Freitag, 23. April 2021
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Die Quotenfrau

Rund um den Weltfrauentag wurde das Thema wieder aus der untersten Schublade gezogen. Die Frauenquote. Das Ergebnis der Frauenquote ist leider immer die Quotenfrau. Damit sind nicht Vera Russwurm, Anne Will, Sandra Maischberger oder Oprah Winfrey gemeint. Im Unterschied zum Geschlechterproporz regeln sich diese Damen ihre Quote selbst. Doch auch für Susi Normalbürgerin gilt: Wo ein Wille, da auch ein Weg. Die Straße zum Erfolg beginnt mit Bildung und endet mit Einsatzbereitschaft.

Früher wurde erfolgreichen Frauen gerne nachgesagt, sie hätten sich durch die Betten die Karriereleiter nach oben geturnt, heute übertüncht der schale Geschmack der Quote die Qualifikation. Genau diese Opferrolle ist es, der Frauen seit eh und je entfliehen wollen und in die sie durch die Quote wiederum gedrängt werden.

Und liegt der geringe Anteil an Frauen, vor allem in den Chefetagen, wirklich daran, dass Männer sie dort nicht sehen wollen? Kaum. Es liegt daran, dass Frauen dort nicht hin wollen oder können. Da reden wir noch gar nicht von Spitzenpositionen. Für ganz normale arbeitswillige Frauen mit Kind ist die erste Hürde die Kinderbetreuung. Die ist immer noch Mangelware und unflexibel. Die Politik sollte nicht über Quoten und Strafen nachdenken, sondern über Schaffung von Begleitmaßnahmen im direkten Lebensumfeld und Belohnungen. Keine Verpflichtung für Privatunternehmen zur Einstellung von Frauen nach Quote, gerne Vergünstigungen wie etwa fiskalische Anreize im Lohnnebenkostenbereich. Die Frauenquote ist nicht der Triumph, sondern die Niederlage der Emanzipation: Karriere auf Verordnungsschein. Sind dann endlich alle Hürden beseitigt und haben Frauen gar die Mehrheit am Fließband, in Abteilungen, im Management, in Aufsichtsräten besetzt, werden wir uns über die Männerquote unterhalten. Vielleicht.

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