Freitag, 4. Dezember 2020
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EU-Kommission: Start eines Gebärdensprachenprojekts zur Behördenkommunikation

Das Europäische Parlament hat für ein Gebärdensprachenprojekt ein Budget in Höhe von 750.000 EUR bewilligt, das die Kommunikation zwischen den Europäischen Institutionen und gehörlosen und schwerhörigen Menschen verbessern soll.

[[image1]]Dabei ist u.a. die Installation von Audio- und Videoanlagen in den Organen und Einrichtungen der EU vorgesehen, so dass Beamte leichter mit Nutzern von Gebärdensprachen kommunizieren können. Das Pilotprojekt umfasst sowohl die technischen Lösungen als auch die Komponente Gebärdendolmetschen. Längerfristig soll das Pilotprojekt fast einer Million gehörloser oder schwerhöriger Bürger aller Mitgliedstaaten, die verschiedene Gebärdensprachen benutzen, die direkte Kommunikation mit allen EU-Institutionen ermöglichen, indem es die Entwicklung entsprechender Lösungen unterstützt.

„Alle EU-Bürgerinnen und Bürger haben das Recht, am demokratischen Leben der Union teilzunehmen. Aber einige unserer Bürger sind dabei mit Hindernissen konfrontiert, und dies ist etwas, was wir angehen müssen,“ so Vizepräsidentin Viviane Reding, EU-Kommissarin für Justiz.

Gebärdensprache ist für viele Gehörlose die Muttersprache

„Sprache ist ein leistungsfähiges Kommunikationsinstrument, um Ideen und Gefühle zu vermitteln. Die Gebärdensprache ist für viele Gehörlose die erste Sprache, sozusagen ihre Muttersprache, und für ihre Familien und Freunde die zweite oder dritte Sprache. Die Behörden und Politiker müssen daher ihr Bestes tun, um die Verwendung von Gebärdensprachen zu fördern und einfache Lösungen für Hörgeschädigte zu schaffen. Dieses Pilotprojekt soll genau das leisten.”

Die Beauftragung eines Gebärdensprachen-Dolmetschers ist häufig zeitraubend, kostspielig und schwierig. Gebärdensprachen-Dolmetscher sind qualifizierte Fachleute, die im Voraus gebucht und für ihre Dienste, ihre Reise- und Aufenthaltskosten entschädigt werden müssen.
Es ist offensichtlich, dass Menschen, die auf solche Dienstleistungen angewiesen sind, benachteiligt werden. Sie können nicht so einfach und spontan wie ihre Mitbürger, die sich der gesprochenen Sprache bedienen, mit nationalen oder EU-Beamten in Kontakt treten.

 

Bild: Instinktknipser / pixelio.de/ © www.pixelio.de

 

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