Sonntag, 20. Oktober 2019
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Kapitalismus und Welthandel bezwangen Armut

Obwohl Europas Eliten uns kunstvoll vom Gegenteil überzeugen wollen, lässt der UNO-Millenniumsbericht keinen Zweifel: Wo Marktwirtschaft auf Unternehmertum trifft, ist Wohlstand programmiert. Ohne Zutun von NGOs und UNO.

Was müssen sich Marktwirtschaft und Freihandel in Schulen, Kirchen und Medien nicht alles vorwerfen lassen. Dass sie die halbe Welt ausbeuteten, damit eine kleine Minderheit im Westen formidabel leben könne? Dass Afrika und Indien verarmen mussten, damit es uns besser ginge?

Armut in der Gemeinwohl-Wirtschaft

Alles Unsinn. Indien ist verarmt, weil sein Staatsmarxismus die Großindustrie vergesellschaftete. Man einseitig auf Kleinstbetriebe und Genossenschaften setzte, Patentschutz und Privatvermögen diskriminierte. Und den Handel mit dem Ausland (durch hohe Zölle) unterband.

Das verhinderte die Industrialisierung des Subkontinents und zwang die explodierende Bevölkerung, in den Dörfern von immer kleineren Flecken Ackerland zu leben.

Als das System 1991 zu kollabieren drohte, erlaubte man über Nacht privates Unternehmertum, strich Zölle und Steuern.

Und „schwupp-di-wupp!“ – schon hatte man den Wirtschaftsboom! Seit 1991 stiegen die Realeinkommen durchschnittlich um 7% pro Jahr, 200 Millionen Inder schafften es schon in die Mittelschicht.

Die Fakten des UNO-Milleniumsberichtes 2014

  • Extreme Armut halbiert
    1990 lebte noch die Hälfte der Weltbevölkerung von weniger als 1,25 Dollar am Tag. Bis 2010 war dieser Anteil auf 22% abgesunken – oder um 700 Millionen Menschen.
    Die Zahl unterernährter Kinder hat sich in nur 20 Jahren von 24% auf 12% halbiert. Ebenso die Müttersterblichkeit.

  • 89% der Menschen haben heute Zugang zu sauberem Trinkwasser (2012)
    1990 waren es erst 76% gewesen. Was eine Verbesserung für unglaubliche 2,3 Milliarden Menschen bedeutet.

  • Entwicklungsländer finanziell solider
    Die Entwicklungshilfe ist auf rekordhafte 135 Milliarden Dollar angestiegen. Und – entgegen anderslautender Infos von „Kirche, Attac und Co.“ – ist das Handelssystem für Entwicklungsländer laut UNO „nach wie vor günstig, ihre Schuldenlast niedrig.“ Denn 80 Prozent aller Drittwelt- Exporte gelangten zollfrei in den Westen, nie zuvor waren die Zölle für sie niedriger.
    Die Schuldenlast der Entwicklungsländer blieb bei etwa 3 Prozent der Exporterlöse stabil.

  • Slums stagnieren
    Im Gegensatz zur guten Entwicklung anderer Parameter, stagniert der Anteil jener Menschen, die in Slums leben, auf hohem Niveau (bei etwa 32%). Das ist weniger schlimm, als es zunächst aussieht.
    Durch die staatlich verhinderte Industrialisierung war etwa in Indien eine Milliarde Menschen gezwungen, unter unmenschlichen Bedingungen auf dem Land zu hausen. Mit den neuen Jobs in den Städten brechen nun Millionen Menschen auf.

Kein Verdienst der UNO

Gerne schmücken sich die Vereinten Nationen mit dem Erreichen „ihrer“ Millenniumsziele. Doch zu Unrecht. Ihre Aufgabe bestand (neben berechtigten Katastropheneinsätzen) lediglich im Zusammentragen von Daten und deren Vermarktung als Millenniumsziele.

Tausende NGOs und Entwicklungshilfe-Organisationen hatten sich mit ihren Hundert Tausendschaften an Sozialarbeitern auf Schwarzafrika konzentriert.  Just dort, wo der Rückgang der Armut am geringsten ausfiel.

Am wenigsten wurden die westlichen Helfer-Brigaden in China gesehen. Dort verringerte sich die extreme Armut (< 1,25 Dollar/Tag) in nur 20 Jahren aber am stärksten, nämlich von 60% auf 12%. Im intensiv bekümmerten „Sub-Sahara Africa“ fiel der Rückgang „von 56% auf 48%“ hingegen am bescheidensten aus.

Egoisten retten die Welt

Die einzigen Länder, in denen sich die Situation bei Wohlstand und Armut nicht verbesserten, sind die Gemeinwohl-orientierten und Ehrgeiz-losen Gesellschaften Afrikas und des Orients. Erst wenn Individualismus und Liberalismus den dortigen Kollektivismus beerbt haben, wird es zu Wachstum und Fortschritt kommen.

Es klingt traurig – und der Mainstream suggeriert uns das Gegenteil: Aber es gibt keine einzige Fabrik, in der Afrikaner heute eigene Produkte selber industriell produzieren. Das hat auch nichts mit Kolonialisierung und Sklaverei zu tun. Denn es gab diese Fabriken auch schon vor 1000 oder 2000 Jahren nicht.

Es hat aber sehr wahrscheinlich etwas mit einer Mentalität zu tun, technischen Erfindergeist und Unternehmertum nicht als wichtig einzustufen. China hat gezeigt, was das Zulassen von Materialismus und Ehrgeiz bewirken können: Wohlstand und Fortschritt.

Was der UNO-Report aber noch viel mehr beweist: Wenn uns NGOs mit ihrer „Die-Armut-steigt-wegen-uns-gierigen-Europäern“ wieder einmal in den Ohren liegen, dann lügen sie.

Ihr einziges Motiv ist das Andocken an die Geldbörsen gutgläubiger Europäer und die Beschäftigung ihrer (sonst) arbeitslosen Sozialarbeiter.

 

Über HÖRL, MMag. Michael

HÖRL, MMag. Michael
EU-Infothek-Kolumne „nEUrotisch MMag. Michael Hörl, Betriebswirt, Wirtschaftspädagoge und Wirtschaftspublizist in Salzburg. Hörl hat Europas erstes "Globalisierungskritik-kritisches" Buch geschrieben: "Die Finanzkrise und die Gier der kleinen Leute". Zuletzt erschienen: „Die Armutsindustrie. Wie mit falschen Zahlen Politik gemacht wird“, Wien: Verlag Frank & Frei der Team Stronach Akademie 2017. www.michaelhoerl.at

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