Montag, 21. Oktober 2019
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Europäisches Trauerspiel auf dem Rücken der Hungernden

Hunderte Milliarden Euro an Steuerzahlergeld haben die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union für die Rettung der Banken und Finanzinstitute aufgebracht – für jene also, die uns die größte Wirtschafts- und Sozialkrise der letzten 80 Jahre in erster Linie eingebrockt haben. Jetzt wird beim europäischen Nahrungsmittelhilfsprogramm für Bedürftige um eine lumpige halbe Milliarde gestritten, die dazu dienen soll, dass die Ärmsten unserer Gesellschaft wenigstens jeden zweiten Tag eine vollwertige, gesunde Mahlzeit zu sich nehmen können.

Hunderte Milliarden Euro an Steuerzahlergeld haben die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union für die Rettung der Banken und Finanzinstitute aufgebracht – für jene also, die uns die größte Wirtschafts- und Sozialkrise der letzten 80 Jahre in erster Linie eingebrockt haben. Jetzt wird beim europäischen Nahrungsmittelhilfsprogramm für Bedürftige um eine lumpige halbe Milliarde gestritten, die dazu dienen soll, dass die Ärmsten unserer Gesellschaft wenigstens jeden zweiten Tag eine vollwertige, gesunde Mahlzeit zu sich nehmen können.

Der eigentliche Skandal besteht aber darin, dass es in einer der reichsten Regionen der Welt überhaupt noch hungernde Menschen gibt. In vielen Ländern sammeln ehrenamtliche Helfer Lebensmittel ein, die beispielsweise von Supermärkten nicht mehr gebraucht werden. In Anbetracht der Tatsache, dass in Europa jährlich 89 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll landen, sind solche Initiativen sinnvoll, aber auch menschenunwürdige Almosen. Die EU und die Mitgliedsstaaten sollten bessere Infrastrukturen schaffen, damit Menschen in Europa nicht auf Almosen angewiesen sind. Das heißt z. B. Schaffung von Arbeitsplätzen, damit die Menschen Chancen haben, sich selbst zu versorgen, und gute Renten.

2010 war das Europäische Jahr zur Bekämpfung der Armut. Viel Bewusstsein scheint es bei manchen Politikern, die dafür geworben haben, nicht geschaffen zu haben, denn die gegenwärtige Blockade des Programms heißt nichts Anderes als: Hungert ihr ein bisschen weiter, bis wir unsere rechtlichen Pseudoproblemchen geklärt haben! Die Mitgliedsstaaten müssen jetzt handeln und die Mittel für die nächsten zwei Jahre freigeben. Danach haben sie jede Menge Zeit, um über die geeignete Rechtsgrundlage für die Zukunft zu diskutieren.

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