Freitag, 7. August 2020
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CORONA-Krise: Finanzielle Hilfe derzeit NUR für STARKE Unternehmen

Bild © CC0 Creative Commons, Pixabay (Ausschnitt)

Gesetzestexte lesen sich für Nichtjuristen immer etwas holprig und schwierig.

Die aktuellen Gesetze, erfreulich rasch initiiert und im Parlament beschlossen, sind für sogenannte „KMUS“ und „“Ich-AGs“ eine schwere Enttäuschung.

Jeder wirtschaftlich Kundige kann aus diesen Gesetzestexten – inhaltlich – herauslesen:

Finanzielle Hilfen gibt es NUR für starke, gesunde Unternehmen.

Vereinfacht formuliert:

Nur jene Firmen, welche die in der Praxis erforderlichen „Gutachten“ eines Wirtschaftstreuhänders oder Steuerberaters vorweisen können, wonach sowohl im Vorjahr als auch aktuell ihr Eigenkapital zufriedenstellend in den Bilanzen dargestellt werden konnte und keine wie immer gearteten Hinweise auf eine notwendige „Reorganisation“, sprich Konsolidierung, geschweige denn auf eine notwendige Sanierung hinweisen, haben überhaupt eine Chance, den ersten Schritt zum Antrag auf finanzielle Unterstützung zu überstehen.

Offen gefragt: welches KMU, welcher „Ein-Mann-Betrieb“ kann nur im entferntesten derartige Bedingungen erfüllen?

Der kleine Greißler? Der Grafiker, dem die Aufträge weggebrochen sind? Der Caterer-Kleinbetrieb, der Gastronom, der Friseur, das Kosmetikstudio, die kleine Boutique, deren Eigentümer sich jahrelang persönlich, arbeitsmäßig und wirtschaftlich, auch risikoreich, ausgebeutet haben und immer volles „Risiko“ und vollen Arbeitseinsatz – bis zu 16 Stunden täglich – gefahren sind?

Eh alle nicht wichtig? Aber hallo, das sind in Österreich geschätzte 400.000 kleine Gewerbetreibende /Betriebe, teilweise mit einem oder bis zu 20 Mitarbeitern!

Die haben KEINE Bilanz und KEINE Bestätigung ihres Wirtschaftstreuhänders (der noch dazu für diese Bestätigung indirekt haftet) zum Vorlegen.

Eine geschlossene Gastronomie, eine geschlossene Boutique, ein geschlossener Gewerbebetrieb bedeutet:

Statt monatlichen Einnahmen so ziemlich den gleichen Betrag als Ausgaben – die Gewinnspanne ist bei den meisten Kleinbetrieben sowieso fast NULL.

ALLE Kosten, Miete, Energie, Telefon, Mitarbeiter (Gehalt, Abgaben), Steuern, Bankkosten – seien es Darlehen oder Überziehungen oder sonst was – laufen in gleicher Höhe weiter.

Kurzarbeit? Das ist KEINE echte Hilfe für die Kleinst- und Kleinunternehmen, nur für die Industrie.

Außerdem: Es werden jene Stunden gefördert, welche nicht gearbeitet werden, der Mitarbeiter ist also weitgehendst abgesichert (das ist wichtig und richtig), der Unternehmer steht OHNE HILFE da.

Kurzarbeit-Förderung bringt dem Unternehmer zwar den Erhalt aller Mitarbeiter, eine sehr wichtige Maßnahme – aber keinerlei darüberhinausgehende finanzielle Unterstützung für die hohen Kosten der Betriebserhaltung.

Die Politik sollte sich ebenso rasch, wie die ersten Corona-Hilfsgesetze beschlossen wurden, und welche den Großbetrieben sofort helfen, auch schnellstmöglich etwas für das große Heer jener das Wirtschaftssystem aufrechterhaltenden Kleinst-Unternehmer und auch KMU einfallen lassen – sonst bricht der wirtschaftliche BODEN weg. Und das sehr rasch und mit fatalen Folgen.

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