertes Projekt, bei dem investigativ-journalistische Wege beschritten wurden.“

* Anhänge:

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4 Kommentare

  1. Avatar

    Nun, der Zug geht offensichtlich in die richtige Richtung. Eine Richtung, die bisher eher wenig bis gar nicht ins Auge gefasst wurde. Auch die finanziellen Mittel waren und sind vorhanden. Zumindest würde dies die letzte „Dringliche“ der Kleinpartei an die letzte BR erklären. Insiderwissen, oder ?

  2. Avatar

    Ich lese hier jetzt schon über eine halbe Stunde. Mich schaudert´s! Was geht hier auf unserer politischen Bühne vor? Nur mehr Intrige, Lüge, Betrug am Wähler! Auch der Link zu Addendum öffnet die Augen. Glücklicherweise ist der unabhängige D. Mateschitz noch das letzte Bollwerk gegen diesen Sau-Mainstream. Mich würde nicht wundern, wenn diese Gruppe an der Strategie und der Finanzierung der Ibiza Affäre beteiligt wäre. Im Übrigen sind Neos nicht wählbar, da sie am Zipfel von OSF und SOROS hängen. Gratulieren wir uns, wenn Kurz mit Grün und Neos die nächste Regierung bildet: George du hast Österreich in der Tasche.

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