Sonntag, 20. Oktober 2019
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Italien: Kampf gegen Geldwäsche erfasst auch Glückspielbereich

Jener Bereich, wo übrigens die Regierung in Italien sehr streng ans Werk geht, ist der Kampf gegen Steuerhinterziehung, Schwarzgeld und Geldwäsche. Nicht nur dass in Italien Beträge nur noch bis zur Höhe von 1.000 Euro in Bargeld bezahlt werden dürfen, gerade auch die von Italien „umzingelte“ Republik San Marino – im übrigen die älteste Republik der Welt – bekam und bekommt noch immer die harte Hand des römischen Finanzministeriums zu spüren.

[[image1]]So haben viele Privatpersonen aber auch Unternehmen, die aufgrund einer günstigen Besteuerung ihr Geld auf einem Konto auf einer Bank in San Marino geparkt hatten, ihr Geld wieder abgezogen. Das wiederum brachte die Regierung im Land rund um den Monte Titano, der die Landschaft an der Adria bei Rimini dominiert, in erheblichen finanziellen Notstand. Durch ein neues, offensives Wirtschafts- und Tourismusprogramm will man jetzt wieder festen finanziellen Boden unter den Füßen bekommen.

San Marino im Visier Rom‘s

Zu einer Belastung bei diesem Konsolidierungsprozess geriet in den letzten Wochen eine Geschichte, die sogar in der Abgeordnetenkammer im römischen Parlament zur Sprache kam und im Protokoll auf Seite 132 publiziert wurde, bislang aber in San Marino offenbar noch nicht angekommen ist, aber einer dringenden Lösung harrt. Schließlich gilt es zu verhindern, dass wieder einmal das unangenehme Thema „Black list“ aufs Tapet kommt.

Derzeit geht es darum, dass just dem derzeitigen Generaldirektor der staatlichen Glückspielgesellschaft „Giochi del Titano“, Salvatore Caronia, der Vorwurf gemacht wird, im Verdacht zu stehen, an einer Geldwäsche-Aktion beteiligt gewesen zu sein. Allerdings nicht in San Marino sondern in San Remo, wo er zuvor als „Amminstratore Delegato“, also quasi als Verwaltungsdirektor tätig war. Rom wünscht, dass mit dieser Causa „tabula rasa“, also reiner Tisch gemacht wird. Insbesondere auch, weil gerade der Glückspielsektor ein sensibler Bereich ist, unter strenger Kontrolle der AAMS, der mit dem Finanzministerium engst verbundenen Glückspielbehörde ist, die auch in Spielsalons Jagd auf Geldwäscher macht.

 

Bild: epmuts / pixelio.de/ © www.pixelio.de

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