Montag, 21. Oktober 2019
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Klein ganz groß

Die Bewusstseinslage zur Politik in Europa ist immer noch geprägt vom Grosstaatsdenken vergangener Zeiten. Nicht nur Supermächte sind vorüber, sondern auch die Großen sind kleiner geworden. Deutlicher: Sarkozy und Merkel können nicht mehr allein bestimmen. Es wird aber an den kleinen Staaten liegen, ihre Chance in der Gestaltung der Gemeinsamkeit zu nutzen. Was braucht es dazu? Kooperation regional und sachlich! Benelux, Visegrad, Baltic Cooperation und Donau-Regionalinitiative – sind bereits Wirklichkeiten bzw. Versprechungen. Es gibt auch Themen, die zusammenführen, wie die Finanzkrise gegenwärtig zeigt. Es gilt, einen Weg zu finden, der nicht wieder bei den Fragen landet, wer wen bestimmt und dominiert. Voraussetzung ist aber auch, dass die Bürger und Regierungen der europäischen Staaten begreifen, dass Europa unser Schicksal ist. Der Weg zum „global village“ verlangt, dass wir Europäer wissen, wofür wir stehen, was gemeinsam und verschieden ist und welchen Beitrag wir zur Entwicklung unserer Welt leisten. Die kleinen Staaten sind weniger prestigeorientiert und haben daher die Chance, auf Prestigedenken zu verzichten und sich auf Ergebnisse zu konzentrieren. Sie sind auch beweglicher und neugieriger und daher fähig, neue Horizonte rasch zu erschließen.

Was fehlt? Eine europäische Öffentlichkeit, die diese Vielfalt widerspiegelt und als Reichtum versteht. Es gibt einen Lebensbereich, der hier beispielgebend ist: die Kultur und Kunst. Kleine wie Große sind hier gleich. Qualität entscheidet! Gerade europäische und internationale Organisationen und Einrichtungen bieten hier allen Chancen. Man könnte dem Österreicher Leopold Kohr folgen: small is beautiful!

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