Mittwoch, 16. Oktober 2019
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Die CE-Kennzeichnung – für welche Produkte ist sie erforderlich?

Um zu vermeiden, dass die Mitgliedstaaten unterschiedliche technische Anforderungen an Produkte stellen und somit den freien Warenverkehr auf dem Binnenmarkt behindern, wurde die CE-Kennzeichnung  – mit Blick auf die grundlegenden Sicherheitsanforderungen – eingeführt.

[[image1]]Durch die CE-Kennzeichnung bringt der Hersteller in Eigenverantwortung den zuständigen Behörden gegenüber zum Ausdruck, dass sein Produkt den einschlägigen Rechtsvorschriften und technischen Spezifikationen entspricht. Sie ist als Marktzulassungszeichen und nicht als Herkunfts-, Qualitäts-, Güte- oder Normkennzeichen anzusehen.

In den Richtlinien werden nur die grundlegenden Anforderungen bezüglich Gesundheit, Sicherheit, elektromagnetischer Verträglichkeit, Umweltschutz und dgl. festgelegt.

Die Ausarbeitung der technischen Anforderungen wird den europäischen Normungsorganisationen (CEN, CENELEC, ETSI) durch Mandat übertragen. Dadurch wird eine Harmonisierung der Europäischen Normen erreicht, ohne dass diese zwingend anzuwenden sind. Da aber in den Richtlinien bei Beachtung harmonisierter Normen gewisse Erleichterungen vorgesehen sind, ist es ratsam, die Normen zu verwenden.

Welche Produkte fallen unter die CE-Kennzeichnung?

  • Alle Produkte, die in den Anwendungsbereich von Richtlinien fallen, die diese Kennzeichnung vorsehen, und für den EU-Markt bestimmt sind, müssen zwingend das CE-Zeichen tragen.

  • Gelten für ein Produkt mehrere CE-Richtlinien, so bedeutet die Kennzeichnung, dass Konformität mit sämtlichen Richtlinien besteht.

  • Das Anbringen des CE-Zeichens auf einem Produkt, das nicht in den Anwendungsbereich mindestens einer Richtlinie fällt, ist unzulässig.

 Es gibt derzeit 25 CE-Richtlinien für verschiedenste Produktkategorien .

Wer ist für die CE-Kennzeichnung verantwortlich?

Grundsätzlich der Hersteller oder sein Bevollmächtigter. Der Hersteller muss dafür nicht im EU-Raum ansässig sein. In Fällen, bei denen eine notifizierte Prüfstelle einzuschalten ist, muss diese aber ihren Sitz in einem EU/EWR-Staat haben.

Falls der Hersteller nicht in der EU ansässig ist, kommt dem EU-Importeur eine wichtige Rolle bei der Technischen Dokumentation zu: der EU-Erstimporteur muss auf alle technischen Unterlagen Zugriff haben, die für das Produkt relevant sind.  Außerdem muss er die Konformitätserklärung des Herstellers bereithalten (für etwaige behördliche Kontrollen).

Sonderfall  Eigen- bzw. Handelsmarken

Es kommt häufig vor, dass EU-Importeure Produkte aus Nicht-EU-Ländern mit ihrer eigenen Handelsmarke auf den Markt bringen. In diesem Fall tritt der Importeur oder Händler  als Hersteller auf und muss daher alle Pflichten eines tatsächlichen Herstellers erfüllen. Hierbei ist daher eine enge Zusammenarbeit mit dem  tatsächlichen Produzenten erforderlich.

Beratung und individuelle Hilfestellung zu CE-Fragen

Für individuelle Fragen österreichischer KMU zur CE-Kennzeichnungspflicht und der damit verbundenen Schritte bietet das Team des Enterprise Europe Network der Wirtschaftskammer Österreich eine kostenlose Beratung an.  Es wird anhand konkreter Produkte eine Analyse der zutreffenden CE-Richtlinien sowie der entsprechenden Normen gemacht, sowie zu den Kennzeichnungs- und Dokumentationspflichten (für Hersteller und Importeure).

Weitere Informationen: http://wko.at/ce

Anfragen zu CE: een@wko.at

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