Sonntag, 29. November 2020
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Verbesserungen für 300 wichtige EU-Seehäfen

Die EU-Kommission hat eine Initiative zur Verbesserung des Betriebs und der Hinterlandanbindungen für 319 bedeutende Seehäfen an den Küsten Europas bekannt gegeben. Die vorgeschlagenen Leitlinien und rechtlichen Änderungen sollen Hafenbetreiber in die Lage versetzen, ihre Dienste und Einrichtungen zu verbessern, und ihnen mehr finanzielle Autonomie verschaffen.

[[image1]]74 % der europäischen Ein- und Ausfuhren gehen über den Seeweg und ein Fünftel dieser Güter wird ausschließlich durch drei Häfen abgefertigt: Rotterdam, Hamburg und Antwerpen. Diese unterschiedliche Leistung der Häfen führt zu Überlastungen und zusätzlichen Kosten für Schiffsführer, Verkehrsunternehmen und Verbraucher. Die neuen Vorschläge können der europäischen Wirtschaft Einsparungen bis zu 10 Mrd. EUR bis 2030 ermöglichen und dazu beitragen, dass im Kurzstreckenseeverkehr neue Verbindungen entstehen.

Siim Kallas, der für Verkehr zuständige Vizepräsident der Kommission: „Unsere Seehäfen sind lebenswichtige Portale, die unsere Verkehrskorridore mit dem Rest der Welt verbinden. Wie verfügen bereits über einige der besten Hafenanlagen weltweit. Wir müssen dafür sorgen, dass sie auf diesem Standard bleiben. Aber wir stehen vor großen Herausforderungen im Hinblick auf Überlastungen, Verkehrszuwachs und Investitionen. Deshalb müssen weitere Häfen auf diese hohen Standards gebracht werden. Die heutigen Vorschläge werden die europäischen Hafendienste auf den Stand des 21. Jahrhundert bringen, zur Mobilisierung von Investitionen beitragen und die Schaffung von Arbeitsplätzen dort erleichtern, wo sie am dringendsten gebraucht werden.”

Effizientere Häfen

Die Kommission schlägt transparentere und offenere Verfahren für die Benennung von Hafendiensteanbietern vor. Durch geeignete Vorschriften soll ein etwaiger Preismissbrauch durch Anbieter mit ausschließlichen Rechten verhindert werden. Um eine größere Kundenorientiertheit zu gewährleisten, wird ein Beratender Ausschuss der Hafennutzer eingerichtet. Einzelheiten sollen entsprechend den örtlichen Gegebenheiten geregelt werden, damit lokale Hafengemeinschaften von einer besseren Koordinierung und einem unternehmensfreundlicheren Umfeld profitieren können.

Bessere Anbindung an das Hinterland

Ein neuer Schwerpunkt der EU-Finanzierung im Rahmen der Fazilität „Connecting Europe“ wird auf Hafenprojekten liegen, die in den sogenannten TEN-V-Korridorplänen vorrangig für eine Finanzierung in Betracht kommen, und auf der Anbindung von Häfen an Schienenwege, Binnenwasserstraßen und Straßen. Die Häfen sollen in diesem Zusammenhang eine aktivere Rolle spielen, beispielsweise durch Bereitstellung von Verkehrsflussinformationen.

Flexibler, gewerblicher Finanzrahmen

Durch den Vorschlag wird die Freiheit der Häfen, Infrastrukturentgelte zu erheben, ausgeweitet und die Transparenz in Bezug auf die Festsetzung der Entgelte sowie die Verwendung öffentlicher Mittel erhöht. Die Hafenbehörden selbst sind am besten in der Lage, den Bedarf der Nutzer zu ermitteln und die Entgelte festzusetzen. Gleichzeitig können dank größerer Transparenz öffentliche Mittel ohne ungebührliche Verzerrung des Wettbewerbs eingesetzt und private Investoren mobilisiert werden. Außerdem können die Häfen die Entgelte für umweltverträglichere Schiffe senken.

 

Bild: Marco Barnebeck / pixelio.de/ © www.pixelio.de

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