Montag, 30. März 2020
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Führen ohne Kompetenz: Österreichs Polit-Elite hat keinen Tau von Wirtschaft

Haben Sie sich nie gefragt, wie ein Bundeskanzler Faymann sein Land durch die stürmischen Zeiten der Finanzkrise führen will – und vor allem: kann? In welches Wirtschaftsverständnis ordnet er komplexe Entwicklungen ein und auf welche Fährte setzt er die Experten an? Worüber will er mit internationalen Wirtschaftsprofessoren diskutieren? Über seine Zeit als Kinderbetreuer bei der Sozialistischen Jugend? Über ein paar Semester Anwesenheit am Juridikum? Oder über die jahrelangen Lücken in seinem Lebenslauf, die er auch nur verbummelt haben könnte (Stichwort „Mut zur Lücke“)?

Haben Sie sich nie gefragt, wie ein Bundeskanzler Faymann sein Land durch die stürmischen Zeiten der Finanzkrise führen will – und vor allem: kann? In welches Wirtschaftsverständnis ordnet er komplexe Entwicklungen ein und auf welche Fährte setzt er die Experten an? Worüber will er mit internationalen Wirtschaftsprofessoren diskutieren? Über seine Zeit als Kinderbetreuer bei der Sozialistischen Jugend? Über ein paar Semester Anwesenheit am Juridikum? Oder über die jahrelangen Lücken in seinem Lebenslauf, die er auch nur verbummelt haben könnte (Stichwort „Mut zur Lücke“)?

Als Wirtschaftskompetenz ein paar Semestern Publizistik

Salzburgs ASKÖ-Präsident Franz Karner musste nach Korruptionsvorwürfen abtreten, zudem wurde der mit Steuergeld subventionierte „Sportbauernhof“ schlecht vermarktet. Sein Nachfolger ist Gerhard Schmidt. Er kommt aus der Arbeiterkammer, saß nie im Marketing – geschweige denn, in der Privatwirtschaft.

In den 1990ern brachte Beppo Mauhart das Kunststück zuwege, die Austria Tabak – die als Staatsbetrieb in einem Monopolmarkt (!) quasi die Lizenz zum Gelddrucken hatte – derart an die Wand zu fahren, dass man sie nur schnell verkaufen konnte. Seine Wirtschaftskompetenz hatte sich der Gymnasiast bei ein paar Semestern Publizistik und als Sekretär bei Hannes Androsch geholt. So nebenbei war Funktionär Mauhart noch Chef des Österreichischen Fußball-Bundes und ORF-Publikumsrat. Zuletzt stand sein Name auf einer Liechtensteinischen Steuer-CD, die Staatsanwaltschaft ermittelte.

Politiker sind keine Wirtschaftsexperten. Und glauben sie das von sich, vernichten sie stets Staatsvermögen. Alfred Gusenbauer studierte nach dem Gymnasium Philosophie und Politik. Statt Bilanzen-Pauken oder Management: Karl Marx und Jürgen Habermas. Um bei seiner Klientel zu punkten, verhinderte Gusenbauer (SPÖ) den Verkauf der AUA, als man noch Geld bekommen konnte. „Luftfahrtexperte“ Michael Häupl (SPÖ) sah gar „große Chancen für eine österreichische Lösung“. Dafür bekamen beide großes Lob von Fellners „Österreich“ und Dichands Kronenzeitung. Die AUA blieb also österreichisch – und ging dermaßen Pleite, dass die Republik dem Käufer, der deutschen Lufthansa, sogar noch 500 Millionen Euro bezahlen musste, damit sie sie überhaupt noch nahm.

Funktionärsfilz beenden: Firmen und Vereine demokratisieren

Wieso sollen Fluglinien, Flughäfen oder Staudämme in Staatshand sein? Um alte Politiker mit frischen Jobs zu überraschen? Um die höchsten Managergehälter unseres Landes auszuzahlen? Warum sollten deutsche Pensionsfonds nicht Aktien des landeseigenen Energieversorgers „Salzburg AG“ im Portfolio haben? Oder den Flughafen Wien? Weil dann nicht mehr heimische Parteiritter versorgt werden könnten? Man muss keine Angst vor Fremden haben. Der Strompreis wird nicht steigen, solange der Wettbewerb frei bleibt. Und wegtragen kann man Kraftwerke selbst heute noch nicht.

Tausende Vereine gibt es nur, um unser Land „durch-zu-politisieren“ – und seine Funktionärsschicht „durch-zu-versorgen“. Der künstlich am Leben gehaltenen Schattengesellschaft ist der öffentliche Geldhahn abzudrehen, wenn ihr Zweck der Versorgung abgehalfterter Politiker, Funktionäre und Schmarotzer dient. Wollen Vereine unser Steuergeld, dann sind sie wie private Firmen zu führen. Und deren Spitzen sind jeweils mit einem Kaufmann und einem Fachmann zu besetzen. Die Funktion in politischen Vereinigungen soll bei Bewerbungen für Abzugspunkte sorgen.

Akademikersteuer falscher Weg

Geht es nach der SPÖ, so sollen Akademiker mit größerem Jahresgehalt noch zusätzliche Steuern zahlen. Doch würde diese „Strafsteuer für Bildungsehrgeiz“ vor allem die Absolventen von technischen und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten diskriminieren. Und damit Österreichs Grundproblem noch weiter verschärfen: Die Inkompetenz seiner (Unter-, Mittel- und) Führungsschicht.

Österreich braucht Wirtschaftsbildung. Das ist so wichtig wie die Klima- und die Korruptionsdebatte. Noch heute verlässt ein Gymnasiast die Schule ohne die geringste Ahnung, wie die Wirtschaft läuft. Die AHS braucht schleunigst BWL – unterrichtet von echten Wirtschaftsakademikern. BWL soll es künftig auch an geisteswissenschaftlichen Fakultäten geben – von Experten vorgetragen (und das sind sicher keine ehemaligen Politiker).

Und es sollen Studiengebühren wieder eingeführt werden (allerdings nicht 363 Euro, sondern nur 200 pro Semester). Aber nur für Fächer, die der Markt (also die Menschen) nicht brauchen und deren Absolventen der Allgemeinheit ein Leben lang auf der Tasche liegen werden – denn Minijobs erwirtschaften keine Lohnsteuer. Wenn es schon Bildungs-Strafsteuern geben soll, dann für Akademiker, die weniger als ein Durchschnittsgehalt verdienen – denn sie spielen ihre Bildungskosten für den Staat nicht wieder herein.
Wer seine Jugendzeit nicht zukunftsorientiert, sondern mit Philosophie oder Soziologie verschwenden will (und damit nicht auf die Pension warten konnte), soll dafür bezahlen. Österreich braucht Fachleute, und nicht noch mehr Träumer, Sozialromantiker und „Wirtschafts-Autodidakten“ (O-Ton Christian Felber). Und es braucht die Einsicht, dass nicht die ideologische Gesinnung für die Führung eines Vereines oder eine Firma qualifiziert, sondern eine wirtschaftliche oder technische Ausbildung – oder die Professionalität eines Privatbetriebes.

 

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