Donnerstag, 3. Dezember 2020
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Sommerzeit – Lesezeit: Das lesen die EU-Politiker

Zu warmen Strandtagen und gemütlichen Sommerabenden gehört ein gutes Buch. Im Europäischen Parlament ist es zur Tradition geworden, dass die Vorsitzenden der Parteien verraten, was sie im Sommer lesen.

[[image1]]Unter den Empfehlungen ist der Besteller „1913: Der Sommer des Jahrhunderts“, Bücher über den afrikanischen Kontinent und ein Buch, wie man zum Optimisten wird.

Der Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz liest im Sommer den Spiegel-Bestseller „1913: Sommer des Jahrhunderts“ von Florian Illies.

„Das Buch, was in Deutschland sehr erfolgreich ist, handelt davon, was in Europa 1913 passierte. Es ist verblüffend, zu sehen, wie Menschen schon damals über Landesgrenzen hinweg kooperierten und verschiedene Persönlichkeiten in Wissenschaft, Kultur, Politik, Kunst und Sport zusammenarbeiteten. Es war fast wie heute. Niemand konnte ahnen, was im nächsten Jahr passieren würde.“

„Das Buch erinnert uns außerdem daran, wie reich die europäische Kultur ist, wenn Kooperation, Offenheit und Toleranz im Vordergrund stehen. Es erinnert uns aber auch daran, wie zerbrechlich dieser Zustand ist und dass wir alles daran setzen sollten, um diese Kultur zu verteidigen und mit den Institutionen zu fördern, die in dieser Zeit noch nicht existierten.“

Der EVP-Vorsitzende Joseph Daul aus Frankreich verbringt die Sommerpause auf dem Baurnhof seiner Familie im Elsass.

„Ich möchte nah an meinem Land sein und den Tieren. Ich möchte mit den Menschen reden, um am Puls der Gesellschaft zu bleiben. Von 8 Uhr morgens bis zum Sonnenuntergang bin ich auf dem Bauernhof beschäftigt und habe wirklich keine Zeit, zu lesen. Aber wenn ich es schaffe, würde ich gerne „Der Schatten der Globalisierung“ von Joseph Stiglitz lesen.

Hannes Swoboda, Vorsitzender der Sozialdemokraten, kombiniert gerne lesen und reisen

„Ein Buch, das ich gerne lesen möchte, heißt „L’equation africaine“ von Mohammed Moulessoho. Er schreibt unter dem Pseudonym Yasemine Khadra und ist ein Autor, der dem Leser einen tiefen Einblick in die verschiedenen Kulturen gibt, indem er vor allem arabische und afrikanische Gesellschaften detailiert beschreibt. Ich mag es, das Lesen und Reisen über andere Länder zu verbinden, um Einblicke in das Leben dort zu erhalten. Yasemine Khadra’s Buch gibt mir diesen Einblick.“

Der belgische Vorsitzende der Liberaldemokraten Guy Verhofstadt sagt: „Ich möchte das Buch „Stoner“ von John Williams empfehlen. Es wurde in 1965 veröffentlicht und feiert jetzt den Erfolg, den es verdient hat. Die Geschichte und die Protagonisten scheinen nicht weiter bemerkenswert, aber insgesamt ist es einfach grandios.“

Martin Callanan, der Vorsitzenden der EKR-Fraktion aus Großbritannien, liest ein Buch, um Optimist zu werden.

„Ich werde das Buch „Wenn Ideen Sex haben. Wie Fortschritt entsteht und Wohlstand vermehrt wird“ von Matt Ridley lesen, dass sich damit auseinandersetzt, wie jede Generation bessere Lebensstandards genossen hat und wir trotzdem denken, dass die Zukunft katastrophal wird. Das Buch von Ridley schaut optimistisch auf das Leben. Das Motto: Um Herausforderungen zu meistern, sind menschlicher Fortschritt und Veränderung der Schlüssel.

Die Linkenvorsitzende im Europaparlament Gabriele Zimmer aus Deutschland empfiehlt ein Buch eines Wissenschaftlers aus der ehemaligen DDR.

„Ich habe einen ganzen Stapel von Büchern, die ich gerne diesen Sommer lesen würde. Darunter ist der Roman „Weiskerns Nachlass“ von Christoph Hein, der Vorlesungen am Kulturinistitut in Leipzig gibt. Er ist ein prototypisches Mitglied des akademischen Prekariat, dass keine Hoffnung für die Zukunft hat.“ (…)

„Ich mag den Autor, der einer der sozial-kritischsten Autoren der ehemaligen DDR war, und seinen eigenen Standards immer treu blieb. Mit dem Roman Weiskerns Nachlass spricht er aktuelle Probleme wie Betrug, das akademische Prekariat, Sparpolitik an Universitäten und Steuergerechtigkeit an und hält der Gesellschaft einen Spiegel vor.“

Der Ko-Vorsitzende der Fraktion „Europa der Freiheit und der Demokratie“ Francesco Enrico Speroni aus Italien hat eine einfache Empfehlung: „Alle Bücher von Piero Chiara. Wenn ich eins auswählen müsste, würde ich “Il Pretore di Cuvio” wählen. Warum? Es ist ein einfaches und unterhaltsames Buch, passend für den Sommer.“

 

Bild: Lupo / pixelio.de/ © www.pixelio.de

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