Donnerstag, 9. Juli 2020
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Kommission veröffentlicht Ergebnisse der EU-Testkampagne auf Pferde-DNA

Die Ergebnisse der nach dem Pferdefleischskandal im vergangenen Monat durchgeführten, von der Europäischen Kommission koordinierten und kofinanzierten EU-weiten Tests auf Pferde-DNA und Phenylbutazon zeigen, dass weniger als 5 % der getesteten Produkte Pferde-DNA enthielten und rund 0,5 % der geprüften Schlachtkörper von Equiden mit Bute kontaminiert waren.

[[image1]]„Die heute veröffentlichten Ergebnisse bestätigen, dass es hier um Lebensmittelbetrug geht, die Lebensmittelsicherheit aber nicht betroffen ist. Entscheidend für die europäische Wirtschaft ist jetzt, dass wir nach diesem Betrugsskandal das Vertrauen der Verbraucher und Handelspartner in Europa in unsere Lebensmittelkette wiederherstellen; schließlich ist die Lebensmittelindustrie der größte Wirtschaftssektor in der EU“, erklärte der für Gesundheit und Verbraucherpolitik zuständige EU-Kommissar Tonio Borg. Der Kommissar sagte weiter: „In den kommenden Monaten wird die Kommission, ausgehend von den Lehren aus diesem Skandal, eine Verschärfung der Kontrollen entlang der gesamten Lebensmittelkette vorschlagen.“

Ergebnisse

Mit der koordinierten Testkampagne wurden zwei Ziele verfolgt: erstens Kontrollen, vor allem auf Einzelhandelsebene, bei denen für den Endverbraucher bestimmte Lebensmittel, die als Rindfleischerzeugnisse in Verkehr gebracht wurden, auf das Vorhandensein nicht deklarierten Pferdefleischs untersucht wurden, und zweitens Tests auf das mögliche Vorhandensein von Bute in Pferdefleisch. Die Europäische Kommission kofinanzierte diese Tests zu 75 %.

Die Anzahl der Tests zur Feststellung des Umfangs der Falschkennzeichnung lag zwischen 10 und 150 Proben – je nach Größe des Mitgliedstaats und Konsumgewohnheiten. Für die Bute-Beprobung wurde eine Probe je 50 Tonnen Pferdefleisch festgesetzt, mindestens jedoch insgesamt fünf Tests. Einige Mitgliedstaaten gingen über die von der Kommission empfohlene Anzahl von Tests hinaus.

Die zuständigen Behörden in den 27 EU-Mitgliedstaaten führten insgesamt 7 259 Tests durch, davon 4 144 auf Pferde-DNA und 3 115 auf Phenylbutazon. Von dieser Gesamtzahl waren 193 Tests (4,66 %) positiv, zeigten also Spuren von Pferde-DNA, bei 16 (0,51 %) wurden Spuren von Bute festgestellt. Darüber hinaus meldeten die Mitgliedstaaten, dass Lebensmittelunternehmer (Erzeuger, Verarbeiter und Händler) weitere 7 951 Tests auf Pferde-DNA durchgeführt haben. In 110 Fällen (1,38 %) wurde dabei Pferde-DNA gefunden. Die wenigen positiven Pferde-DNA-Proben und der äußerst niedrige Anteil an Bute-Funden zeigen, dass nur ein geringer Teil der Gesamtproduktion in der EU betroffen ist. Diese Ergebnisse entsprechen der gemeinsamen Erklärung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) vom 15. April 2013 mit dem Fazit, dass die Risiken im Zusammenhang mit Bute aufgrund der geringen Expositionswahrscheinlichkeit und der insgesamt geringen Wahrscheinlichkeit einer toxischen Wirkung kein Problem für die Verbraucher darstellen und dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Verbraucher sowohl für aplastische Anämie anfällig ist als auch mit Phenylbutazon in Kontakt kommt, zwischen zwei zu einer Billion und eins zu einhundert Millionen liegen dürfte.

Die Ergebnisse wurden über das Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) ausgetauscht, ein Online-Portal, das eine wichtige Rolle bei der Gewährleistung eines hohen Grades an Lebensmittelsicherheit für EU-Bürgerinnen und -Bürger darstellt, da es den für Lebensmittelsicherheit zuständigen Behörden in Europa die Möglichkeit bietet, einander rasch über ernsthafte Gefahren im Zusammenhang mit Lebens- und Futtermitteln zu unterrichten.

Nächste Schritte

Im Anschluss an die heutige Präsentation der Ergebnisse für die Experten der Mitgliedstaaten werden die Europäische Kommission und diese Experten am 19. April erneut zusammenkommen, um unter anderem zu erörtern, ob der am 19. Februar 2013 beschlossene und von der EU koordinierte Kontrollplan, mit dem betrügerische Praktiken aufgedeckt werden sollen und das Verbrauchervertrauen nach der jüngsten Falschkennzeichnung von Rindfleischerzeugnissen, die Pferdefleisch enthalten, wiedergewonnen werden soll, verlängert werden sollte.

Ein in Vorbereitung befindlicher Vorschlag der Kommission zur Überarbeitung des EU-Rechtsrahmens für die Lebensmittelkette (das „Paket zur Tier- und Pflanzengesundheit“) umfasst auch Vorschläge zur Verstärkung der amtlichen Kontrollen sowie zur Schaffung einer Rechtsgrundlage für – unter Berücksichtigung des Profits aus solchen Praktiken – abschreckende finanzielle Sanktionen für Betrüger.

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