Freitag, 7. Oktober 2022
Startseite / Allgemein / Anlässlich des für den am 8.11.2022 geplanten großen Prozesses – der KURIER berichtete am 23.8.2022 über den „Riesen-Prozess in der Causa Chorherr“ – wird auch EU-Infothek zeitnah über diese spannende Causa berichten

Anlässlich des für den am 8.11.2022 geplanten großen Prozesses – der KURIER berichtete am 23.8.2022 über den „Riesen-Prozess in der Causa Chorherr“ – wird auch EU-Infothek zeitnah über diese spannende Causa berichten

Dr. Christoph Chorherr, Bild © CC BY-ND 2.0, via flickr / Landesgericht für Strafsachen Wien, Bild © Dnalor 01, CC BY-SA 3.0 AT, via Wikimedia Commons

 

Artikel kurier.at 23.08.2022:

Bitte lesen Sie zu diesem Thema zwei investigative Berichte der EU-Infothek, welche bereits vor einiger Zeit auf eu-infothek.com erschienen sind.

06.08.2021:

Charity-Fürst Dr. Christoph Chorherr: Auch GRÜNE Vogerl zwitschern

Symbolbild Hochhaus in Wien / Bild © CC0 Creative Commons, Pixabay (Ausschnitt)
Dieser Artikel erschien bereits am 27.09.2019 auf EU-Infothek.

Die Untersuchungen der WKStA in Wien zur Frage, ob der prominente, nunmehrige Ex-GRÜNE und andere Personen aus seinem Umfeld in Zusammenhang mit seinen „sozialen Projekten“ gegen Gesetze verstoßen hat, laufen intensiv und sind durch zahlreiche Medienberichte ausführlich bekannt.

Dr. Christoph Chorherr / Bild © Die Grünen Wien

Dr. Chorherr und Freunde haben mit sehr viel Kreativität ein Charity-Modell auf festen finanziellen Beinen und „Ressourcen“ geschaffen, welches im wahrsten Sinne des Wortes Beachtung verdient. Wenn auch der wirtschaftliche und verantwortliche Mittelpunkt der Aktivitäten des Dr. Christoph Chorherr in Österreich liegt, ist der komplexe Zusammenhang am besten zu verstehen, wenn wir uns auf das ZIEL aller Charity-Aktivitäten, die zwei „Ithuba“-Schulen in Südafrika, konzentrieren.

 

Südafrika / Bild © CC0 Creative Commons, Pixabay (Ausschnitt)

Die Recherchen von EU-Infothek zeigen ein spannendes Bild über die wahren Ausmaße und Ziele der zwischenzeitlich berühmten Charity-Aktion im fernen Afrika.

Eine der beiden „Ithuba“-Schulen, die „Ithuba Wild Coast-Schule“, befindet sich in Port Edward, Südafrika.

Medienberichten zufolge soll es sich um eine „Slum-Schule“ handeln – auf der Homepage der Schule ist gar zu lesen: „It is located in the poorest oft he nine states on South Africa, Eastern Cape, about 190 km south of Durban, near the Indian Ocean“.

Das klingt nach echt sozialem Engagement, für die Ärmsten von Afrika.

Tatsächlich ist „Port Edward“ ein sehr schönes Tourismusgebiet. Reiseführer beschreiben Port Edward: „der beschauliche kleine Ort, 170 km von Durban entfernt, ist umgeben von subtropischem Küstenwald und  von Bananenplantagen, die Strände sind vorwiegend felsig, jedoch mit  malerischen Buchten mit sandigen Abschnitten“, Touristiker geben der kleinen Stadt eine große Zukunft .

Die Adresse und Lage der Schule selbst ist auf der Homepage nicht angegeben, lediglich der die Schule betreibende Verein „s2arch“ ist mit einer Adresse ausgewiesen – diese weist ins vornehme Wiener Döblinger Cottageviertel.

Die „Slums“ um diese Schule herum sind in Wahrheit Casinos, Hotelanlagen, ein Golfplatz und ein Wasserpark für Kinder.

Die Schule selbst befindet sich auf einer Milchfarm, die Schüler sind vorwiegend Kinder der Mitarbeiter dieser Farm.

Der Eigentümer der Farm, Karl Kebbert, ist auch Gründer von „Starlite Aviation“ und „Montic Dairy“, sein Besitz umfasst etwa 400 Hektar. Karl Kebbert ist auch Mitbegründer des Ithuba Community Colleges.

Vor etwa einem Jahr, im September 2018, hat die Südafrikanische Regierung Beschlagnahmungen auf den Besitzungen des Karl Kebbert durchgeführt. Nähere Informationen hierzu liegen aktuell nicht vor. Informanten vor Ort sind der Meinung, dass diese Beschlagnahmungen Auswirkungen auf die Weiterführung der Schule haben können und dass diese Beschlagnahmungen möglicherweise in Zusammenhang mit unsauberen Finanzgeschäften stehen.

Die zweite Schule der Ithuba, das „Ithuba Community College Johannesburg“, weist seine Adresse auf ihrer Homepage aus. Die Schule ist etwa 35 km außerhalb von Johannesburg gelegen (Ekurhuleni Metropolitan Municipality).

Finanzielle Drehscheibe: „s2arch-social and sustainable architecture / Verein für soziale und nachhaltige Architektur“ in Wien-Döbling.

Der Verein ist seit 2011 gut finanziert: Sowohl die Stadt Wien startete mit 100.000 Euro Förderung, die Ithuba Capital AG brachte im Juni 2011 ebenfalls 100.000 Euro ein, am 7. 12. 2012 weitere 100.000. Günter Kerbler stellte sich im April 2014 mit schlappen 25.000 Euro auf die Spenderliste, die Signa Holding brachte im November 2011 100.000 Euro in die Vereinskassa.

Besonders splendid zeigte sich die Londoner Firma „Lansdowne Partners Limited“ in der Londoner Davies Street: Im April 2012 bestätigte Mahmud B. die Überweisung von satten 300.000 Euro.

Angestoßen wurde diese großzügige Spende aus London von Willi Hemetsberger, in höchsten Finanzkreisen auch bekannt als „Roter Willi“, bereits im Feber 2012.

Das war jedenfalls bereits in den Jahren 2011 und 2012 ein hoffnungsfroher Anfang für die Spendensammlung.

Die Frage, ob diese Spenden tatsächlich, wie vom Empfänger bestätigt, zu guter Letzt von „der Steuer abgezogen“ werden können, bleibt offen. Steuerfachleute verweisen darauf, dass Spender auch einen BEZUG mit dem Geschäftszweck des Spenders nachweisen müssen.

Im Umkehrschluss könnte dieser Nachweis kein erfreuliches Ergebnis bringen.

28.02.2022:

Dr. Christoph Chorherr: Geheimnisvoller Geldfluss durch Bildverkauf eines bekannten Wiener Künstlers, angebliche Zahlung an einen syrischen Verein und Geldeingang bei Chorherrs Südafrika-Projekt

Dr. Christoph Chorherr, Bild © Die Grünen Wien, CC BY 2.0 AT, via Wikimedia Commons (Ausschnitt) / Krügerrand Goldmünzen, Bild © Grüner Panda, CC BY-SA 4.0 Wikimedia Commons / Symbolbild: Spenden – Syrien – Südafrika, Bild © CC0 Creative Commons, Pixabay (Ausschnitt)

EU-Infothek berichtete über Chorherrs Südafrika-Projekt, und über das Geheimnis der angeblichen Zahlung von 600.000 Euro in Kruger-Rand-Goldmünzen an Julian Hessenthaler.

„Dahinter steckt ein kluger Kopf“, das war einer der bekanntesten Werbeslogans der deutschen Qualitätszeitung FAZ.

Diese Feststellung muss auch mit einer gewissen Anerkennung für die grün angehauchte Geldmühle bisher unbekannten Ausmaßes, über welche EU-Infothek als erstes Medium berichtet, getroffen werden.

Im Jahr 2014 wollte sich ein erfolgreicher österreichischer, international aufgestellter Unternehmer am heimischen Politikmarkt etwas umsehen: Welche politische Partei, so seine selbst gestellte Frage, vertritt einen Unternehmer politisch wirklich effektiv?

Er „schnupperte“ bei den NEOS, der ÖVP (den Türkisen) und auch bei den GRÜNEN.

Irgendwann, genau weiß er das heute nicht mehr, wurde er nach zahlreichen „Kamingesprächen“ auch zu einer Vernissage eingeladen. Seine Frau und der Unternehmer kauften immer wieder zeitgenössische Kunstwerke.

Im (damals) Wiener Atelier des anerkannten Künstlers Lukas Maximilian Hüller https://www.lukashueller.at/ fand seine Frau Gefallen an einem großflächigen Bild des Künstlers (Frühjahr 2014).

Rasch war man sich mit dem Künstler über den Preis einig: „6.000 Euro“ (der Kaufpreis wurde von der EU-Infothek-Redaktion etwas geändert). Der Unternehmer forderte vom Künstler eine Faktura mit Umsatzsteuer und den IBAN zur Überweisung, was ihm prompt zugesagt wurde.

In etwa zu Zeitpunkt der Lieferung des Bildes fragte der Künstler, so die Schilderung des Unternehmers, ob dieser unbedingt eine Faktura mit Umsatzsteuer haben wolle oder ob er – für die gleiche Summe des Kaufpreises – lieber eine umsatzsteuerfreie Spendenbestätigung eines Vereins, welcher sich in Syrien um Kinder kümmert, haben möchte.

Statt Rechnung also die „gute Tat“ einer Spende.

Dieser Vorschlag war für den Unternehmer plausibel und akzeptabel – immerhin diente somit dieser Kaufpreis einem guten Zweck, meinte er.

Das Bild hängt nun seit Jahren an prominenter Stelle im Büro des Unternehmers, welcher jedem Besucher gerne die „Spendengeschichte“ dieses Kunstwerkes erzählt.

Der Künstler übersiedelte zwischenzeitlich nach Oggau ins Burgenland, richtete sich ein Atelier ein, schuf einige Appartements zum Vermieten und wurde auch künstlerischer Leiter der im Burgenland gut bekannten Cselley Mühle.

Im Herbst 2019 urlaubte der stolze Bildbesitzer in Spanien. Dort erhielt er einen Anruf seiner aufgeregt wirkenden Sekretärin: „Bei uns im Büro wollen Vertreter der WKStA dringend mit Ihnen persönlich sprechen“.

Der Unternehmer glaubte an eine Verwechslung, er war sich keinerlei Gesetzesübertretungen bewusst. Er wurde dann telefonisch gefragt, ob er Dr. Christoph Chorherr kenne, was er verneinte. Die WKStA-Vertreter deponierten den dringenden Wunsch einer Staatsanwältin, den Unternehmer prompt zu einer persönlichen Einvernahme zu laden.

Bei dieser Einvernahme wurde er nochmals nach Dr. Christoph Chorherr und nach Spenden an dessen Verein in Südafrika gefragt – dieses Mal unter Hinweis auf seine angebliche Spende mit vorliegendem Überweisungsbeleg.

Der Unternehmer staunte nicht schlecht: Ja, das war SEINE Überweisung an jenen IBAN, welche ihm der Künstler als „Syrischen Hilfsverein“ genannt hatte. Tatsächlich war das Konto jedoch jenes des Chorherr-Vereins in Südafrika. Der IBAN war zu keinem Zeitpunkt für ein Konto eines angeblichen „Syrischen Hilfsvereins“ gültig – nur das Briefpapier täuschte dies – so der Unternehmer zu EU-Infothek – vor.

Der verblüffte Unternehmer konnte die Staatsanwältin rasch überzeugen, dass er davon nichts wusste und damit auch nichts zu tun hat. Er kannte Dr. Christoph Chorherr nur aus den Medien.

Allerdings, so der Eindruck des Unternehmers, war er bei weitem nicht das einzige Opfer mit dieser stark nach Geldwäsche (allerdings bedarf es bei Geldwäsche einer verbrecherischen Grundtat, wie Suchtgift- oder Waffenhandel) und Steuerhinterziehung riechenden Überweisungs-Maschinerie.

Es ist nicht auszuschließen, dass dieses clevere „Finanzierungsmodell“, welches auch die steuerlichen Vorteile eines Kunsthandels mit einbezieht, ein seit langer Zeit funktionierendes, groß angelegtes „Karussell“ darstellt, mit dem einzelne Personen, Unternehmer und – eventuell auch eine politische Partei – im großen Stil „Spenden“ gesammelt hat.

Im Zuge der Recherchen zu diesem Bericht stellte sich heraus, dass Lukas M. Hüller seit vielen Jahren sehr eng mit Personen im Umfeld des Dr. Christoph Chorherr, insbesondere auch mit Renate Chorherr sowie Gabriele und Günter Kerbler im Projekt der Privatschule www.walz.at erfolgreich gemeinsam tätig ist.

Die wirtschaftlichen und anderweitigen Kontakte des geschäftlich umtriebigen, finanziell gut betuchten Künstlers zeigen in einem von der EU-Infothek-Redaktion erstellten Organigramm überraschend breit aufgestellte Verbindungen. Diese reichen von Organisationen und Personen in Syrien bis Libyen, von bekannten Wiener Politikern bis zu Immobilien-Tycoons.

Lagerfeuer-Romantik mit sehr bekannten Personen in Südafrika, dokumentiert auf Videos und Fotos, inbegriffen.

Im Laufe der umfangreichen Recherchen, welche EU-Infothek seit Monaten über den „Spendenkomplex Chorherr/Hüller etc.“ führt, wiesen Informanten auch auf angebliche bedeutende Kick-Back-Zahlungen aus dem internationalen Spendenkarussell – sowohl in bar als auch in Krügerrand – hin, welche dann in Österreich ausbezahlt wurden.

Diese Informanten haben sich allerdings ausbedungen, nicht genannt zu werden, womit – derzeit – der Nachweis für derartige Behauptungen fehlt.

EU-Infothek verweist auf die Unschuldsvermutung. Das Ersuchen der EU-Infothek um eine ausführliche Stellungnahme, inklusive ausreichend Zeit zur Beantwortung für Lukas M. Hüller – inklusive einem Angebot zu einem persönlichen Interview – blieb bedauerlicherweise ohne Reaktion.

 

Ein Kommentar vorhanden

  1. Der große Chorherr Prozess beginnt am 8.11.2022 – natürlich nach der BPR Wahl!!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Was hat die russische Exklave Kaliningrad mit den Sanktionen der EU gegen die Russländische Föderation zu tun?

Einführung Im Zuge der Untersuchung der Auswirkungen der bisherigen sechs „Sanktionspakete“ der EU gegen Russland[1] …