Freitag, 13. Dezember 2019
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Neues EU-Ausbildungszentrum zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Kernmaterialien

Die Europäische Kommission hat ein neues Europäisches Ausbildungszentrum für Gefahrenabwehr im Nuklearbereich (EUSECTRA) in Karlsruhe in Betrieb genommen. In dem Ausbildungszentrum werden Beamte, Ausbilder und Experten darin geschult, den illegalen Handel mit Kernmaterial und anderen radioaktiven Stoffen aufzudecken und darauf entsprechend zu reagieren.

[[image1]]EUSECTRA bietet praxisnahe Schulungen und verwendet dafür eine breite Palette von radioaktiven und nuklearen Materialien sowie eine Vielzahl von Geräten und Messinstrumenten. In einer der Schulungshallen werden die Bedingungen an Flughäfen simuliert; sie ist daher mit einem Durchgangsmonitor und einem Gepäckband mit Röntgensichtung ausgerüstet. Ein anderer Teil der Ausbildung findet im Freien statt: Dabei werden unterschiedliche Szenarien zugrunde gelegt und 4 verschiedene Arten von Durchgangsmonitoren zur Strahlungsmessung eingesetzt. Insgesamt werden bei den Schulungen mehr als 30 Messgeräte und Detektoren verwendet. Mit dem Zentrum werden die Schulungsmaßnahmen erweitert, die die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission (JRC) an ihren Standorten Ispra und Karlsruhe anbietet.

Dazu Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft: „Die Gefahrenabwehr im Nuklearbereich ist eine der größten globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Ausbildung und internationale Zusammenarbeit im Bereich des Aufspürens von Nuklearmaterial sind von zentraler Bedeutung für unsere Reaktion auf die Bedrohung durch den illegalen Handel mit Kernmaterialien und anderen radioaktiven Stoffen. Das neue Schulungszentrum wird auf höchstem wissenschaftlichen und technischen Niveau einen wichtigen Beitrag in diesem Bereich leisten.“

Ausbildungszentrum wird Bereitschaftsdienste und Rettungskräfte schulen

„Dieses Ausbildungszentrum wird Bereitschaftsdienste und Rettungskräfte besser für die Verhütung und Bewältigung nuklearer Störfälle rüsten. Diese sind zwar selten, doch sie können verheerende Folgen haben. EUSECTRA wird nicht nur dabei helfen, die europäischen Bürgerinnen und Bürger zu schützen, sondern wird auch eine Referenzstelle für andere Einrichtungen in diesem Bereich sein“, erklärte die EU-Kommissarin für Inneres Cecilia Malmström.

Das Ausbildungszentrum, das am Institut für Transurane (ITU) der JRC angesiedelt ist, wurde im Rahmen des CBRN-Aktionsplans zur Abwehr chemischer, biologischer, radiologischer und nuklearer Bedrohungen errichtet, der 2009 vom Europäischen Rat verabschiedet wurde. Die Schulungsprogramme wurden in Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und dem Energieministerium der Vereinigten Staaten von Amerika entwickelt. An der Einweihung nahmen auch Vertreter dieser Organisationen teil.

Neben seinem Schwerpunktthema des Materialhandels wird EUSECTRA die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und den Aufbau von Expertennetzen unterstützen und ein zentrales Wissensmanagement-Tool bereitstellen. Außerdem werden Weiterbildungslehrgänge zum Aufspüren und zur Identifizierung von Materialien, zum Verhalten an Tatorten von Verbrechen mit radiologischen Materialien und zur Entwicklung nationaler Notfallpläne angeboten.

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