Sonntag 24. September 2017, 09:02

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„G20-Gipfel“: Und wann brennt Wien?

An der WU Wien lehrt Attac-Aktivist Felber in „Marxismus-Leninismus“ [1] die Zerstörung des Kapitalismus. Österreichs Schulbücher erziehen Kinder zu Wirtschaftshassern. Und man fragt sich: Wann kommt es auch hier zur Rebellion?

Bürgerkriegsähnliche Krawalle in Hamburg
Bürgerkriegsähnliche Krawalle in Hamburg
Bild: © EU-Infothek

Eine (US-)Gesellschaft, die Bürger mit Waffen ausstattet und deren Gebrauch zum Selbstschutz zelebriert, hat viele Tote durch Schussverletzungen. Eine (EU-)Gesellschaft, die Kinder zu Gesellschaftsfeinden heranerzieht und alles Revolutionäre glorifiziert – die hat irgendwann die Revolution. In Hamburg hat sie letztens ihre Kraft gezeigt.

Dabei ist das Schlimme an den bürgerkriegsähnlichen Krawallen in Hamburg noch nicht einmal das unvorstellbare Ausmaß an Gewalt – es ist die hohe gesellschaftliche Akzeptanz in der Bevölkerung für aggressive, marxistische Bewegungen im Stile Attacs.

Schulbücher lehren Hass auf Ökonomie

Hamburgs Bürgertum war schier entsetzt – wo kommt denn die Gewalt nur her? Ganz einfach: Aus den eigenen Schulen. Sie stehen – in Deutschland noch mehr als in Österreich – unter der Prämisse, Kinder in gute Öko-Sozialisten zu erziehen. Alles Ökonomische ist prinzipiell einmal schon kriminell, denn wer durch Unternehmertum reich wurde (und im ideologisch korrekten Wording als „Spekulant“ oder „Kapitalist“ bezeichnet wird), hat gegen den Staatsgrundgedanken Deutschlands verstoßen – den des absoluten Gleichheitsgebotes.

Denn wurde einer reich, dann stellte der sich über andere, die nun „relativ“ ärmer wurden. Für Schulen wie für Medien ist dieses „Auseinandergehen der Kluft“ schlicht unerträglich.

Hoch die Gewerkschaft

Abiturienten wissen: Der Kapitalismus (das neutrale Wort „Marktwirtschaft“ ist aus dem Lehrbuch längst verbannt) ist ungerecht. Wären denn nicht alle Menschen exakt gleich talentiert, gleich ehrgeizig und gleich diszipliniert? Und müssten denn dann nicht alle Menschen dieser Welt exakt gleich wohlhabend werden?

Weil dies im echten Leben („in der Kälte des Kapitalismus“) aber nicht so ist, erklärt die Schule: Jene die „Mehr“ haben, hätten dies jenen mit „Weniger“ gestohlen. Durch Unterdrückung, Ausbeutung, Diskriminierung, Ausgrenzung und gläserne Decken.

Deshalb lernt man in Geographie beim Thema Kapitel „Wirtschaftssysteme“ weniger über Märkte, Wohlstand und Freiheit – denn über Gewerkschaften, Wachstumswahn und Kinderarbeit (die zynischerweise dem Kapitalismus zugeschoben wird. Wissend, dass Kinderarbeit generell einfach ein Merkmal armer Gesellschaften ist – und nur durch ökonomische Wachstum beseitigt werden kann).

Geschichtsfälschung Afrika

Zur wichtigsten „Wut-Quelle“ im antikapitalistischen Abwehrkampf hat sich für „Attac und Co“ die Umschreibung von Afrikas Geschichte (ab den 1980ern) entwickelt. Weil nach herrschender (Gleichheits-)Ideologie, Naturvölker wie Amazonas-Indianer oder eben Afrikaner gleich erfinderisch und gleich materialistisch zu sein hätten wie Deutsche oder Dänen, müssten sie theoretisch auch gleich viele Güter produzieren und gleich reich sein.

Das tun Afrikaner aber nicht (bei Attac Österreich behauptet Karin Küblböck, die Kolonialherren hätten „ganze afrikanische Industrien vernichtet!“). Das ist frei erfunden, nie in der Geschichte Afrikas hat es dort je einen einzigen Betrieb mit technischer Massenproduktion gegeben – weil es nie Maschinen gab.

Im Gegenteil: Nur ausnahmsweise würden Afrikaner für 5 Dollar eine Pfanne kaufen, um darin Schokolade zu schmelzen oder Kaffeebohnen zu rösten, und die Produkte dann in möglichst großer Menge Profit-orientiert zu verkaufen. Das weiß jeder Entwicklungshelfer.

In der Mehrheit sind Afrikaner wohl zu Gemeinwohl-orientiert; stellen Partnerschaft, Familie, Kultur und Dorfgemeinschaft über schnöden Mammon. Was sie ja nicht zu schlechteren Menschen macht – im Gegenteil. Nur eben zu ökonomisch wenig erfolgreichen.

Und klar: Kolonialismus und Sklaverei waren übergroße Verbrechen. Aber auch sie sind nicht der Grund für Afrikas ökonomische Passivität: Denn Äthiopien war nie Kolonie (müsste folglich das reichste Land Afrikas sein) [2], viele Länder (wie etwa Kamerun) waren es nur am Papier (die Sklaverei war dort schon 1820 abgeschafft [3], [4]; und um das Jahr 1900 herum lebten in Kamerun ganze 181 Deutsche. Die Mehrheit seiner Einwohner (die bei Ankunft der Deutschen auf dem Niveau der Steinzeit lebte) hatte wohl nie einen Deutschen zu Gesicht bekommen.

Nein, Europa ist an Afrikas Armut nicht schuld – im Gegenteil: 40% der Budgets afrikanischer Länder kommt aus Europas Geberländern.

Alle reich am Markt

Für die Globalisierungskritiker kommt jetzt aber die „Nullsummenspiel“-Keule ins Spiel: Weil „wir“ so viel produzierten, könnten „die“ in Afrika weniger erzeugen. Was dem Prinzip der Marktwirtschaft in Wahrheit aber widerspricht (doch deren Segnungen erkennen Schulbuch-Autoren wie Attac-Aktivisten ohnedies nur ausnahmsweise).

Beispiel Polen: Wenn im ehemaligen sozialistischen Armenhaus Polen heute immer mehr Polen Firmen gründen, Güter produzieren und damit reicher werden – dann werden sie auch für deutsche (oder österreichische) Produkte interessanter. Also: Geht es deinem Nachbarn besser – geht´s auch dir besser. Das Prinzip Europas.

Dass dieses Funktionsprinzip gerade aber in Europa (das so stark von Globalisierung und Export profitiert) totgeschwiegen wird, ist eine Schande. Darüber hinaus treibt es die Jugend in die Hände heutiger Rattenfänger – Stichwort „Attac“; oder ideologisch ähnlich gepolter Organisationen wie Fairtrade und ADA [5].

Lehrer zur Attac-Schulung

Dabei klappern diese „Experten“ nicht nur fleißig heimische Schulen ab. Wie beinhart Europas Bildung ideologisch ausgerichtet ist, zeigen die Fortbildungs-Seminare des österreichischen Unterrichtsministeriums, bei denen Lehrer von Attac (zum Thema „Globalisierung“) unterrichtet werden [6]. Stellen Sie sich vor, Lehrer würden (zum Thema „Zuwanderung“) von NPD-Leuten unterrichtet – ein Aufschrei ginge (zu Recht) durch unser Land!

Linke Verbrechen leugnen

Die Unruhen von Hamburg decken noch eine weitere Schwäche unseres Bildungssystems auf: Wir unterrichten (zu Recht) sehr ausführlich über die Verbrechen des Nationalsozialismus (und seine 45 Millionen Toten) – ignorieren aber die Verbrechen des Kommunismus (mit seinen 100 Millionen Toten und 2 Milliarden Verarmten).

So entsteht bei vielen Jugendlichen der Glaube, einer „einzigartig bösen“ Kultur zu entstammen, und dass man diese „Schande durch Geburt“ nur abarbeiten könne, indem man für die Ideen der „Kapitalismus-Zerstörer“ (etwa WU Wien-Lektor Christian Felber) auf die Barrikaden steigt.

Und ja: Natürlich kann „Hamburg“ auch in Wien passieren. Und auch hierzulande wird man dann erstaunt die Köpfe schütteln. Und – wie in Deutschland – werden die wahren Ursachen auch hier nicht diskutiert werden.

Denn auch Österreichs Journalisten durchliefen das anti-kapitalistische Schulsystem – für dessen Zerstörung so mancher später den Beruf des Publizisten wählte.




[1] Die Bezeichnung ist als „Alternative Wirtschaft“ verklausuliert

[2] In „Die Saat der Dürre“ von Andrea Bänzinger (1986) erzählt ein alter Äthiopier nördlich von Addis Abbeba, er hätte von Leuten gehört, die Italiener gesehen hätten (Italien hatte kleine Teile Äthioiens rund um die Hauptstadt ein paar Jahre lang besetzt gehalten)– „aber bis hierher sind sie nicht gekommen!“

[4] in Hessen war etwa die Leibeigenschaft noch bis 1813 in Kraft, In: Wilhelm Goldmann, „Die Gesetzgebung des Grossherzogthums Hessen in Beziehung auf Befreiung des Grundeigenthums und der Person von alten drückenden Beschränkungen und Lasten“,  Darmstadt 1831, S. 106.

[5] Austrian Development Agency, die österreichische Entwicklungshilfe

[6] GLOBALE WIRTSCHAFTLICHE ZUSAMMENHÄNGE“ Teil 1, Pädagogisches Institut Wien, ÖFSE mit „Attac Österreich“-Chefin Karin Küblböck, 26.03.15

 

 




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