Montag, 21. Mai 2018
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Goldesel Hypo

Nach all den kritischen Kommentaren zur Hypo Alpe Adria Bank (HAA) wird es höchste Zeit, einmal etwas Positives zu dem Thema zu sagen: es gibt eine beträchtliche Zahl von Personen, für die mit der Hypo ein Märchen in Erfüllung gegangen ist – nämlich das Märchen vom Hans im Glück und vom Goldesel.

[[image1]]Diese beneidenswerten Menschen sind so überwältigt von ihrem Glück, dass sie sich bisher bescheiden im Hintergrund gehalten haben. Es ist Zeit, sie vor den Vorhang zu bitten und wenn schon nicht das Gold, dann zumindest das Wissen um ihr märchenhaftes Glück zu teilen.

Die Liste der Glücklichen ist lang und wird daher in Gruppen zusammengefasst. Überdies erspart dies dem Autor und der Redaktion lästige medienrechtliche Verfahren. Schließlich gilt der Grundsatz: „Der Vorwurf eines strafrechtlichen Vergehens ist selbst bereits ein strafrechtliches Vergehen!“ Das sei berücksichtigt.

14 verschiedene Gruppen von Glückskindern lassen sich für dieses großartige Schauspiel identifizieren! 14 verschiedene Gruppen von „stakeholdern“, für die das Märchen vom Goldesel wahr geworden ist. 14 verschiedene Gruppen, die mit der HAA viel mehr Geld verdient haben, als sie unter normalen Marktbedingungen verdient hätten.

Wie bewältigt man einen solchen Andrang?

Nun, dazu eine Idee:

Lassen wir doch die Gruppen einzeln vortreten und selbst erklären, mit welchen raffinierten Methoden sie den Goldesel am Schwanz ziehen durften, damit er Dukaten für sie auswirft.

Ihre Geschichte lesen Sie in den Folgeartikeln:

1. Unternehmer in SüdOst-Europa
2. Vermittler/Provisionäre/sonstige hilfreiche Geister bei der Verteilung
3. 10% Club
4. Aufsichts- und sonstige Räte (inkl. „Task Force“)
5. Berater vor und nach der Verstaatlichung
6. Gläubiger (v.a. Anleihegläubiger)
7. Begünstigte der „Haider-„ und sonstiger „Kärnten“-Festspiele
8. Freiberufler/Rechtsanwälte/Wirtschaftsprüfer
9. Banken, die HAA berieten (v.a. bei der Plazierung von Anleihen)
10. Vermögensverwalter in Steueroasen
11. Direkt-Betrug durch Mitglieder der ehrenwerten Gesellschaft, aber auch einfache Kriminelle
12. Aufsichtsbehörden (FMA, Notenbanken etc.)
13. Mitarbeiter der HAA, soweit sie in die Entscheidungsprozesse involviert waren
14. BayernLB

Obige Reihenfolge ist zufällig gewählt, ist also kein Hinweis auf die Höhe des märchenhaften Extra-Vorteils. Zugegeben: ganz einfach ist die Zurechnung des Goldregens nicht. Treten doch immer mehrere Gruppen gemeinsam an den Goldesel heran. Das verbindet und schweißt zusammen. Aus den Gepflogenheiten bei der Aufteilung lassen sich aber recht passable Schätzungen ableiten.

Trotzdem wird die Übersicht am Ende der Artikelserie einen recht guten Überblick geben, wohin das Geld der HAA – zumindest im ersten Schritt – geflossen ist.

Dann wird auch klar, was das Ziel des aktuellen Herrn des Goldesels, der österreichischen Bundesregierung, ist: nur nicht diese Wolke an märchenhaftem Glücksgefühl zu stören. Da könnte ja einer dieser Hans im Glück grantig werden. Außerdem soll doch der Goldesel noch so lange wie möglich Gold spenden!

Schon besser die Österreicher, sprich den Goldesel, zahlen lassen. Die sind so reich, die können schon ein bisschen Abstrich bei ihrer Kaufkraft und ihren Pensionen machen. Die werden den glücklichen Märchenkindern doch nicht ihr Glück neidig sein, sondern dafür ein paar Opfer zu bringen bereit sein. Sofern sie überhaupt verstehen, worum es geht …

 

 

Über MOSCHNER, DDr. Manfred

MOSCHNER, DDr. Manfred
DDr. Manfred Moschner studierte Rechtswissenschaften an der Uni Wien und Handelswissenschaften an der WU Wien. Er ist Gründer und Geschäftsführer der ACS Acquisition Services und wirkte am Aufbau zweier österreichischer Investment Banken mit. Seit 25 Jahren M&A-Berater, insbesondere im Bereich Banken und Industrie.

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