Sonntag, 17. November 2019
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Rumänien: Die Donau verbindet

Tourismus, Wachstum, Nachhaltigkeit: Die Donaustrategie ist die ultimative Chance für Rumänien, die Rolle in der EU spürbar zu stärken. Zukunftsweisende Programme bilden die Grundlage für stabile Verhältnisse. Makroregionale Schwerpunkte schaffen Perspektiven, doch ohne öffentliche Mittel geht es nicht.

[[image1]]Wien. Ovidiu Dranga, rumänischer Staatssekretär und Erhard Busek, Vorsitzender des IDM, beleuchten die Perspektive Rumäniens. Die Wirtschaftskrise verlangt ihren Tribut, rigorose Sparmassnahmen sind die logische Folge. Probleme und Herausforderungen lassen die Donauregion zusammen wachsen. Die Strategie 2014-2020 bietet enorme Chancen. Diese müssen genutzt werden. Die regionale Infrastruktur ist von Schwachstellen geprägt, der Bedarf ist enorm. Ohne öffentliche Mittel und langfristige Investitionen wird es kaum abgehen. Der Stabilitätspakt ermöglicht greifbare Zukunftsperspektiven und schafft eine Grundvoraussetzung für Investoren. Kapazitäten und Potenzial sind ausreichend vorhanden. Die Hoffnung in die Zukunft ist berechtigt.

Jeder Euro zählt

Die Donaustrategie steht für Nachhaltigkeit. Makroregionale Schwerpunkte sind prädestiniert, örtliche Begebenheiten bestmöglich zu nutzen und zugleich die Erwartungen der Investoren zu erfüllen. Öffentliche Mittel sind dennoch unumgänglich, um die schwache Infrastruktur den gegenwärtigen  Bedürfnissen  anzupassen und dadurch die erforderliche Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen. Vorausschauende Planung kann helfen, mögliche Krisen bereits im Vorfeld zu umschiffen. Rumänien setzt in Sachen Aufbauarbeit gezielt auf die langjährigen Erfahrungen der EU. Best Practise spart Geld und sichert Effizienz. Multilayer Governance ist einmal mehr solider Garant für Wachstum und Erfolg. Dabei ist vorgesehen, möglichst viele Stakeholder in den laufenden Entwicklungsprozess zu integrieren und konsequent gemeinsame Sache zu machen.

Baltische Kooperation: Synergien nutzen

Die Donauregion bietet enorme Chancen. Zwischen Zentraleuropa und Zentralasien ist schier unerschöpfliches Potenzial erkennbar. Nur ein geeignetes Framework ist geeignet, dieses zu fokussieren, die Region braucht ein tragfähiges Framework für zukünftige Kooperationen und Zusammenarbeit. Support ist an Verantwortung gebunden, ein integrativer Ansatz unabdingbare Voraussetzung für weitere Synergien. Dabei kommen auch sensible Themen wie Korruption und der Kampf gegen das organisierte Verbrechen zur Sprache. Die Basis ist tragfähig, es geht um Aufbauarbeit und ambitionierte Ziele. Die EU ist ein versierter Lehrmeister und es sollte kein Problem darstellen, die Strategie der EU in das rumänische Tagesgeschehen zu implementieren. Das rumänische Selbstbewusstsein lässt einen starken Willen erkennen, Erfolgsgeschichte zu schreiben.

Brücken haben Symbolcharakter

Die Donau verbindet Länder. Die Problematik ist darin zu finden, dass diese stellenweise nicht geeignet ist, der Aufgabe als tragfähige Wasserstrasse gerecht zu werden. Unzählige  Schiffswracks aus vergangenen Tagen bilden gefährliche Hindernisse, hier Ordnung zu schaffen kostet Geld. Zudem braucht es weitere Brücken im Interesse einer effizienten Anbindung an Zentraleuropa. Die Isolierung der Vergangenheit bringt einen erschreckenden Aufholbedarf zutage, eine neue Dimension der Mobilität ist gefragt. Die direkte strukturelle Anbindung ist Grundvoraussetzung für weitere Kooperationen und Handelsbeziehungen auf regionaler Ebene.

Bildung macht sich bezahlt

Rumänien profitiert in jeder Hinsicht von europäischem KnowHow. Die Investitionen in den Bildungsbereich machen sich bereits bezahlt. Auch wenn unzählige weitere Lektionen anstehen, sind sichtbare Fortschritte erkennbar. Speziell Leadership und Management sind mit erheblichen Lernaufgaben verbunden, vom komplexen Finanzmarkt ganz zu schweigen. Best Practise Methoden bieten gute Voraussetzungen, sinnlose Fehler zu vermeiden und zugleich messbare Werte zu schaffen. Anders wird es zudem auch kaum möglich sein, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern: Erneuerbare Energie und Ressourceneffizienz wollen ebenso erfolgreich umgesetzt werden wie neue Aufgaben im Bereich Transport und Tourismus, es geht um neue Jobs und damit neue Perspektiven für eine ganze Generation.

Russland oder EU: Ein Balanceakt

Die nachbarschaftlichen Beziehungen werden verständlicherweise als komplex eingestuft. Anbindung ja, aber mit Vorbehalt. Geschichte und Tradition spielen in dieser Frage eine tragende Rolle. Es geht in dieser Frage um eine strategische sowie politische Herausforderung, die viele Vorbehalte ebenso wie viele Chancen mit sich bringt. Vielfach liegt die Antwort in Brüssel, zumindest was Moldavien betrifft. Überhaupt, Zentralasien wird als gänzlich eigenes Kapitel geführt. Erneut rückt die Rolle der EU in den Vordergrund. Es gibt sichtlich wenig Ambition, den aus Brüssel vorgegebenen Weg zu verlassen.

Die bisherige Entwicklung wird durchwegs als positiv bezeichnet, auch wenn manche Entwicklungen mehr Zeit als geplant in Anspruch nehmen. Das neue rumänische Selbstbewusstsein ist deutlich erkennbar, der europäische Weg höchst willkommen.       

Über WINKLER, Thomas

WINKLER, Thomas
Thomas Winkler studierte in New York Fotografie. Die Tätigkeit als Fotograf führte ihn beinahe in die ganze Welt. Winkler arbeitet als Journalist für österreichische Zeitungen und Magazine.

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