Mittwoch, 11. Dezember 2019
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Green Economy als Erfolgsstory

Green Jobs sind in. In Zeiten eskalierender Arbeitslosigkeit quer über den Kontinent wirken die Erfolgsmeldungen der Green Economy wie Balsam. Innovation,  Effizienz und ein bewusster Umgang mit kostbaren Ressourcen gehen Seite an Seite mit qualifizierten Arbeitsplätzen. Nachhaltiges Wachstum gilt als Erfolgsrezept für unsere Zukunft.  

[[image1]]Innovation sichert Vorsprung. In Deutschland beweisen zahlreiche renommierte Unternehmen, dass Ressourceneffizienz den Standort stärkt. Wettbewerbesfähigkeit und Nachhaltigkeit gehen Hand in Hand, die gesellschaftliche Verantwortung gegenüber Umwelt und Natur gewinnt zusehends an Stellenwert. Die naturbewusste Ökonomie ist als einzigartige Chance für die Zukunft zu werten, zumal diese eine merkliche Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit bedeutet. Effizienz bedeutet weniger Rohstoffbedarf und bewusster Umgang mit Energie. Was Umwelttechnologien betrifft, so machen diese mittlerweile 11 % des deutschen BIP aus, Tendenz steigend. Bis 2025 soll die Wertschöpfung von Green Tech aus Deutschland beachtliche 4.400 Milliarden Euro ausmachen, die Erwartungen sind berechtigt. Das gilt auch für die Politik, die ein geeignetes Framework bereitstellen muss, um  Innovation zu ermöglichen, zumal Deutschland in diesem Punkt eine globale Vorreiterrolle besitzt.

Green Economy stärkt Wertschöpfung

Nachhaltiges Wachstum basiert auf integrativen Lösungen. Die komplexe Verflechtung von Industrie und Wirtschaft verlangt nach gemeinsamen Bestrebungen, wobei Ökonomie und Ökologie in einem harmonischen Gleichgewicht mit sozialen Aspekten stehen müssen. Die aktuellen Herausforderungen, nämlich Klimawandel und knapper werdende Rohstoffe erfahren angesichts der Wirtschaftskrise eine neue, merklich intensivierte Dynamik. Neue Perspektiven und Lösungsansätze sind Voraussetzung für die unabdingbaren Effizienzmassnahmen. Nebst Kosteneinsparungen und geringerem Ressourcenbedarf warten neue Chancen und Märkte, Innovation ist ein begehrter Exportschlager. Eine proaktive Strategie in Verbindung mit einem geeigneten Umfeld ist Voraussetzung, um dem globalen Innovationsdruck zu begegnen, zumal mit steigenden Kosten für Energie und Rohstoffe zu rechnen ist.

Recycling: Sortenreiner Ressourcenkreislauf

Kunststoff gilt als besonders heikles Kapitel. Bedingt durch die höchst unterschiedlichen Eigenschaften und nicht minder komplexen Zusammensetzungen ist Recycling eine diffizile Angelegenheit. Sortenreinheit ist das Gebot der Stunde, um den Werkstoff in einzelne Bestandteile in Form von Granulaten zu zerlegen. Das geschieht mit einem neuartigen Verfahren. Newcycling ist ein eigens für  Mischkunststoffe entwickeltes Verfahren, um diese ebenso wie Kunststoff-Metallverbindungen wieder in den Rohstoffkreislauf zurückzuführen. So ist es mittlerweile möglich, Aluminium-IDpe-Verbunde in einem neuartigen verfahren zu trennen, was bislang nicht möglich war. Zugleich sollte es möglich sein, dass das gewonnene IDpe sogar die Lebensmittelzulassung erhalten soll, es ist auf molekularer Ebene gereinigt. Dazu kommt der bei diesem Verfahren eingesetzte geschlossene Wärmekreislauf mit vorgeschalteter Trocknungsstufe. Die als Nebenprodukte anfallenden Papierfasern könnten wiederum Gas für Stromaggregate gewinnen. Effizienz ist eine lohnende Sache.

Monitoring für eine transparente CO2-Bilanz

Die im Produktionsprozess entstehenden CO2-Emissionen zu dokumentieren macht durchaus Sinn. Eine umfangreiche Dokumentation ist nämlich Voraussetzung für die risikobewusste Unternehmenssteuerung, bei der auch die Bedürfnisse der Umwelt berücksichtigt werden. CO2-Emissionen sind vermeidbar. Das weltweit führende Chemieunternehmen vermeidet im Bereich interner Logistik rund 100.000 Tonnen CO2-Emissionen dank eines Kombiverkehrsterminals. Zudem ist der Konzern das einzige Industrieunternehmen, welches seit 2008 eine CO2-Bilanz veröffentlicht. Dabei werden die entstehenden THG-Emissionen von der Produktion bis hin zur Entsorgung berücksichtigt. Die daraus resultierende Einsparung liegt bei über 300.000 Tonnen CO2.

Chlorherstellung: 30 % Stromersparnis machbar

Chlor gilt als einer der wichtigsten Grundstoffe für chemische Produkte. Die Produktion von Chlor ist ein höchst energieintensiver Prozess, die Hälfte der Herstellungskosten gehen für Strom auf. Ein neues Produktionsverfahren nach Art der Brennstoffzelle bewirkt eine Reduktion des Strombedarfs von gut 30 %, was sich naturgemäss auch auf die THG-Emissionen auswirkt. Bei einer Umrüstung von nur 15 % aller Anlagen zur Chlorherstellung wäre global gesehen ein Einsparpotenzial von 5 Millionen Tonnen CO2 realisierbar, die Technik wird weltweit angeboten.

Veraltete Technik belastet Betriebskosten

Im Bereich der Metallverarbeitung wird mit hohen Temperaturen gearbeitet. Der energieintensive Prozess im Bereich der Schmelztemperatur verursacht enorme CO2-Belastungen. Neue Brennertechnologien mit Vorwärmstufe sowie neu gestaltete Strahlkörper verbessern die Wärmeübertragung, der Wärmekreislauf der Schmelzöfen wird effizient genutzt, was bei Temperaturen von 1.000 Grad Celsius durchaus lohnenswert ist. Gegenüber offenen Flammenbrennern sind 50 % Erdgasersparnis drin, die Umwelt lacht. Rohstoffe sind kostbar, das gilt auch für Wasser. Das höchst variable Element bewirkt bei effizienter Nutzung durchaus erkleckliche Einsparungen in vielen Bereichen. Geschlossene Produktionskreisläufe in Verbindung mit effizienter Wärme- oder Kältenutzung bieten ein enormes Potenzial, speziell in Verbindung mit intelligenter Steuerung.

KFZ-Branche: Kunden sparen bis zu 40 %

Die Wiederaufbereitung von Ersatzteilen spart Ressourcen. Speziell Besitzer älterer Fahrzeugtypen legen Wert auf geringe Servicekosten und greifen daher vielfach auf Austauschaggregate zurück. Bei deren Aufbereitung werden Verschleißteile ersetzt und die wieder verwendbaren Teile gereinigt und bearbeitet. Hohe Standards und die gleichen Garantien der Produkte wie bei Neuteilen machen diese zu einer kostengünstigen und zugleich umweltverträglichen Alternative zu den wesentlich teuren Ersatzteilen der Hersteller. Das Programm eines deutschen Anbieters umfasst mittlerweile 11.000 Fahrzeugteile aus 30 Produktgruppen, wobei das Unternehmen rund 40 % des Umsatzes mit Produkten erzielt, welche die Umwelt entlasten. Auf Kundenseite sind zugleich 40 % Kostenersparnis erkennbar.

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Definition von green jobs

Als green jobs werden Arbeitsplätze im Umweltsektor bezeichnet. Laut EU-Definition sind green jobs Arbeitsplätze in der Herstellung von Produkten, Technologien und Dienstleistungen, die Umweltschäden vermeiden und natürliche Ressourcen erhalten. Diese Arbeitsplätze findet man in den verschiedensten Sparten wie zum Beispiel erneuerbare Energien, nachhaltiges Bauen und Sanieren sowie Wasser- und Abwassermanagement. Berufe mit hohem Qualifikationsniveau können ebenso dazugehören wie Lehrberufe oder Hilfsarbeiten.

Der Hauptzweck von green jobs ist der Beitrag zum Umweltschutz. Daher können in allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen green jobs gefunden werden bzw. können sich bestehende Berufsbilder zu green jobs wandeln.

Quelle: Lebensministerium

 

 

Über WINKLER, Thomas

WINKLER, Thomas
Thomas Winkler studierte in New York Fotografie. Die Tätigkeit als Fotograf führte ihn beinahe in die ganze Welt. Winkler arbeitet als Journalist für österreichische Zeitungen und Magazine.

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