Samstag, 8. Mai 2021
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Ibiza-Gate: Die Katze war‘s! Die Flucht des „Detektivs“ J.H.: Clever, aber nicht clever genug

v.l.n.r.: J.H. / Frau R., Lebensgefährtin von J.H. / Der „Lockvogel“, wahrscheinlich Cousine von J.H. aus dem Baltikum / Bildmontage: EU-Infothek

EU-Infothek hat die Pressemeldung des Berliner Rechtsanwaltes Eisenberg (fast) vollinhaltlich online gestellt.

Zum objektiven Vergleich, wegen der Vollständigkeit: die STA Wien ermittelt derzeit gegen J.H. wegen Verdacht auf §§ 108, 120, 223, 224, §§ 12, 15, 144 StGB, § 28a SMG, § 50 WaffG, § 63 DSG.

Seit 18. Mai 2020 besteht gegen J.H. eine Anordnung zur Festnahme, inkl. Anordnung zur Personenfahndung im Inland, SIS, EU-Staaten und Interpol europäische Drittstaaten.

Die Wiener Staatsanwaltschaft und das BK – Soko „Tape“ – gehen davon aus, dass der sich als „Detektiv“ ausgebende J.H. bereits im Mai 2019 Österreich verlassen hat und sich somit 18 Monate lang jedweder Einvernahme durch die österreichischen Behörden erfolgreich entzog.

In dieser Zeit wurde J.H. vehement vom Berliner RA Johannes Eisenberg nicht nur vertreten, man gewinnt den Eindruck, vielmehr “beschützt“.

RA Eisenberg überzog in diesen 18 Monaten deutsche und österreichische Medien, aber auch die STA Wien, auch Behörden in Deutschland, mit einer wahren Flut von Schriftsätzen, Eingaben und Beschwerden sowie Klagen – teilweise in einer für österreichische Anwälte und Gerichte, auch der STA, bisher unverstellbaren und ungewohnten Wortwahl.

Etwas stiller, im Hintergrund, aber für J.H. sehr wichtig, agierte sein österreichischer RA Dr. Wolfgang Auer in Salzburg.

RA Dr. Auer setzte sich „backstage“ sehr für seinen auf der Flucht befindlichen Klienten, insbesondere in Zusammenhang mit dem für J.H. sehr wichtigen Strafprozess gegen den „Freund“ des J.H., Slaven K., in Salzburg ein. Vor einigen Monaten wurde S.K. zu ca. drei Jahren Haft – wegen Suchtgiftdelikten – verurteilt.

RA Dr. Wolfgang Auer hat einen nicht unwichtigen weiteren Rechtsbeistand für J.H. an Bord geholt: den Wiener Rechtsanwalt Mag. Oliver Ertl, welcher seine Kanzlei mit dem Justizsprecher „Die Grünen“, Mag. Georg Bürstmayr Tür an Tür an gleicher Wiener Adresse führt. EU-Infothek berichtete bereits ausführlich über diese nicht unwichtige „zufällige“ Tatsache (Ibiza-Gate: „Detektiv“ J. H.: Sein Wiener Anwalt RA Mag. O. E. hat mit „die Grünen“ Sicherheitssprecher RA Mag. Georg Bürstmayr gleiche AdresseEU-Infothek.com, 17.08.2020).

Wiener Staatsanwaltschaft, BK / Soko Tape und Zielfahndung leiteten durchdacht und kriminalistisch vom Feinsten, am 28. Oktober 2020 die entscheidenden Maßnahmen, welche zur Verhaftung des J.H. am 10. 12. 2020 in Berlin führten, ein.

Am späteren Abend dieses Oktobertages traf sich im südlichen Niederösterreich der Ermittler mit der Tarnnummer SK-6/St-5 (wurde von EU-Infothek geändert) des BK mit einer wichtigen Zeitzeugin.

In diesem geheimen Gespräch rückte die rumänische Kleinstadt Timișoara ins Zentrum des Interesses: etwas nördlich dieser hier eher unbekannten rumänischen Stadt wohnte die Lebensgefährtin des „Detektives“ J.H., S-C. R., gemeinsam mit ihrem jüngsten Sohn und ihrem zweiten Kind, wahrscheinlich bei ihren Eltern.

Bei weiteren Recherchen des BK stellte sich heraus, dass nicht nur J.H., sondern auch dessen Lebensgefährtin und deren Sohn mitten in Berlin aufrecht polizeilich gemeldet sind: in 14055 Berlin, Eichkampstraße xx (Hausnummer ist der EU-Infothek Redaktion bekannt). Es ist anzunehmen, dass der „Sozialstaat“ Deutschland Motiv für die Anmeldung der Lebensgefährtin und ihres Sohnes ist.

Fast rührend: Es war die Sehnsucht von Lebensgefährtin S-C. R. nach ihrer Katze und die Frage nach deren Wohlbefinden – inklusive Beweisfoto-Anforderung – welche die entscheidenden Schritte zur Verhaftung des J.H. einleitete.

Symbolfoto: Katze

Für die Wiener Staatsanwaltschaft und die Ermittler des BK ist diese attraktive rumänische „Unterhaltungsschauspielerin“ nicht irgendeine Kontaktperson, sondern jene mit nachhaltigem, vertrauensvollem Zugang zu J.H.

J.H. hat ihr einen Datenträger des (fast) gesamten Ibiza-Videos überlassen.

Die Herzensdame von J.H. ist auch jenen Herren Aufdecker-Journalisten, welche dann das Ibiza-Video zur Rettung der Nationen veröffentlicht haben, persönlich bekannt:

Im Zeitraum vom 27. April bis 6. Mai 2019 – immerhin eine gute Woche lang – genoss sie offensichtlich gemeinsam mit J.H das schöne Bad Gastein. Dort wurden die Gespräche zwischen J.H. und den deutschen Medien geführt – auch im Hotel Europa/Appartementhaus, wo sich der Wiener Partner des J.H., RA M., aus der Singerstraße, eingekauft hat.

Die Lebensgefährtin von J.H. schrieb bereits am 16. Mai 2019, um 23.49: „Morgen ab 18.00 ORF 1 online geht’s los…“

Das etwa 30-jährige Filmsternchen wusste noch viel mehr von J.H. und seinen „Geschäften“: wie ein glaubwürdiger Zeuge berichtet, hat die junge Rumänin bereits ein bis zwei Monate VOR der offiziellen Veröffentlichung davon gesprochen, dass in Kürze ein Video herauskommt, welches eine „hohe Persönlichkeit“ zerstören würde. Auch verkündete sie – so der Zeuge – bereits die beiden Namen Strache und Gudenus. Auch der Drehort „Ibiza“ war ihr bekannt.

Sie sprach ferner davon, dass mit diesem Video „der Strache fertig gemacht werden soll“.

Der Zeuge erinnert sich weiter: sie wirkte sehr aufgeregt und nervös, wusste aber nicht, weshalb es „gerade um Strache gehen soll“.

Sie wusste auch, dass das Video 6 – 7 Stunden Spielzeit hat und dass sie mit J.H. ins Ausland gehen müsse, weil es Probleme geben würde.

Ebenso sagte R., so der Zeuge, dass es sich bei dem „Lockvogel“ um die Cousine des J.H. handle, welche aus Litauen oder Lettland (Baltikum) stamme.

R. begleitete J.H. auf mehreren Reisen, das konnte das BK ermitteln. Es gab gemeinsame Aufenthalte in Spanien und der Schweiz, auch das Schließfach (EU-Infothek berichtete darüber) bei der Firma „Sincona Trading AG“ in Zürich wurde von R. angemietet. Das BK ermittelte auch, dass R. „Gegenstände/Dokumente etc.“ aus dem Schließfach abgeholt bzw. entfernt hat.

Der „Detektiv“ J.H. wurde am 23.10.2020 im Rahmen eines Gerichtsverfahrens in Krems als Zeuge einvernommen – diese Einvernahme erfolgte mittels Video-Vernehmung. Dr. Wolfgang Auer, der österreichische Rechtsanwalt des J.H. übermittelte namens seines Beschuldigten J.H. dem Kremser Gericht eine Email-Adresse, an welche das Gericht dann einen Einladungslink zur Videokonferenz übermittelte. Eine wahrlich meisterliche Leistung von Ra Dr. Wolfgang Auer zum „Schutz“ seines beschuldigten Mandanten J.H.

Das BK konnte feststellen, dass sich im Video ein ziemlich „unveränderter“ J.H. zeigte und er so aussah, wie die bekannten Lichtbilder darstellen.

Hinweise auf seinen aktuellen Aufenthaltsort gab der beschuldigte J.H. nicht. Das Gericht sah lediglich eine weiße Wand als Hintergrund, auf der am Tisch platzierten Wasserflasche war das Etikett entfernt worden.

Anwesende Journalisten, welchen einen kurzen Blick auf den Bildschirm erhaschen konnten, welcher vom Gericht den Zuschauern nicht zugewandt war, bemerkten anschließend: J.H. hatte (angeblich) mehrere „Aussetzer“.

Sehr bald war der Staatsanwaltschaft Wien und dem BK bekannt, wo sich R. noch im Oktober und November 2020 aufgehalten hat: im rumänischen Sanandrei, nördlich von Timișoara.

R. überlegte, mit dem Zug oder dem Bus, vielleicht mit dem Flugzeug, gemeinsam mit ihrem Sohn zu J.H. nach Berlin zu kommen.

Es war dann nur eine Frage der Zeit und der professionellen „Betreuung“ durch die Wiener Ermittlungsspezialisten, bis J.H. am 10. Dezember 2020 in Berlin verhaftet wurde.

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Ein Kommentar vorhanden

  1. Avatar

    Es ist immer verrückter!

    Ein Schelm denkt übrigens bei Rumänien auch an Tal Silberstein und sein Netzwerk auch in Österreich…

    und man denke, von wegen Deutschland, an das Umfeld von Jan Böhmermann..

    Und daran, was es bedeutete, dass Julian H. zum „antifaschistischen Helden“ (c sein Anwalt) gestylt wurde…

    Ich bin kein Fan der FPÖ, aber man stelle sich die Situation jetzt doch einmal mit der FPÖ statt der Grünen in der Regierung vor . einfach mal versuchsweise…

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