Donnerstag, 27. Juni 2019
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ICT Go Girls! – Traditionelle Rollenbilder prägen unsere Berufswahl

Auch im 21. Jahrhundert setzt sich der Trend, dass der Großteil junger Mädchen im Rahmen ihrer Berufswahl zu klassischen Frauenberufen und Studienfächern greifen, fort. Um Erwartungen der Eltern  und der Gesellschaft gerecht zu werden, stellen Mädchen ihre Interessen und Fähigkeiten immer noch zurück.

[[image1]]Das europäische Projekt „ICT-Go-Girls!“ macht mittels eines IKT-gestützten Unterrichts auf dieses Realitätsbild aufmerksam und fördert die Entwicklung technischer und unternehmerischer Kompetenzen bei jungen Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren.

Gendersensibler Unterricht für Europas Sekundarstufe

Immer mehr Studien deuten darauf hin, dass Mädchen nicht voll ihre Berufsmöglichkeiten ausschöpfen und häufig Berufen mit geringem Einkommen und wenigen Aufstiegschancen nachgehen. Der Weg zu enormen Einkommensunterschieden und begrenzten Karrierechancen wird jedoch schon früh geebnet: Mitten in der Entwicklung ihrer weiblichen Identität müssen Mädchen über ihre weitere Schulaufbahn und mögliche Berufswahl entscheiden. Deshalb setzt das Projekt ICT-Go-Girls! auf die Bewusstseinsbildung bei 10 bis 14jährigen Mädchen, noch bevor die Entscheidung für oder gegen HAK, HTL, Gymnasium etc. ansteht.

Im Mittelpunk von ICT Go Girls! stehen SchülerInnen und LehrerInnen gleichermaßen: Um Mädchen langfristig für technische Berufe begeistern zu können und eine Laufbahn als zukünftige Managerin zu wagen, werden für und mit LehrerInnen gendersensible Methoden und für SchülerInnen innovative Lehrmaterialien entwickelt, die die Förderung von unternehmerischen und technischen Kompetenzen berücksichtigen. Der Inhalt dieser Lehrmaterialien wird von  die Berater®, einer der größten österreichischen Aus- und Weiterbildungsanbieter, gemeinsam mit Parntern aus ganz Europa entwickelt.

Historische Rollenbilder im 21. Jahrhundert

Männlicher Sekretär, weibliche Führungskraft – wie real ist dieses Bild? Laut „Girls‘ Day“ vom Jahr 2011 wählen rund 48% aller Mädchen einen der drei Lehrberufe Einzelhandel, Bürokauffrau oder Friseurin. Dies hat große Auswirkung auf ihren Karriereverlauf, Entlohnung und das gesamte Arbeitsleben. Projekte und Initiativen, um Mädchen zur Wahl technischer oder naturwissenschaftlicher Berufe zu motivieren gibt es viele. Dennoch streben viele Mädchen nach wie vor klassische Frauchenberufe und Studienfächer an. Zudem wird technische Kompetenz von vielen Menschen immer noch als typisch „männlich“ gesehen. Erklären lässt sich diese Betrachtungsweise durch historische Rollenbilder, die auch unsere heutige Gesellschaft prägen. Denn traditionelle Vorstellungen davon, wie Männer und Frauen zu sein haben, existieren in den Köpfen der Menschen nach wie vor und nehmen großen Einfluss auf Berufswahl und Karriere.

Mit unternehmerischer Kompetenz zur Managerin

Die Entwicklung von unternehmerischen Kompetenzen ist ein wichtiges Thema, das auch an europäischen Schulen immer mehr an Bedeutung gewinnt, insbesondere wenn diese parallel mit anderen Kompetenzen wie digitale Kompetenz, mathematische Kompetenz und Kommunikation in Fremdsprachen vermittelt wird. Mit ICT-Go-Girls!  werden Mädchen motiviert, sich an IT-bezogenen, technischen und unternehmerischen Prozessen im Unterricht zu beteiligen. Das europäische Projekt will dadurch dem Trend entgegenwirken und interessierten Mädchen Mut machen, den Schritt in die männerdominierte Arbeitswelt als zukünftige Managerinnen im technischen Umfeld zu wagen und neue unkonventionelle Ausbildungswege zu wählen.

Mehr Informationen zu die Berater®: www.dieberater.com

Mehr Informationen zum Projekt: www.ictgogirls.eu

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