Freitag, 7. August 2020
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Ö24 / Ibiza-Krimi: Das neue Abhörprotokoll

Die Villa in Ibiza / Bildmontage: EU-Infothek

Zum Jahrestag: Das neue Abhörprotokoll zur Ibiza-Bande, die HC Strache stürzte.

Wien/Salzburg. Dass die Ermittler des Bundeskriminalamts alles von diesem drei Stunden langen Gespräch im Bierheurigen an der Salzburger Gaisbergstraße wissen, könnte die Haupttäter und auch die Finanziers des Ibiza-Projekts ziemlich beunruhigen: Der mutmaßliche Mittäter K., der in U-Haft sitzt, erzählte am 12. Juni 2019 sehr viel über die Gruppe jener Verdächtigen, die HC Strache am 24. Juli 2017 in die Falle gelockt haben.

Protokoll. Heimlich aufgenommen wurde das ganze Gespräch von seinem Gegenüber, einem FPÖ-Politiker, der das komplette Videomaterial aus Ibiza sowie auch Infos über die falsche Oligarchin kaufen wollte. Die Aussagen von K. helfen den Ermittlern gewaltig, bestätigt der Chefredakteur der Investigativ-Plattform EU-Infothek.com Prof. Gert Schmidt, dem dieses Abhörprotokoll zugespielt worden ist: „Der FPÖ- Politiker hörte da viel über die Planung, die Goldmünzen und das Netzwerk.“

Kein Verein. Und das sind die wichtigsten Passagen aus dem Abhörprotokoll:

D. (der FPÖ-Politiker) spricht einen Teil der Bezahlung der Ibiza-Bande und des möglichen Haupttäters Detektiv H. an: „Das waren die 600.000 oder was?“

K. (der mutmaßliche Ibiza- Komplize) antwortet: „Das waren die afrikanischen.“

D.: „Ja, und woher hat ein Verein Goldmünzen (Anm.: Er meint möglicherweise das „Zentrum für politische Schönheit“ in Deutschland)? Das ist alles suspekt, oder?“

K: „Das ist nur eine Person gewesen.“

D.: „Der Verein ist nur Mittel zum Zweck gewesen?“

K.: „Genau. Kein Verein.“

Stimmt das, was der mögliche Komplize von Detektiv H. hier sagt, dann würde auch die bisher oft verbreitete Version von der „rein politisch motivierten Aktion“ gegen Strache nicht mehr ganz so glaubwürdig sein.

„Ach Gott, das ist ein Krimi, ich sag’s dir!“

Gemälde. Dann sagt D., er hätte davon gehört, dass sich H. in Gemälden zahlen lassen wollte und diese in die Schweiz gebracht hätte:

D.: „Fährt er (Anm.: H.) jetzt mit dem Gemälde über die Grenze oder was?“

K.: „Nein. Gemälde hat er nicht zustande bekommen. So hat er das abgewickelt in Gold. Und Gold hat er gewechselt in Scheine.“

D.: „Ok. Ach Gott, das ist ein Krimi, ich sag’s Dir!“

Kurz darauf, als es im Gespräch um die ersten Verkaufsversuche des Ibiza-Videos geht, fallen auch bekannte Namen:

K.: „Wenn ich das 99,9 % sagen kann, der Erste, dem dieses Video angeboten worden ist, um 1,5 Millionen glaube ich, war Haselsteiner. Das bedeutet, dass M. (der Wiener Rechtsanwalt M.) sowieso gute Verbindungen gehabt hat zu Strabag, er hatte auch einmal die Strabag-Vertretung. Doch die haben gesagt, dass es zu heiß ist. Hat mir H. gesagt.“

Und K. nennt auch noch den Namen eines sehr gut vernetzten Wiener Juristen, der ihm angeboten hätte, ihn nach Auffliegen des Videos rechtsfreundlich zu vertreten – bei diesem Wiener Promi war übrigens Anwalt M. Konzipient. Selbst der Kanzler soll ihn einmal als Insider der Ibiza-Clique verdächtigt haben, er musste dies aber widerrufen.

Für die Aufarbeitung des ganzen Ibiza-Krimis sei dieses Protokoll des Lauschangriffs im Salzburger Biergarten ein Glücksfall, sagt auch Prof. Gert Schmidt, der Chef der Investigativplattform EU-Infothek: „Wir haben hier viele Details, die für die Ermittler sehr wichtig sind.“

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