Freitag, 9. Dezember 2022
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Ibiza-Gate: KRONE – „Detektiv“ in Berlin VERHAFTET!

Das Ibiza-Video / Bildmontage: EU-Infothek / Quelle: Spiegel, SZ / Süddeutsche Zeitung

Riesenerfolg für die Ermittler der SOKO Tape: Die untergetauchte Schlüsselfigur im Ibiza-Krimi wurde am Donnerstag in ihrem Versteck in der deutschen Hauptstadt Berlin verhaftet. Der Ex-Sicherheitssöldner und Detektiv hatte die verhängnisvolle Falle mit der „schoafen Russin“ als Lockvogel für den damaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache eingefädelt. Jetzt könnten die letzten Geheimnisse geklärt werden …

574 Tage nach dem Platzen eines der größten Polit-Skandale in der Geschichte der Zweiten Republik durch die Veröffentlichung des heimlich aufgenommenen Videos mit einem machtberauschten, damaligen FPÖ-Chef ist nun quasi der operative Kopf der Ibiza-Bande gefasst.

Der vorbestrafte frühere Sicherheitssöldner und Profi für Industriespionage gilt gemeinsam mit einem Anwalt als Hirn des Plans. Er organisierte die Venusfalle in Form einer schönen, vermeintlich steinreichen russischen „Oligarchen-Nichte“, er organisierte die Abhörgeräte und die letztlich angemietete verwanzte Villa auf den Balearen.

Detektiv gab sich als Begleiter und Dolmetscher aus
Bei den Treffen im Vorfeld der verhängnisvollen Sommernacht mit dem einstigen engen Parteifreund Straches und nunmehrigen Feind, Wiens Ex-Vizebürgermeister Johann Gudenus, gab sich der Detektiv als Begleiter und Dolmetscher des Lockvogels aus.

So trat er auch im Video auf der spanischen Partyinsel auf. Immer wieder lenkte er das Gespräch bei den mehr als sieben Stunden geschickt auf korrumpierende Themen wie verdeckte Parteispenden, den Verkauf der Kronen Zeitung oder welche Gönner die heimische Politik sponsern.

In Berliner Versteck gefasst
Jetzt, nach mehr als eineinhalb Jahren, ist die Flucht zu Ende: Wie heimische Justizkreise bestätigten, ist der per europäischen Haftbefehl von der Wiener Staatsanwaltschaft gesuchte Verdächtige gefasst! Nach einem Tipp aus rumänischen Ermittlerkreisen hatten sich SOKO-Beamte und Kollegen der Zielfahndung in Berlin auf die Lauer gelegt. Tatsächlich flog Julian H. am Donnerstag aus Osteuropa in die deutsche Hauptstadt. In einem Versteck schlugen die Ermittler zu: Für ihn klickten die Handschellen, er soll rasch ausgeliefert werden.

Mit der Festnahme der Schlüsselfigur in dem Krimi könnten auch die letzten Geheimnisse über die Finanziers hinter dem „zivilgesellschaftlichen Projekt“ gelüftet werden. Denn H. kennt alle schmutzigen Details der Falle samt Geldflüssen und natürlich den Namen der „schoafen Russin“.

Er könnte als Kronzeuge auspacken
Da ihm unter anderem wegen Verdacht des Drogenhandels von rund 2,5 Kilo Heroin und Kokain mehrere Jahre Haft drohen, könnte er als Kronzeuge auspacken. Die Verhöre werden jedenfalls spannend. In gewissen Kreisen beginnt schon das große Zittern.

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Ein Kommentar vorhanden

  1. Herr Prof. Gert Schmidt, danke für Ihren unermüdlichen Einsatz in dieser Causa, der letztlich zu diesem Zwischenerfolg wohl maßgeblich beigetragen hat.

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