Montag, 20. Januar 2020
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Österreichisches Roulette: die Untiefen des CASAG-SAZKA-Spieles

Bilder © Casinos Austria AG, Sazka Group a.s., Novomatic AG

Für Kenner der Glücksspielindustrie war dieser strategische Schritt der NOVOMATIC-Gruppe absehbar:

Einer der international erfolgreichsten, in Privateigentum befindlichen Konzerne Österreichs lässt sich nicht ohne Konsequenzen und auf Grund anonymer, nicht bewiesener Vorwürfe von wirtschaftlichen Gegnern, aber auch nicht von einer kleinen Partei oder von einigen Journalisten „durchs Dorf treiben“, um in der Umgangssprache die in den letzten Monaten stattgefundene Kampagne symbolisch darzustellen.

Wer mehr über die wahren Hintergründe des unrühmlichen CASAG-Dramas, aber auch über deren Hauptakteur, die SAZKA-Gruppe und ihre tschechischen Eigentümer, lesen möchte, findet hier die entsprechenden Informationen. Bitte beachten Sie nicht nur die Links, sondern in den jeweiligen Berichten auch die dazugehörigen Dokumentationen.

Links:

Wenn Sie sich wirklich die Mühe machen, die spannenden Hintergründe dieses unwürdigen Schauspieles, welches WENIGE Akteure seit mehreren Jahren inszenieren, zu lesen, verstehen Sie, weshalb Prof. Johann Graf, der Mehrheitseigentümer und Gründer der NOVOMATIC-Gruppe, und sein Vorstandsvorsitzender, Mag. Harald Neumann, mit seinen Vorstandskollegen diese strategisch kluge Entscheidung, welche noch gravierende Folgen für die Republik, auch für die CASAG-Gruppe und deren Mitarbeiter, zeigen wird, getroffen haben.

Prof. Johann Graf / Mag. Harald Neumann / Bilder © Novomatic AG

Das Flaggschiff CASAG mit seinen verbleibenden Aktionären, läuft mit Volldampf auf politische gesetzliche und wirtschaftliche Untiefen zu:

Entgegen der Pläne der SAZKA-Gruppe, die Umsätze der CASAG/Lotterien-Gruppe durch „Innovationen“ zu steigern, VERPFLICHTET das Glücksspielgesetz, das Glücksspielmonopol und der EuGH zu streng zurückhaltendem Auftritt des Glücksspielriesen im Sinne eines absolut notwendigen und gesetzlich verankerten Spielerschutzes.

Es reicht bereits, dass in jeder Trafik in Augenhöhe, auch Kindern, „Millionen-Gewinne“ leicht verdientes Geld und Glück suggeriert werden.

Ordnungspolitisch notwendige Gesetze, auch entsprechende Urteile des EuGHs, sagen klipp und klar: SPIELERSCHUTZ ist VOR fiskalischen Maßnahmen und auch VOR Betriebserfolgen zu reihen.
NUR der eingehaltene Spielerschutz rechtfertigt das Glücksspiel-MONOPOL!

Bei der letzten großen Glücksspielnovellierung wurde die CASAG vom Staat „fürstlich beschenkt“, durch steuerliche, für die CASAG sehr nützliche Maßnahmen. Die Republik, das BMF, könnte diese fiskalischen Vorteile wieder „überdenken“.

Leider wurden diese vom Fiskus „gewonnenen“ Erträge in Ausgaben und Verträge, wie beispielsweise mit dem ehemaligen Vorständen Dr. Stoss (riesige Abfertigung!) und Mag. Hoscher sowie zahlreichen weitere, ähnliche Fälle „investiert“.

Die CASAG/Lotterien-Gruppe hat seit mehr als zehn Jahren zugelassen, dass die ILLEGALEN Online-Glücksspielangebote fast EINE MILLION Österreicher „bedienen“, die Monopolstellung von „win2day“ aber NICHT juristisch und an der Basis, durch Strafanzeigen etc., verteidigt wird, sodass diese lediglich ca. 650.000 Spieler registriert haben.

Der für Spielerschutz zuständige Mag. Hoscher reiste auf Spielerschutz Tagungen in die ganze Welt, real, am Markt, wurde NICHTS gegen illegales Glücksspiel unternommen. Das sind schwere Unterlassungen des Vorstandes und des Aufsichtsrates und widersprechen der Pflichten zum Schutz des Unternehmens, deren Pflichten zum Schutz der Spieler und Erfüllung der Glücksspielmonopol-Bedingungen.

Das ist ein weites Feld dringender Erledigungen der neuen CASAG-Eigentümer.

Der WERT der CASAG spiegelt sich in den Glücksspielkonzessionen wider: diese laufen allerdings etwa 2027 aus und werden, wegen der langen Vorlaufzeit, wahrscheinlich bereits im Jahre 2023 oder 2024 neu ausgeschrieben.

Wenn es ganz schlimm für die CASAG kommt, könnten bei der nächsten Ausschreibung mehrere Konzessionen an andere Betreiber vergeben werden, theoretisch sogar alle.

Das Konzessionsproblem gilt übrigens auch für die Österreichischen Lotterien.

Der Konzern verfügt über eine „verliehene“ Bestandszeit, welche auf diesen Konzessionen basiert – während üblicherweise Industriebetriebe wirklich langfristig planen können, ist die Glücksspielindustrie immer von der politischen Situation und von den internationalen Ausschreibungen der Konzessionen abhängig. Wohlfeiles, gesetzestreues Verhalten ist also oberstes Gebot in dieser aufregenden Branche.

Die CASAG-Gruppe hat kein Einnahmen-, sondern ein Ausgaben-Problem. Nicht mehr Glücksspiel für die Österreicher, sondern sparsames Wirtschaften im Glücksspielkonzern ist angesagt.

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