Samstag, 11. Juli 2020
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Ibiza-Gate: Wer bezahlte 600.000 Euro in Krugerrand?

Krugerrand Goldmünzen / Ibiza / Bildmontage EU-Infothek, Bild © CC0 Creative Commons, Pixabay (Ausschnitt)

Die bemerkenswerten Verbindungen von C. Chorherr / M. Wischenbart / G. Kerbler und Teddy Sagi

Was haben große, internationale Immobiliengeschäfte mit Ibiza zu tun?

EU-Infothek hat sich stets von Verschwörungstheorien ferngehalten. Im Zuge der intensiven Recherchen nach den Hintermännern von Ibiza-Gate, welche nun mehr als sieben Monate andauern, sind EU-Infothek immer wieder Verschwörungstheorien nahegelegt worden, am Ende aufwendiger Recherchen zeigte sich stets das gleiche Resultat: Die Verschwörungstheorie ist eben eine reine Theorie und durch keine Fakten belegbar. Auch in diesem aktuellen Bericht über Immobiliengeschäfte hält sich EU-Infothek an die gleiche Regel: Nur Fakten zählen. Die Leser von EU-Infothek sollen und können sich selbst ein Bild über die Zusammenhänge machen und diese auch selbst beurteilen.

Für EU-Infothek als kleines Online Medium ist es nicht möglich, jeden der hier aufgezeigten Zusammenhänge bis ins letzte Detail nachzurecherchieren. Große Medienhäuser wie z.B. die Süddeutsche Zeitung aber auch der Kurier unterhalten aufwändige, eigene, investigative Rechercheabteilungen mit hochqualifizierten Journalisten, welche die hier aufgezeigten Zusammenhänge sicher ausrecherchieren können.

Markus Wischenbart

Der erste Hinweis auf Immobiliengeschäfte kam durch die Maklerin aus der Wiener Innenstadt, welche zwischenzeitlich mediale Berühmtheit erlangt hat. Durch ihre im Frühjahr 2019 geschlossene Ehe mit dem international tätigen Immobilien- und Time-Share Spezialisten Markus Wischenbart war das Thema „Immobiliengeschäfte“ am Tablet.

Im Zuge einer Einvernahme beim BKA anlässlich seines privaten Diskurses erklärte Markus Wischenbart den verblüfften BKA Beamten sinngemäß, dass seine Ehefrau, die schöne Maklerin, eine zentrale Rolle im Ibiza-Krimi“ spielen würde.

Im Zuge dieser Einvernahme und der darauffolgenden Aktionen des BKA wurde bekannt, dass die Maklerin seit 2017 über ein selbst aufgezeichnetes Video verfügt hatte und noch immer verfügt, welches nicht nur den Lockvogel, sondern auch den sogenannten Detektiv enthüllt.

Die Maklerin behauptet in ihrer Aussage vor dem BKA, dass sie dieses Video trotz medialer Aufmerksamkeit seit Mai 2019 nicht den Behörden bzw. der Öffentlichkeit bekannt gegeben hat, weil ihr Ehemann sie daran hinderte und deren Rechtsanwalt dieses Video in seinem Anwaltssafe gerne weggeschlossen hätte. Das BKA beschlagnahmte das Video.

Von Markus Wischenbart wissen wir zwischenzeitlich, dass es sich um einen in der Öffentlichkeit in Österreich bisher wenig bekannten Immobilien-Spezialisten handelt, lesen Sie bitte die ausführlichen Berichte auf EU-Infothek (http://www.eu-infothek.com/die-beachtenswerten-geschaefte-des-markus-wischenbart-und-seines-partners-guenter-kerbler/)

Eine weitere spannende Berichterstattung über das Duo Wischenbart / Kerbler wird in Kürze von EU-Infothek veröffentlicht werden.

Somit sind wir, was Ibiza Gate betrifft, von den Wiener Maklerin am Stock-im-Eisen-Platz über Markus Wischenbart und dessen 50 % Partnerschaft an dem Tisha Investments Overseas Ltd Konzern (registriert auf den British Virgin Islands) gelandet.

Markus Wischenbart, der Mann der Ibiza-Maklerin (http://www.eu-infothek.com/ibiza-gate-was-wusste-der-reiche-ehemann-der-maklerin/), und Günter Kerbler sind 50/50 Partner in einem Milliarden-Konzern, welcher seine Aktivitäten von der Dominikanischen Republik bis in den Nahen Osten auslegt. Eine aktuelle Pressemeldung der PR-Agentur des Markus Wischenbart zeigt die Dimension dieser Aktivitäten.

Günter Kerbler / Bild © Kerbler Gruppe

In der Community der Immobilien-Tycoons in der Dominikanischen Republik wurde im Spätsommer 2019 ausgiebig gefeiert: Anwesend waren auch die Chefs Günter Kerbler und Markus Wischenbart. Nun behauptet eine der Redaktion EU-Infothek namentlich bekannte, bei diesen Zusammenkünften anwesende Person glaubwürdig und nachdrücklich, dass sich im kleinen Kreise Günter Kerbler über seinen Partner Markus Wischenbart beschwert: „Der Wischi hat mir heuer sicher schon 800.000,- Dollar an Spesen gekostet.“

Welche Spesen das sein sollen, wurde nicht erwähnt.

Christoph Chorherr und Günter Kerbler

Dr. Christoph Chorherr / Bild © Die Grünen Wien

Anfang 2017 wurde erstmals über mögliche Ungereimtheiten in Zusammenhang mit geschäftlichen Verbindungen und Geldspenden über dem Grünen Christoph Chorherr nahestehende Vereine berichtet.

Am 17. Jänner 2017 berichtete „Fass ohne Boden“ (https://www.fass-ohne-boden.at/christoph-chorherr-gruenen-wien/):

“Auch der Immobilieninvestor Kerbler hat eine soziale Ader und spendet regelmäßig für Projekte. “Ich kenne Chorherr seit dem Jahr 1985 und die Vorteile, die ich von Chorherr habe, halten sich in Grenzen” sagt Kerbler.” (Chorherr: Spendenliste mit Beigeschmack, Kurier, 26.10.2017)

Anmerkung: Diese Aussage stimmt so nicht, da Chorherr und Kerbler einander bereits seit 1993 kennen. Dies geht aus dem Firmenbuch hervor. Beide waren Gesellschafter am Unternehmen “CHORHERR & REITER ökologische Bauprojekte GmbH”

Chorherr hat über den Umweg diverser Gesellschaften Einfluss auf einen in Südafrika tätigen Verein. In Südafrika ist der Rand bekanntlich die Landeswährung, die Goldmünze Krugerrand hat Südafrika als offizielles Zahlungsmittel, deren Wert sich täglich am Goldpreis bemisst.

EU-Infothek berichtete über die Geschäfte des Grünen Chorherr ausführlich am 27.09.2019 (http://www.eu-infothek.com/charity-fuerst-dr-christoph-chorherr-auch-gruene-vogerl-zwitschern/).

Günter Kerbler hatte mit seiner Conwert AG bereits am 12.07.2015 Probleme. Sein Großaktionär Hans Peter Haselsteiner (25 % Anteile an der AG) hat seine Aktien verkauft. Neuer Großaktionär wurde – für alle Beteiligten völlig überraschend – der Online-Gaming Milliardär Teddy Sagi. (https://www.immobilien-magazin.at/artikel/conwert_im_sturm/2015.3943/)

Online-Gaming Milliardär Teddy Sagi kommt ins Spiel

Teddy Sagi

Das Engagement des aus Israel stammenden Glücksspielmilliardärs in der österreichischen Immobilienbranche war bis dahin nur Eingeweihten bekannt. Teddy Sagi ist einer der Pioniere des Online-Glücksspielmarktes und startete sein Business etwa ab den 2000er Jahren, welches für clevere Unternehmer ohne besondere steuerliche oder gesetzliche Skrupel Milliardengewinne bedeutete.

Das Geschäftsmodell: Online-Glücksspiel in vielen Ländern der Welt anzubieten, ohne im jeweiligen Land eine gültige Glücksspielkonzession zu besitzen und ohne die bis zu 50 % hohen Abgaben (vom Umsatz gerechnete) an die jeweiligen Staaten zu bezahlen.

Teddy Sagi erkannte rechtzeitig, dass die Technik für diesen grauen Markt des internationalen Online-Glücksspiels der Schlüssel für den nachhaltigen Erfolg und große Macht in dieser Branche bedeutete.

Teddy Sagi begnügte sich nicht damit, Online-Glücksspiel anzubieten, seine Firmengruppe, welche er vorwiegend aus London steuert, bietet kleinen und mittleren Online-Glücksspielanbietern, welche sich am grauen Markt bewegen, die entscheidend wichtige Technik für Spielangebote, vor allem aber auch die Abwicklung des Zahlungsverkehrs an. Der Zahlungsverkehr ist einer der heiklen aber besonders wichtigen Punkte, um das Online-Glücksspielgeschäft abwickeln zu können. Viele regulären Banken halten sich an das strenge Gesetz und die Geldwäscherichtlinien und verweigern die Annahme von Beträgen, welche in das großteils illegale Online-Glücksspiel fließen.

Die Firma des Teddy Sagi bietet derartige Finanzdienste an und hat dadurch in der Branche eine defacto Monopolstellung. Die besondere Macht dieser Firmenkonstruktion liegt auch in der ungeheuren Datenmenge, welche durch die Zahlungsabwicklungen vorliegt.

Nur ein Beispiel: Alleine in Österreich sind etwa eine Million Österreicher auf illegalen Online-Glücksspielseiten registriert.

Der überschwappende Cash Flow der weltweit verzweigten Firmengruppe des Teddy Sagi (siehe https://www.playtech.com/), zu deren Kooperationspartnern die Bwin Gruppe und auch Mr Green zählen, hat Teddy Sagi veranlasst, in das Immobiliengeschäft zu investieren. Ein 25 % Investment in die Conwert, welches Teddy Sagi vorgenommen hat (https://en.wikipedia.org/wiki/Teddy_Sagi), geschieht nicht durch Zufall, sondern wie bei derartig großen Geschäften üblich, aufgrund nachhaltiger persönlicher Kontakte und Gespräche.

Eine persönliche Bekanntschaft des Günter Kerbler mit Teddy Sagi ist mehr als wahrscheinlich.

Das Investment des Glücksspielmilliardärs in eine Firma des Günter Kerbler, welcher am 23.11.2016 in einer Gemeinderatssitzung als Partner des Christoph Chorherr genannt wird, ist nicht unbedeutend, sondern bedarf großen Augenmerks.

In dieser Gemeinderatssitzung wird Günter Kerbler als grüner Realo bezeichnet und dies ausführlich begründet (https://www.wien.gv.at/mdb/gr/2016/gr-015-w-2016-11-23-051.htm).

Auch in der Fachwelt blieb das Engagement des Teddy Sagi nicht ohne Beachtung. (https://www.wina-magazin.at/hausherren-aus-israel/ / https://www.vermoegenmagazin.de/10-milliardaere-suendige-geschaefte/)

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch das Interesse des Teddy Sagi an der CASAG, über welches Spieler-Info bereits am 22.05.2015 (https://www.spieler-info.at/2015/06/22/teddy-sagi-playtech-plc-wunscht-sich-casag-anteile/ / https://www.spieler-info.at/wp-content/uploads/2017/03/Playtech-Teddy-Sagi-SI-2015.pdf) ausführlich berichtete.

Aus verständlichen Gründen wurde Teddy Sagi und seine Firma Playtech vom österreichischen Finanzministerium als möglicher Aktionär der CASAG abgelehnt, die Sazka-Gruppe konnte wenig später das Wohlwollen des damaligen Finanzministers Schelling für sich verbuchen.

Der Bogen dieser illustren Geschäftsfreunde spannt sich also vom internationalen Online-Glücksspiel, illegaler Art, über eine der wichtigsten Firmen des Günter Kerbler, dessen politischen und geschäftlichen Freund Christoph Chorherr zu Markus Wischenbart und der schönen Maklerin. Was die Maklerin betrifft, ist der Umstand zu erwähnen, dass diese geraume Zeit für Günter Kerbler, welchen sie auch heute noch schätzt, in der Dominikanischen Republik gearbeitet hat. Anlässlich des bekannten Kaufversuches des Lockvogels, der angeblichen Nichte des russischen Oligarchen, flog die Maklerin extra für einige Tage von der Dominikanischen Republik nach Wien und wieder zurück in die Dominikanischen Republik.

Übrigens: der Lockvogel mit dem falschen Namen Aljona Makarow hatte ihre avisierten Geschäftspartner, die Familie Gudenus, nicht nur ins Restaurant Le Ciel inoffiziell eingeladen, sondern im Hotel Sofitel auch über mehrere Tage eine Suite gebucht und bewohnt.

In diese Suite hatte sie sich nach dem Abendessen alleine mit dem Ehepaar Gudenus für mehrere Stunden zu Detailgesprächen zurückgezogen.

Für das BKA ist es sicherlich ein leichtets, festzustellen, wer im April 2017 im Sofitel für mehrere Tage die Suite gebucht, dort eingecheckt hat und wer die Rechnung bezahlte.

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Ein Kommentar vorhanden

  1. Avatar

    Hauptverdächtige politische Kraft in der Causa Ibiza ist und bleibt für mich die ÖVP, aus folgenden Gründen:
    1. Die ÖVP kannte sehr wahrscheinlich schon im August 2017 das Video
    2. Durchaus denkbar ist, dass die ÖVP auch als Auftraggeber fungierte, weil
    3. 2016 lag die FPÖ in allen Umfragen zwischen 30 und 34%, die ÖVP nur bei 18-20%
    4. Stimmen konnte die ÖVP haupsächlich von der FPÖ holen, Neos zu klein, SPÖ und Grüne zu weit links
    5. Start Aufbau der Falle Ibiza vermutlich Herbst 2016 übers BVT
    6. Im Laufe des Wahlkampfes 2017 konnte Kurz mit FPÖ Themen enorm punkten
    7. Der Wahlsieg schien Kurz nicht mehr zu nehmen zu sein
    8. Für den Fall der Fälle (Kurz nur 2. Oder 3.) hatte man das Video im Talon
    9. Da Kurz 1. wurde brauchte man das Video nicht, man musste nur mit der FPÖ eine Koalition zustande bringen, das Video solange unter Verschluss halten, bis die FPÖ zu lästig wird
    10. Die EU-Wahl war der richtige Zeitpunkt: Vilimsky gewann alle TV-Duelle und drohte Karas zu überholen
    》dann platzte die Bombe und schon war für die ÖVP alles paletti 》einfach genial, genial einfach.
    11. Mit der FPÖ weiter zu machen war für die ÖVP keine Option, zu gross die Verlockung alles ab zu cashen, zu lästig die FPÖ in diversen heiklen Angelegenheiten.
    12. Mit dem Rauswurf Kickl’s traf man die FPÖ an der Achilles Ferse
    13. Damit war garantiert, dass die FPÖ einem Misstrauensantrag gegen Kurz (von der ÖVP gewollt) zustimmt.
    14. Während des Wahlkapfes musste man nur noch ein paar Schäufchen drauflegen (Casag, Spesen, Spaltung Strache/FPÖ, war alles schon vorbereitet)
    》Alles weitere ist bekannt.
    Dass die ÖVP auch die Finanzierung übernommen hat ist unwahrscheinlich, weil zu gefährlich, aber dass diese Partei über Mittel und Wege und Verbindungen verfügt, alles zu verschleiern, ist auch klar.
    Wie gesagt, das ist nur eine Vermutung. Wie es letztendlich wirklich gelaufen ist, werden wir vermutlich nie erfahren, es sei denn…

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