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Hallo Una Saukuma in Riga, Vienna calling! Bisher unbekannter Ibiza Lockvogel ist enttarnt

Bisher unbekannter Ibiza Lockvogel ist enttarnt

Lockvogel Una SAUKUMA, Bilder © EU-Infothek

Im Mai 2019 ist es einer damals unbekannten Clique mit einem Partner aus der Rauschgiftszene gelungen, die mit einer deutlichen Mehrheit demokratische gewählte Regierung Österreichs zu stürzen.

EU-Infothek veröffentlichte bereits im Mai / Juni 2019 die Namen der verantwortlichen Personen und konnte etwa zwei Jahre später auch die ersten Fotos der stets als Alyona Makarov auftretenden Dame an der Seite des Julian Hessenthaler veröffentlichen.

Lockvogel „Alyona-Makarov“, Bilder © EU-Infothek
Julian Hessenthaler / „Der talentierte Herr Hessenthaler“ – Reportage vom 16.3.2022, Screenshots: ORF-TVthek

Zur Erinnerung: lange Zeit waren nur jene Sequenzen des etwa 7-stündigen in Ibiza gedrehten Videos mit dem damaligen FPÖ-Chef und späteren Vizekanzler HC Strache und dem ehemaligen Klubchef der FPÖ Mag. Johann Gudenus zu sehen. Das gesamte Band wurde der Öffentlichkeit erst durch die akribische kriminalistische Leistung des BK bekannt, welches das gesamte Video auf einem kleinen Stick, hinter einer Steckdose in einem Appartement in Wiener Neustadt gefunden hatte. Jahrelang konnte Julian Hessenthaler und sein Partner Dr. Ramin Mirfakhrai sowie die Hintermänner, insbesondere auch die Julian Hessenthaler unterstützenden Journalisten in Deutschland und in Österreich, die Identität des sogenannten Lockvogels geheim halten.

Der Lockvogel trat von Anfang an elegant und gewandt englisch und russisch sprechend als mehrere 100 Millionen Euro schwere Nichte eines existierenden, „echten“ russischen Oligarchen auf.

Insbesondere durch ihr Auftreten gegenüber Mag. Johann Gudenus und auch HC Strache gelang die bravouröse Täuschung, dass die angebliche millionenschwere Russin mehrere 100 Millionen Euro in Österreichs Bauindustrie, eventuell sogar in die größte Tageszeitung Österreichs, in eine Mineralwasserfirma etc., investieren wollte.

Sie spielte ihre Rolle so perfekt, dass der von Dr. Mirfakhrai in Anwesenheit des Mag. Gudenus kurz gezeigte Pass und Kontokopien der „Oligarchennichte“ ausreichten, ein monatelanges Täuschungsmanöver – beginnend mit dem Interesse an einem großen Grundstück der Familie Gudenus in NÖ bis hin zu einem möglichen Geschäftsführervertrag und anderen Benefizien – so glaubwürdig rüber zu bringen, dass ein Begehren bei den beiden FPÖ Politikern dazu führte, in einer morbiden Finca in Ibiza mehr als 7 Stunden nonstop der Oligarchin und Julian Hessenthaler nach einem offensichtlich vorher genau geplanten Frage-Antwort-Spiel ihre Zeit zu schenken.

Die angebliche Oligarchennichte war aktennachweislich zweimal mit dem Flugzeug aus den baltischen Ländern in Wien gelandet und wurde von einem Chauffeur des Julian Hessenthaler abgeholt. Die ersten Gespräche führten Julian Hessenthaler und die Oligarchennichte in einem feudalen Wiener Hotel, mit Luxus-Mercedes, Chauffeur und Bodyguard, so wie es sich eben für eine wirklich reiche junge Frau geziemt.

Die junge Dame spielte ihre Rolle so perfekt, inklusive angeblicher Entrüstung, dass ihre Fragen nicht konkret genug beantwortet werden.

Besonders auffällig auf den in den Akten vorliegenden Videoclips aus diesen Besprechungen und auf dem Hauptvideo, welches in Ibiza gedreht wurde, sind deutliche Linien weißen Pulvers zu sehen. Es wird Aufgabe der Behörden sein, die Frage zu klären, wem dieses weiße Pulver zuzuordnen ist und wer es geliefert hat.

Einige Zeit wurde Alyona Makarov sogar per internationalem Haftbefehl und Steckbrief gesucht. Ein der Hessenthaler/Mirfakhrai-Gruppe offensichtlich wohlgesonnener Anwalt erreichte ein OLG-Urteil wonach diese Fahndung nicht verhältnismäßig sei, so dass diese eingestellt werden musste.

Wegen Unauffindbarkeit der Oligarchin wurde das Verfahren ruhend gestellt. Es sind keine besonderen Bemühungen der Behörden bekannt, diese für die österreichische Innenpolitik und die Demokratie doch sehr wichtige Zeitzeugin zu finden und einem ordentlichen Gericht zuzuführen.

Eine alte Bauernregel lautet: „Unverhofft kommt oft“.

Vor einigen Monaten berichtete Profil über Recherchen im Baltikum, konnte aber keinen endgültigen Beweis, dass es sich um die gesuchte Dame handelt, liefern.

Bild RIGA © Barnos, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia commons

Julian Hessenthaler selbst sucht für „Ibiza-Gate” permanent die Öffentlichkeit. Una Saukuma ist eine Person des öffentlichen Interesses, so wie der OGH auch zugunsten EU-Infothek über RA Dr. Mirfakhrai entschieden hat.

EU-Infothek enthüllt den echten Namen und den Aufenthaltsort von Una Saukuma.

Una Saukuma wurde am 26.07.1983 geboren und ist aktuell 40 Jahre alt.

EU-Infothek konnte nicht in Erfahrung bringen wie sie ihren Lebensunterhalt in den letzten zwei Jahrzehnten erwirtschaftet hat.

Bis heute ist auch unbekannt wie und wann sie mit Julian Hessenthaler in Kontakt kam und welche möglichen Geschäfte die beiden verbinden. In den Ibiza-Akten gibt es mehrere Hinweise, dass Server und Kommunikationsverbindungen des Julian Hessenthaler in den baltischen Raum weisen.

Seit kurzem ermittelt die StA Wien unter dem Aktenzeichen 711 St 1/19v gegen Una Saukuma alias Alyona Makarov wegen folgender Paragrafen und des Verdachts

  • des Tatbeitrags (§ 12 dritte Variante StGB) zum Gebrauch einer falschen oder verfälschten öffentlichen Urkunde (§ 223 Abs. 2, § 224 StGB);
  • des Tatbeitrags (§ 12 dritte Variante StGB) zum unbefugten Zugänglichmachen oder Veröffentlichen von Tonaufnahmen einer nicht öffentlichen Äußerung an andere Personen, für die diese Äußerung nicht bestimmt ist (§ 120 Abs. 2 StGB);
  • des Tatbeitrags (§ 12 dritte Variante StGB) zur gerichtlich strafbaren Datenverarbeitung in Gewinn- oder Schädigungsabsicht (§ 63 DSG).

Auffällig ist, dass es sich hier um „Vergehen“ und nicht Verbrechen handelt (Rauschgifthandel ist, wie vom Verfahren Julian Hessenthaler bekannt, ein schweres Verbrechen). Unbekannt ist auch ob die neuen Ermittlungen der StA Wien als Berichtsakt geführt werden und alle Schritte der StA vom Justizministerium vorher genehmigt werden müssen.

Wie EU-Infothek in Erfahrung bringen konnte, besprechen die Opfer des Lockvogels, Mag. Johann Gudenus und HC Strache, mit ihren Anwälten entsprechende detaillierte Strafanzeigen gegen Una Saukuma sowie mögliche Schadenersatzklagen.

Heinz-Christian Strache / Mag. Johann Gudenus, Bilder © Parlamentsdirektion, Photo Simonis

Die Behörden werden auch zu prüfen haben, ob es sich hier um ein kriminelles Netzwerk handelt, welches international und organisiert und bei diversen Vorhaben zum Einsatz kommt.

Ein Beispiel für die Zusammenarbeit kann möglicherweise der Führerschein von Una Saukuma sein. Dieser ist mit echtem Namen und echtem Foto ausgestattet, in Slowenien in Laibach ausgestellt. Zur Erinnerung: Julian Hessenthaler hatte ebenfalls einen Führerschein bei einer Verkehrskontrolle in Wien vorgezeigt, welcher zwar seinen echten Namen und sein Echtfoto aufwies, auch in Slowenien ausgestellt war und auch hier handelte es sich um ein Fake.

Zwischenzeitlich sind die Telefone, welche bei Hessenthaler und seiner ihn auf Reisen begleitenden Assistentin, Frau V., sowie die wahrscheinlich ebenfalls beschlagnahmten Telefone seiner rumänischen Freundin, Frau R., ausgewertet, wie EU-Infothek aus Ermittlerkreisen mitgeteilt wurde.

Es wird sich zeigen wie weit das Interesse der Behörden auf eine wesentliche, weitere oder gar vollständige Aufklärung der Ibiza Affäre deutet oder ob der „Ball flach gehalten“ wird.

So wie die Enthüllung des Lockvogels erst nach vier Jahren Ermittlungsarbeit erfolgt ist, gibt es gute Hoffnung, dass auch die noch ungeklärten Fragen der Finanzierung und der tatsächlichen Hintermänner aus Politik und Medien aufgedeckt werden.

4 Kommentare

  1. Das wird das interessante sein ob die österr.Behörden tatsächlich an einer restlosen Aufklärung der nun neuen Fakten ernsthaft interessiert sind. Aufklärungsbedürftig ist es auf jeden Fall! Diese IBIZA Sache hat ja immerhin eine gewählte Regierung zu Fall gebracht.

  2. Die Dame soll in Bauskas leben, einer Kleinstadt mit ca. 8000 Einwohner. Berlin wird in dieser Causa noch eine wichtige Rolle spielen.

  3. Gratuliere Herr Professor Schmidt und danke für ihre Ausdauer.
    Wäre es möglich das es vergessen wurde der Dame nicht den inoffiziellen aber doch effizienter Schutz zu geben den anscheinend der Detektiv und der Advokat besitzen das im direkten Ibiza Fall nicht angeklagt werden darf.
    Sie weiss wahrscheinlich viel hat aber vielleicht keine ausgehandelte Immunität , Zeugenschutz oder wie auch immer.

  4. „Steter Tropfen höhlt den Stein!“ – Gratulation an das Team von Professor Schmidt!

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