Dienstag, 26. Mai 2020
Startseite / Allgemein / Corona-Krise: „Marshallplan“ für Österreich!

Corona-Krise: „Marshallplan“ für Österreich!

Bild © CC0 Creative Commons, Pixabay (Ausschnitt)

„Hut ab“ vor den Leistungen dieser Regierung. Sie hat die wahre Dimension der Krise verstanden und vorbildlich reagiert – insbesondere mit klaren Worten und Zusicherung der „grenzenlosen“ Hilfe für die österreichische Bevölkerung, auch für die arbeitenden Menschen und Unternehmen.

Die Schwierigkeit liegt in der Umsetzung dieser Vorhaben.

Halten wir uns „kurz“ vor Augen, wie sich die aktuelle Situation für die einzelnen österreichischen Bevölkerungsgruppen darstellt:

ALLE Personen OHNE Arbeit sind durch Mindestsicherung und andere Leistungen der Republik weiterhin, wie bisher auch, versorgt. Das ist beruhigend und gut so.

Alle Pensionen fließen wie bisher, auch – beispielsweise – die Luxuspensionen ehemaliger Mitarbeiter der österreichischen Nationalbank oder der Casinos Austria AG.

Alle Mitarbeiter in Staatsbetrieben, in staatsnahen Firmen, in Betrieben der Länder und Gemeinden haben weiterhin ihr verlässliches Einkommen.

Selbstverständlich auch alle Bundes-, Landes- und Gemeindebediensteten bzw. Beamten Österreichs.

Alle Arbeitslosen haben weiterhin, wie bisher, die Unterstützung des AMS – auch jene Arbeitslosen, welche bisher – als Beispiel – dringend in touristischen Gebieten Österreichs gebraucht worden wären, denen allerdings die Entfernung zwischen Arbeitsplatz und Wohnort „nicht zumutbar“ war.

Wie viele Personen das sind, wissen Österreichs Statistiker genau.

Nun reden wir vom „Rest“ der österreichischen Bevölkerung: den Unternehmern, den Selbständigen, den „Ich-AG“-Personen.

Das sind – geschätzt – etwa 400.000 Menschen, zuzüglich ihrer Familien und Angehörigen.

Diese etwa fünf Prozent der Bevölkerung „ziehen“ den Wirtschaftswagen, gemeinsam mit hunderttausenden Mitarbeitern und Österreichern,  welche täglich ihrer Arbeit nachgehen – als Pendler, als Supermarkt-Kassier, als Fenster-Reiniger, als Manager, als Bäcker, als Catering-Veranstalter, als Friseur, als Kosmetiker – und als Arzt – und vielen anderen mehr. Gemeinsam mit dem Heer der verlässlichen österreichischen Beamten.

In dieser Gruppe befinden sich auch Hunderttausende Kleinst-Unternehmer, auch kleine KMUs, diese arbeiten für Österreichs Wirtschaft

OHNE

  • Soziale Leistungen
  • Arbeitslosengeld
  • Risikoabsicherung
  • Auftragsgarantien

Schlicht und einfach als kreativer, großer, verlässlicher Pool für die gesamte Wirtschaft, es sind zumeist willensstarke, sehr fleißige, freiheitsliebende Menschen, welche einfach keine öffentlichen Leistungen in Anspruch nehmen wollen und auf „eigene Faust“ und auf „eigenes Risiko“ arbeiten. Darunter sind nicht wenige, welche das Arbeitslosen-Dasein ablehnen und lieber den dornigen Weg der „Selbstständigkeit“ wählen – darunter gibt es die für alle Österreicher und auch die Wirtschaft so wichtige Gruppe der Künstler und Kulturschaffenden und aller damit zusammenhängenden Berufe.

Diesen wichtigen „Pflöcken im stabilen Boden der Wirtschaft“ kann durch „Kurzarbeit“ und deren Förderung NICHT geholfen werden.

Diese Gruppe lebte schon immer eher „von der Hand im Mund“, vom Tagesgeschäft, von kurzfristigen Aufträgen, von Cash, das Monat für Monat neu erarbeitet werden muss.

DIESER Gruppe kann nur durch eine Art neuer

„Marshallplan der Österreichischen Regierung“

geholfen werden.

Zur Erinnerung: es waren 1945 die Amerikaner, die mit diesem „Marshall-Plan“ ganz Europa, auch Österreich, wieder beim Aufbau geholfen haben.

Deshalb sollte überlegt werden, eine Art „Marshall-Plan“ für die Gruppe der „Ein-Personen-Firmen“ und die Gruppe der KMUs ins Leben zu rufen:

Nach einem noch zu eruierenden Schlüssel bekommt JEDE Person/Firma Sofort-Bargeld auf Dauer der Krise.

Allerdings NICHT geschenkt.

Die Zahlungshilfe sollte an einen „Besserungs-Vertrag“ geknüpft sein: Die Liquiditätshilfe ist ein zinsloses, UNBESICHERTES Darlehen (im Range nachgereiht) auf – beispielsweise – zwei oder drei Jahre. Dann werden Wirtschaftsprüfer jeden einzelnen Fall evaluieren und feststellen, ob der Empfänger – der geförderte Betrieb, die geförderte selbständige Person – den gesamten Betrag oder Teile dieses Betrages in Raten oder vollständig zurückzahlen muss.

Mit diesem „österreichischen Marshall-Plan“ könnte jener wichtigen Gruppe von Österreichern, die zwar – homogen gesehen – keiner politischen Partei zuzuordnen sind und deshalb auch keine „politische Lobby“ haben, wirklich geholfen werden. Durch einen einstimmigen Beschluss der Regierung und des Parlaments.

DAS WIRKT SOFORT und NACHHALTIG.

Über Redaktion

Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Ibiza-Gate: KURIER vom 16.5.2020: „Detektiv“ Julian H. (alias …) wird per internationalem Haftbefehl gesucht

Der Kurier berichtet, dass es bereits einen internationalen Haftbefehl gegen den Hauptverantwortlichen der Ibiza-Video-Affäre, den …

2 Kommentare

  1. Avatar

    Wie wird Arbeitnehmern die durch Kurzarbeit 10 bis 20% weniger bekommen geholfen? Vor allem jenen, die bisher weniger verdient haben, da sind 10 bzw. 15 % minus u. Umständen sehr viel. Wohnkosten, Kreditraten etc. können eventuell nicht mehr bezahlt werden. Bleibt denen nur der Privatkonkurs?

Schreibe einen Kommentar zu Redaktion EU-Infothek Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.