Montag, 26. Oktober 2020
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Ibiza U-Ausschuss: Die von Peter Barthold verratenen Freunde aus Medien und Politik

Das Ibiza-Video / Bildmontage: EU-Infothek / Quelle: Spiegel, SZ / Süddeutsche Zeitung

EU-INFOTHEK berichtete über den U-Ausschuss und dessen „Auskunftsperson“ KR Peter Barthold.

Nun liegt auch EU-INFOTHEK ein gerichtsfestes Gedächtnisprotokoll nebst ausführlicher Dokumentation und verlässlicher Zeugenaussagen vor.

Ein externer Mitarbeiter der Omnia-Detektei wurde von einem ihm bekannten ehemaligen Banker mit besten Beziehungen zu einem wichtigen Kabinettschef mehrmals gebeten, mit dem ihm damals unbekannten KR Peter Barthold zumindest ein Telefonat, besser ein persönliches Gespräch zu führen. Erst nach längerem Zögern kam dieser freie Mitarbeiter dem Wunsch seines Freundes nach und traf sich am 21.9.2020 mit Peter Barthold.

Der Tenor des herangetragenen Wunsches, Peter Barthold zu treffen, lag in der Aussage, dass – angeblich – hohe Funktionäre der ÖVP den Wunsch geäußert hätten, eine Lösung des Konfliktes zwischen Novomatic und Peter Barthold zu erzielen.

Unser externer Mitarbeiter machte seinen Freund (KK) mehrmals darauf aufmerksam, dass er vom Hörensagen weiß, dass Barthold keine seriöse Auskunftsperson sei und dass die von Barthold immer wieder erhobenen Vorwürfe schlicht und einfach nicht richtig sind. Er wies auch darauf hin, dass seinen Wissens nach das Gerichtsverfahren, welches Peter Barthold initiiert hatte, sowohl vor dem Landesgericht Wiener Neustadt als auch bei der STA in Wien, und diese Verfahren einerseits von KR Barthold rechtskräftig verloren andererseits von der STA Wien rechtskräftig eingestellt wurden.

Am 11.8.2020 wurde zum ersten Mal der Wunsch zu einem Telefonat oder Treffen mit KR Barthold geäußert, am 20.9.2020 wurden vom externen Mitarbeiter ein Gespräch mit Barthold zugesagt, welches auch tatsächlich am 21.9.2020 stattgefunden hat.

Gleich zu Beginn des Gespräches erzählte Peter Barthold – von sich aus – über sein früheres Luxusleben: Eine Luxus-Karosse in der Garage, eine Luxusvilla, Luxuskreuzfahrten, Luxusurlaube. Immerhin war Peter Barthold mehr als zehn Jahre lang einer der größeren Unternehmer in der Glücksspielbranche und hat zeitweise bis zu 70 Geldspielautomaten in seinen Lokalen betrieben.

Dann wechselte KR Peter Barthold das Thema und gab zu seinem hauptsächlichen Anliegen wörtlich an: „Ich möchte wieder Teil der Novomatic-Familie werden, ich war immer pro Novomatic. Ich könnte Novomatic so helfen. Die Novo war ja immer fair zu mir. Ich habe super verdient. Ich habe nicht geglaubt, dass das Ende 2014 aus ist.“ (Anmerkung der Redaktion: per 31.12.2014 wurde in Wien das sogenannte kleine Glücksspiel verboten).

Der freie Mitarbeiter betonte mehrmals, dass er kein Vertreter der Novomatic sei, dazu auch keinen Auftrag habe und er nur auf dringendes Ersuchen seines Freundes dieses Gespräch mit Barthold führe.

Peter Barthold kam dann sofort auf seinen Privatkonkurs zu sprechen. Barthold bedauerte, dass er aufgrund dieses Privatkonkurses bei Rapid Wien „nicht einsteigen“ könne und er gerne von diesem Privatkonkurs befreit sein möchte.

In einem Nachsatz wies Barthold deutlich darauf hin, dass er seine Situation als komfortabel betrachtet, da ihm niemand mehr etwas wegnehmen könne und er deshalb jeder Klage gelassen entgegensieht.

Peter Barthold weiter im O-Ton:

„Ich verstehe nicht, dass man sich nicht mit mir einigen will. Ich hatte in den Letzten Wochen zahlreiche Treffen und Telefonate mit Politikern der SPÖ (an Krainer), der GRÜNEN (Bernd Moidl, David Stögmüller. Nina Tomaselli) und den NEOS.“

„Die hätten sich alle nicht mit mir treffen dürfen.“

„Schau, da gibts zahlreiche Dokumente, die das belegen. Das wäre Gold in den Händen der Novomatic. Damit haben sie die SPÖ, die GRÜNEN und die NEOS in der Hand.“

Peter Barthold legte Fotos von Flip-Charts vor, welche laut seinen Angaben während eines Brainstormings im Rathausklub der GRÜNEN erstellt wurden. Mag. Bernd Moidl (Anmerkung der Redaktion: Stv. Klubchef der Wiener Grünen) hätte ihm diese Bilder am 30.7.2020 nach dem Termin geschickt.

Weiters Peter Barthold im O-Ton: „Schau, hier meine Medienkontakte, hier ein Schreiben vom Obermaier von der Süddeutschen Zeitung, schau, ein Anruf der Wiener Korrespondentin der Süddeutschen, hier ein Mail aus der Spiegelredaktion, schau, hier von der Ulla Kramar-Schmid, die liegt mit einer Verletzung zu Hause und schreibt mir trotzdem (Lieber Peter…).

Weiters Peter Barthold-im O-Ton: „Schau, hier der Kontakt zum FALTER.“

„Alle warten schon gespannt auf meine Aussage im Ausschuss.“

Die wollen eine Story und nachher wäre er den Medien egal, meinte der freie Mitarbeiter.

O-Ton Barthold:Sicher ist eine Einigung mit Novomatic besser, aber die deutschen Medien haben eine Stiftung im Hintergrund. Die können bis zu 200.000. Euro bereitstellen.“

Dann erzählte Peter Barthold bei diesem Treffen, dass er 20 Minuten Zeit für ein Eingangsstatement beim U-Ausschuss im Parlament hätte. Niemand dürfte ihn unterbrechen!

Barthold zu unserem freien Mitarbeiter: „Darf ich dir den Text mailen? Bitte schau mal drüber.“

Beim Treffen am 26.9.2020 zeigte Peter Barthold unserem freien Mitarbeiter viele Dokumente, ließ ihn diese einscannen, und betonte immer wieder deren Brisanz.

O-Ton Peter Barthold: „Wenn ich wieder zur Novo-Familie gehöre, übergebe ich alles der Novomatic. Die müssen mit einem LKW kommen und mein Archiv abholen, so viele Akten sind das. Ich habe bei einem Freund im Keller ein riesiges Archiv.“

Unser freie Mitarbeiter erklärte Herrn KR Peter Barthold mehrmals, dass die angebliche Brisanz der Unterlagen nicht zu erkennen ist und das Archiv der von Barthold vorgelegten Unterlagen aus seiner Sicht überhaupt keine Relevanz im U-Ausschuss hat und auch niemand das Archiv des Peter Barthold kaufen wollen wird.

Peter Barthold betonte beim Treffen am 27.9.2020 nachmittags mehrmals, mit „allen zu sprechen“:

O-Ton Barthold: „Die Zeit drängt. Die sollen einen Koffer mit 500.000,- Euro beim einem Notar deponieren und ich werde im Ausschuss nichts sagen.“

Der freie Mitarbeiter entgegnete, dass so etwas sicher niemand machen wird.

Darauf Peter Barthold: „Ich spreche mit allen. ich spreche auch mit Prof. Gert Schmidt.“

(Anmerkung der Redaktion: Peter Barthold hatte Bedenken, dass Prof. Gert Schmidt welcher das Verhalten des Peter Barthold auf Spieler-Info.at oftmals kritisch dokumentierte, weitere kritische Berichte über Barthold bringen könnte).

Nach mehreren weiteren Telefonaten und Zögern kam es dann am 27.9.2020 zwischen 20:15 und etwa 23:30 Uhr doch zu einem Treffen mit Prof. Gert Schmidt auf einer Autobahnraststätte nahe St. Pölten.

Bei diesem Treffen berichtete Peter Barthold wiederum von seinen zahlreichen Kontakten zu Politikern (er nannte Jan Kreiner, Bernd Moidl, Nina Tomaselli, David Stögmüller) und Medien  und legte zahlreiche Dokumente vor, die das beweisen sollen.

Prof. Gert Schmidt erklärte in aller Deutlichkeit, dass er keinesfalls für Novomatic spreche und er sich die Vorschläge des KR Peter Barthold lediglich anhöre. Peter Barthold wies in diesem Gespräch vehement auf seine persönliche Bekanntschaft mit dem wichtigen Kabinettchef hin und erklärte, dass dieser Kabinettchef angeblich unbedingt eine Einigung zwischen KR Peter Barthold und der Novomatic wünscht.

Am 28.9. gab es dann ein gemeinsames Gespräch mit unserem freien Mitarbeiter und KR Peter Barthold bei einem Rechtsanwalt außerhalb Wiens, einem Insolvenzspezialisten. Dieses Gespräch kam auf Anregung unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ zustande, damit KR Peter Barthold anhand eines für ihn kostenlosen Erstgespräches die Situation in seinem persönlichen Insolvenzverfahren klären kann.

Auf der Rückfahrt sagte Peter Barthold zu unserem freien Mitarbeiter völlig unaufgefordert und ohne Absprachen: „Die Erledigung meines Konkurses ist mir zu wenig.“

Der freie Mitarbeiter wies darauf hin, dass Peter Barthold endlich verstehen soll, dass niemand ihm irgendetwas bezahlen werde, er kann nur aus eigener Kraft „step by step“ versuchen aus der Insolvenz herauszukommen.

Sehr bezeichnend sind mehrere Telefonanrufe des Peter Barthold nach seiner Aussage im parlamentarischen Untersuchungsausschuss bei unserem freien Mitarbeiter. Diese Anrufe erfolgten am 30.9., 1.10., 2.10. und am 3.10. gehäuft. Barthold betonte von neuem, dass noch immer die Chance zur Lösung besteht.

„Wenn ich das Geld habe, dann fahre ich mit meiner Frau auf eine dreimonatige Weltreise. Dann ändere ich meine Handynummer und die Anrufe Florian Klenk, Fabian Schmid und Ulla Kramar-Schmid gehen ins Leere. Das wird alles einschlafen. Keiner von den Politikern wird mich noch jemals erreichen oder irgendetwas von mir bekommen. Ich bin ein Tormann, ich bin ein Steher.“

Aus Sicht des freien Mitarbeiters meint dieser zusammenfassend, dass Peter Barthold weiterhin felsenfest davon überzeigt ist, mit Hilfe seines vermeintlichen Hintergrundwissens und seiner über Jahre angesammelten Unterlagen aus alten Gerichtsakten, Novomatic unter Druck setzen zu können.

Peter Barthold sagte ausdrücklich zu unserem freien Mitarbeiter, dass die Politiker und Journalisten, die ihn bisher unterstützt haben, dafür Verständnis hätten, wenn er sich mit Novomatic finanziell einige.

Schlussbemerkung des Peter Barthold zum freien Mitarbeiter: „Die Politiker wissen ja, dass es in erster Linie um mich selbst geht.“

Diese Einstellung dürfte sich bis zu Florian Scheuba, seit einiger Zeit auch Lohn-Dichter beim Standard, nicht herumgesprochen haben.

Scheuba, einigen Österreichern als mehr oder weniger lustiger Kabarettist bekannt (auch Träger mehrerer Preise), übt sich bar jeder Sachkenntnis in kritischen Kommentaren zum komplizierten Thema Glücksspielrecht und Wirtschaft.

Flugs verwechselt er den Spielautomatenbeirat der Gemeinde Wien mit permanenten Spielstätten-Kontrollen, welche wie von Barthold selbst mehrmals bestätigt und erwähnt vom Magistrat der Stadt Wien mit einer eigenen kleinen Abteilung lückenlos durchgeführt wurden.

EU-INFOTHEK gibt Florian Scheuba kostenlos den guten Rat, weiterhin mit Kabarettprogrammen die Herzen seiner Seher zu erfreuen und sich nicht vor den Karren des Peter Barthold, auch nicht mittels Lohnschreiberauftrag, spannen zu lassen.

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