Samstag, 14. Dezember 2019
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Ibiza-Gate: Der geheimnisvolle Sascha Wandl und: „Wer das Gold hat, bestimmt die Regeln“

Die Villa in Ibiza / Bildmontage: EU-Infothek

Zur Erinnerung: Sascha Wandl trat kurz nach der Enthüllung von EU-Infothek, wer sich hinter dem Pseudonym Julian Thaler tatsächlich verbirgt, nämlich der Detektiv Julian Hessenthaler, erstmals in einem Interview bei Wolfgang Fellner / OE24 TV auf.

Mit seiner Aussage im TV Interview stellte Wandl auch die Weiche Richtung reines Geschäftsmodell und nicht Geschäftsmodell in Kombination mit Politik.

In diesem Interview bestätigte Wandl die Enthüllungen von EU-Infothek.com, insbesondere die bisherige These, dass es sich um eine reine Geldbeschaffungsaktion einer Gruppe von Sicherheitsleuten handle.

Wandl bestätigte auch, dass er Julian Hessenthaler und den Rechtsanwalt Ramin Mirfakhrai persönlich aus einer früheren Tätigkeit kenne.

Heute, am 3. Juni 2019, sieht Ibiza-Gate etwas anders aus

Es gibt sehr wohl deutliche Hinweise, dass es sich bei der Produktion des Videos nicht nur um eine reine Geldbeschaffungsaktion handelt, sondern dass es auch politische Momente in der Causa Ibiza-Gate gibt.

Die Tageszeitung Die Presse hat in ihrem kurzen Bericht am 27.5.2019 enthüllt, dass Zoltán Aczél bestätigt, das Video bereits im Jahre 2017 nicht nur angeboten bekommen, sondern auch teilweise gesehen zu haben.

Zoltán Aczél ist aktuell Lobbyist der STRABAG / Haselsteiner Firmengruppe mit beachtlichem eigenen Firmennetz.

Bemerkenswert sind die in diesem Firmennetzwerk geparkten Aktiva in Höhe von rund 11 Millionen Euro.

Zoltán Aczél ist aber nicht nur „Lobbyist“ der STRABAG, er war auch Generalsekretär des Liberalen Forum (LIF). Das LIF wurde als Partei von Hans Peter Haselsteiner initiiert und von diesem mit hohen Beträgen gesponsert.

Nach der politischen Verabschiedung des LIF entstanden daraus Anfang 2014 die NEOs, welche ebenfalls von Haselsteiner finanziell unterstützt werden.

Derzeit machen sich die NEOs und manche Vertreter der ÖVP Hoffnung, dass die Türkisen in einer kommenden Nationalratswahl massiv Zugewinne erhalten und sich eine Koalition mit den NEOs ausgehen wird.

Unter diesem Gesichtspunkt ist es sehr wichtig zu wissen, dass Sascha Wandl der einzige in der Gruppe der Sicherheitsleute war, welche für die STRABAG in den Jahren vor 2017 in den südosteuropäischen Ländern, auch in Serbien, für Sicherheitsfragen zuständig war, der Herrn Haselsteiner persönlich berichtete. Sascha Wandl hatte also als einer der wenigen Sicherheitsleute einen direkten Draht zu Herrn Dr. Hans Peter Haselsteiner.

Der Auftrag umfasste damals die Klärung eines Großbetruges mit EU -Fördergeldern in Zusammenhang mit dem Bau von Straßen, Tunnel usw. in Serbien, Ungarn und anderen Ländern.

Wissenswert ist auch die Tatsache, dass der defacto Machthaber der Sicherheitsfirma Konsic in München bis vor kurzem Sascha Wandl war. Nach dem Konkurs des Sascha Wandl mit seiner Firma „Die Gruppe Sicherheit GmbH“, konnte Wandl selbst nicht mehr die Geschäftsführung übernehmen, auch nicht als Gesellschafter aufscheinen.

Wandl hat seine besten Leute aus der Firmen „Die Gruppe Sicherheit GmbH“ und „Gruppe für mehr Sicherheit Gesellschaft m.b.H.“ zur Münchner Firma Konsic mitgenommen und sich hinter seinen Mitarbeitern versteckt. Zum Geschäftsführer wurde Julian Hessenthaler gemacht, der defacto Machthaber und wirtschaftliche Mehrheitseigentümer war (oder ist?) Sascha Wandl.

Dann vertraute Sascha Wandl seinen Strohmännern, die finanziellen Belange hatte er nach wie vor selbst in seiner Hoheit, er verfügte alleine per Unterschriftenvollmacht über alle Gelder der Firma.

Erst als das Geld knapp wurde und die Gehälter von Wandl nicht mehr überwiesen wurden, er sich aber selbst bediente, hatte ihm der von Sascha Wandl eingesetzte weisungsgebundene Geschäftsführer Julian Hessenthaler die Kontovollmacht entzogen. Der Streit war geboren.

Die zweite politische Komponente kommt in den Fall Ibiza-Gate durch die Enthüllung des Profil vom 2.6.2019, wonach ein SPÖ Berater (laut Profil will er nicht genannt werden) ebenfalls bestätigt, das Video angeboten bekommen zu haben.

In Bezug auf den gewünschten Verkaufspreis im Jahre 2017 gibt es unterschiedliche Aussagen.

Die sehr glaubwürdigen Informanten von EU-Infothek behaupten, das Video sei in der Größenordnung zwischen 2 und 2,5 Millionen Euro angeboten worden, Zoltán Aczél spricht von 5 Millionen Euro. Wurde hier eine Handelsspanne eingebaut?

Fassen wir kurz zusammen

Am 21. und 22.5.2019 berichtete EU-Infothek zum ersten Mal über die Echtnamen des Detektivs und des in der Angelegenheit massiv involvierten Rechtsanwalts. Wenige Tage später bestätigte der Rechtsanwalt in einer auf ideologische Motive bezogenen Stellungnahme, dass er bei Ibiza-Gate eine große Rolle spielt. Seine Argumentation der ideologischen Motive ist allerdings sehr schwer mit einer Preisvorstellung von 2,5 Millionen Euro zu erklären, bei Produktionskosten von angeblichen 380.000,- Euro, wahrscheinlich allerdings eher 50.000,- Euro.

Sascha Wandl bestätigte am 22.5.2019 in einem Interview mit OE24 TV die Richtigkeit der Enthüllungen von EU-Infothek.

Die Presse berichtet, dass Zoltán Aczél bestätigt, das Video angeboten und sogar Teile davon gesehen zu haben.

Profil enthüllt, dass ein SPÖ Mann ebenfalls bestätigt, das Video angeboten bekommen zu haben.

Beide politischen Funktionäre weisen mit der von österreichischen Funktionären erwarteten Deutlichkeit auf das eigene, politisch korrekte Verhalten hin: Nein, das Video wurde den jeweiligen Chefetagen nicht genannt, nein, niemand hatte diesem Video irgendeine Bedeutung zugmessen. Herr Dr. Hans Peter Haselsteiner erklärte ebenfalls, von dem Video erst seit der Veröffentlichung durch Spiegel, Süddeutsche Zeitung und Falter gehört und dieses zum ersten Mal gesehen zu haben.

EU-Infothek wird weiter berichten.

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