Freitag, 13. Dezember 2019
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EU und Marokko nehmen Verhandlungen über engere Handelsbeziehungen auf

Die EU und Marokko läuteten heute die erste Runde der Verhandlungen über eine vertiefte und umfassende Freihandelszone (Deep and Comprehensive Free Trade Area/DCFTA) ein, nachdem Kommissionspräsident José Manuel Barroso und der marokkanische Premierminister Abdelilah Benkirane am 1. März 2013 die Aufnahme von Verhandlungen offiziell angekündigt hatten.

[[image1]]Die DCFTA soll das bestehende Assoziierungsabkommen aufwerten, das bereits seit 2000 den zollfreien Handel mit vielen Produkten ermöglicht. Die Verhandlungspartner werden in Rabat Gespräche über ein Abkommen führen, das die Handelsbeziehungen in zahlreichen bisher nicht abgedeckten Bereichen wie z. B. Dienstleistungen und öffentliches Beschaffungswesen vertiefen, den Investitionsschutz verbessern und neue Zusagen in den Bereichen Wettbewerb und Rechte des geistigen Eigentums bringen dürfte. Um die Wirksamkeit der bestehenden Freihandelsbestimmungen zu erhöhen, werden die Verhandlungspartner auch versuchen, das Zollsystem zu vereinfachen und Handelshemmnisse abzubauen, die durch inkompatible oder unnötig beschwerliche Industrienormen und Auflagen zur Lebensmittelsicherheit entstehen. Mit einem Kapitel über nachhaltige Entwicklung wird sichergestellt, dass die Liberalisierung des Handels keine Umwelt- oder Sozialnormen und ‑standards gefährdet.

Handels- und Investitionsbeziehungen mit Partnern im südlichen Mittelmeerraum ausbauen

„Ich hoffe, dass die Verhandlungen mit Marokko schnell vorankommen und dass sie einen Anreiz für andere Partner im südlichen Mittelmeerraum darstellen, recht bald ähnliche Gespräche aufzunehmen“, sagte der EU-Handelskommissar Karel De Gucht. „Die Verhandlungen zeigen, dass die EU fest entschlossen ist, ihre Handels- und Investitionsbeziehungen mit denjenigen Partnern im südlichen Mittelmeerraum auszubauen, die den Weg der politischen und wirtschaftlichen Reformen einschlagen.“

Die vertiefte und umfassende Freihandelszone wird Handelshindernisse sowohl an der Grenze als auch hinter den Grenzen beseitigen und somit einen wichtigen Schritt zur schrittweisen Einbindung der marokkanischen Wirtschaft in den EU-Binnenmarkt darstellen. Die „vertiefte“ Integration wird dadurch erreicht, dass Marokko seine handelsbezogenen Vorschriften, Industrienormen, technischen Vorschriften sowie tier- und pflanzengesundheitlichen Maßnahmen an die EU-Vorschriften annähert; zudem wird die Freihandelszone ein „umfassendes“ Spektrum von Feldern abdecken, die die Grundlage für ein modernes, transparentes und stabiles Handels- und Investitionsklima bilden.

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