Montag, 28. September 2020
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Casino-Affäre: Novomatic Eigentümer Prof. Johann Graf und der geheimnisvolle Anbiederer beim Nobel-Italiener

Bild © Novomatic AG

Manche Zufälle bringen es zu einer Berichterstattung in der KRONE, immerhin Österreichs größte Tageszeitung, ganz prominent auf Seite 2.

Wie auch bei Ibiza-Gate ist EU-Infothek der Meinung, dass die Hintergründe derartig prominenter Meldungen es verdienen und auch notwendig machen, dass diese ebenso bekannt werden wie die ursprüngliche Meldung selbst.

Der öffentlichkeitsscheue Konzernchef wurde beim Nobel-Italiener in Hietzing von einem ihm unbekannten, zigarrenrauchenden Mann angesprochen, mit dem Motto „wir Zigarrenraucher treffen uns auf der gleichen Ebene und haben immer etwas zu plaudern“. Prof. Graf gilt im persönlichen Umgang als freundlich und jovial und hat die Anbiederung des ihm unbekannten Mannes gelassen akzeptiert, obwohl sich dieser nicht namentlich vorstellte, wozu dieser wirklich die besten Gründe hatte.

Peter Barthold © TZ Oesterreich Hochmuth Georg
Peter Barthold © TZ Oesterreich Hochmuth Georg

Mehr als eine halbe Stunde plauderte der gute Mann über seine Kärntner Herkunft, die Liebe zu Zigarren, seinen üblichen Wohnort im Schweizer Millionärsparadies Zug und vieles andere belanglose. Ein Zeuge des Gespräches zu EU-Infothek: „Das ist ein Dampfplauderer.“ Prof. Johann Graf wusste nicht, dass es sich bei seinem unfreiwilligen Gesprächspartner um jenen Mann handelt, welcher nicht nur ihn persönlich, sondern auch der Novomatic Gruppe indirekt, über dessen Fußball-Kollegen und Freund KR Peter Barthold in den letzten Jahren medial und auch bei Gerichten sehr nahe kam.

Alfred Inzinger, so hieß der Plauderer, ist engster Freund, auch Mentor, Finanzier und „intellektueller Führer“ des KR Barthold und seinen Aktionen – so wird EU-Infothek aus verlässlichen Kreisen geflüstert.

Alfred Inzinger war, wie Barthold, Berufsfußballer, in den 1980iger Jahren spielte er in Zürich und auch in Salzburg.

Inzinger ist Träger eines besonders in kirchlichen Kreisen hochangesehenen Namens, weitere Verwandte sind in hochrangigen Positionen im Gesundheitswesen tätig.

Alfred Inzinger ist für den SPÖ-nahen KR Peter Barthold ein idealer Verbindungsmann zu einflussreichen ÖVP-Kreisen, bis zu den engsten Beratern des Kanzler Kurz.

Nicht ganz kompatibel sind diese kirchlichen Kontakte mit jenen im Internet kursierenden Berichten, wonach, angeblich, Alfred Inzinger zu den hochrangigsten Scientologen Österreichs zähle.

Seine geschäftlichen Ausflüge, zum Beispiel mit den Energy Drink „Power Horse“, mit dem er Red Bull Konkurrenz machen wollte, sind ebenfalls interessante Lektüre in einschlägigen Foren. Der sehr umtriebige Alfred Inzinger hatte – so die EU-Infothek glaubwürdigen, vorliegenden mündlichen und schriftlichen Informationen – in den letzten Monaten besonders viele Kontakte mi KR Peter Barthold und auch mit dem weiteren Fußballer-Freund Franz Wohlfahrt.

Dieses Trio hatte vorwiegend zwei Geschäftsfelder intensiv bearbeitet, so vorliegende Informationen, welche sie geschickt bei ihren Lobbying-Arbeiten miteinander verflochten haben. Das eine Geschäftsfeld war der Versuch, Anteile des niederösterreichischen Energieversorgers EVN an einem baden-württembergischen Energieversorger an eine schwedische Investorengruppe (Name der Redaktion bekannt) zu verkaufen. (Bitte lesen Sie dazu folgenden Bericht: https://www.zfk.de/unternehmen/nachrichten/artikel/bd209760d295bb897fd65fed7fd63b49/wiener-stadtwerke-kaufen-evn-anteile-der-enbw-2020-03-05/)

Der 800 Millionen schwere Deal wurde von diesem Trio massiv zugunsten des schwedischen Investors lobbyiert, einerseits über einen besonders freundlichen Kontakt der KR Peter Barthold in den engsten Kreis der niederösterreichischen Landeshauptfrau Mikl-Leitner, andererseits durch die guten Beziehungen des Alfred Inzinger in den engsten Beraterkreis von Sebastian Kurz (Name des Kurz Beraters der Redaktion bekannt).

Um diesem Geschäftsvorhaben die notwendige Würze zu geben, haben insbesondere Barthold und Inzinger den Kurz-Berater wissen lassen, dass die Unterstützung beim EVN Deal auch belohnt wird:

Im aktuellen Untersuchungsausschuss hat es KR Barthold mit Unterstützung der NEOS geschafft Auskunftsperson zu werden. In den Verhandlungen wurde sinngemäß erklärt – so wurde EU-Infothek glaubhaft berichtet –, dass die ÖVP von allen Gerichten, den Staatsanwaltschaften und sogar vom Justizministerium wegen seit mehr als 10 Jahren eingestellten Verfahren betreffend Lizenzvergaben für die NÖ Landesausspielung (sogenanntes kleines Glücksspiel) angepatzt werden würde.

Abgesehen von der Tatsache, dass diese Behauptungen, nachweislich durch behördliche Dokumente festgestellt, völlig haltlos sind, spielen Barthold und seine Freunde seit vielen Jahren immer die gleiche Melodie: Vorfälle und Akte werden aus dem Zusammenhang gerissen, bunt gemixt, mit Verschwörungstheorien aufgepeppt und als Neuheit den Medien und auch wohlwollenden Politikern dargebracht.

Dieses wahrliche Theater an Desinformation funktioniert seit vielen Jahren, immer wieder im gleichen medialen und politischen Kreis. Genau diese oft aufgekochte, vergiftete Informationssuppe wurde nun dazu benutzt, um den 800 Millionen Deal mit offenbar stark winkender Erfolgsprovision durchzubringen.

Motto: Wir tauschen warnende Informationen gegen Unterstützung bei EVN Deal.

Die eifrigen Lobbyisten haben die Rechnung ohne die österreichische politische Realität gemacht. Kurz vor Abschluss des Verkaufes der EVN Anteile an die schwedische Investorengruppe wurden in den Medien Warnungen lanciert, wonach dieser Geschäftsanteil an der EVN Tochterfirma „Fremden“ Zugriff zu Informationen und auch Macht im Energiebereich verschaffen könnte. Der gelernte Österreicher weiß: Genau das ist nicht erwünscht.

Es kam, wie in einem österreichischen Drehbuch üblich: Der Verkauf wurde unter Freunden abgewickelt, eine Tochter der Wiener Holding übernahm den 800 Millionen Investitionsbrocken und Inzinger/Barthold betrauern noch heute die leeren Kilometer. Übrig blieb von den eingeleiteten Lobbying-Arbeiten das aufwendig betriebene Novomatic Bashing.

In einem gemieteten Büro am Wiener Parkring, dort auch noch als Untermieter, stapelten sich hunderte Seiten fein säuberlicher Kopien, teilweise in Ordnern, welche auf alten Novomatic Gerichtsakten und auch aus den Akten des Verfahrens gegen Peter Barthold wegen Verdachtes der Erpressung der Novomatic in Höhe von 25 Millionen Euro (das Verfahren wurde zu guter Letzt mit einer milden Begründung eingestellt). Für dieses Aktenkonvolut waren mehrere Personen wochenlang tätig, darunter eine sattsam bekannte ehemalige Buchhalterin mit rumänischen Wurzeln, welche eine Akkreditierung bei einer amerikanischen Nachrichtenagentur angibt, die Eingabe ihres Namens auf der Seite der UPA jedoch eine Fehlermeldung zur Folge hat, wirre Texte, inhaltlich aus dem Zusammenhang gerissen, veröffentlicht, darunter auch noch immer endlose Storys über den ehemaligen Briefbombenattentäter Fuchs oder die rumänische Securitate.

Diese „Journalistin“erstellt auch Listen diverser Firmen, wo sie vermutlich meint, dass es Zusammenhänge gibt. Ihre Listen tauchten bei den EU-Infothek vorliegenden Unterlagen einiger illegaler Glücksspielanbieter, auch Unterlagen aus dem Bereich des KR Peter Barthold – und nunmehr „eingebaut“ in ein Erpressungsmail an einen Vorstand eines Immobilienkonzerns auf.

Ein weiterer eifriger Sammler von echten und gefakten Dokumenten über die Novomatic, auch Spieler-Info und Personen, welche durch Zufall in den Nahebereich der Novomatic kamen, ist einer der bekanntesten österreichischen illegalen Glücksspielanbieter, welcher sich gerne mit Anzug und Krawatte pastorenähnlich als seriöser Geschäftsmann tarnt.

Illegale Online-Glücksspielanbieter und illegale Automatenglücksspielbetreiber bedienen sich offensichtlich der Dienste all dieser eifrigen Sammler von Novomatic Bashing Unterlagen. Der Zwecke der Aktion der illegalen Betreiber ist schlicht und einfach die Aufhebung des Glücksspielmonopols und damit die Wiedereinführung der „guten, alten Zeit“, wo das Glücksspielgesetz keine gesetzlichen Zähne hatte und 10.000 illegale Automaten in Österreich betrieben wurden.

In diesem Zusammenhang, insbesondere mit der Casino-Affäre, ist EU-Infothek gleich nach Bekanntwerden des „erfolgreichen“ anonymen Briefes an die Korruptionsstaatsanwaltschaft Wien betreffend Sidlo und dem angeblich Lizenzverkauf gegen Austausch einer Online Konzession durch Zufall ein damals aktuelles Abhörprotokoll zugekommen.

Diese wichtige Erkenntnis kam kurze Zeit nach Bekanntwerden des anonymen Briefes und weist auf jenen Umstand hin, über den EU-Infothek und Spieler-Info schon oft berichtet haben: Die illegalen Glücksspielbetreiber lobbyieren emsig und persönlich im Parlament, bei den politischen Parteien, bei den Behörden, im Finanzministerium und bei den Medien.

Es ist EU-Infothek nicht bekannt, was aus diesem sehr wesentlichen Hinweis, der genau diese Spur zu den Hintermännern und dem möglichen anonymen Briefverfasser legt, geworden ist.

Mit der Casino Affäre befasste Rechtsanwälte haben gegenüber EU-Infothek erklärt, dass im gesamten Akt dazu keine weiteren Ermittlungen vorliegen oder bekannt gegeben werden.

Zurück zu Herrn Alfred Inzinger: Dieser Mann hatte also die Unverfrorenheit, jenen Konzernchef, welcher 30.000 Mitarbeitern und fast ebenso vielen Familien, noch dazu in einem konzerninternen vorzüglichen Sozialsystem Arbeit gibt, der ehrlich in Österreich durch legales Glücksspiel mehr als 400 Millionen Euro Steuern bezahlt, auch jene Steuern, welche aus der weltweiten Tätigkeit zwischen Australien und Las Vegas sich gewinnbringend auswirken, in Österreich abführt, anzusprechen, obwohl er selbst eine der zentralen Figuren des Novomatic und Graf Bashings ist.

Wie das funktioniert? Ganz einfach! Mehrere PolitikerInnen kleiner Parteien haben erkannt, dass die Schlagworte

Glücksspiel
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Prof. Johann Graf

aufgrund deren Bekanntheitsgrad auch eine hohe Aufmerksamkeit für alle politischen Aussagen der jeweiligen Politiker oder der Partei bringen.

Eine kleine, verlässliche Schar von JounalistInnen veröffentlicht jeden Huster.

Darauf beruhen die medialen Erfolge dieser Art von Konzernvertreibung und – leider muss auch das gesagt werden – in Österreich sehr beliebter Beschimpfung erfolgreicher Unternehmer. Sehr bezeichnend ist, und das bestätigten diese Feststellungen, dass jedwede Gelegenheit, negative Berichte über Glücksspiel zu schreiben, wahrgenommen wird, wenn es sich um legale Glücksspielanbieter handelt. Über illegale Glücksspielanbieter – mehr als 1 Million Österreicher sind bei illegalen Glücksspielanbietern registriert – oder über die bekannten Hintermänner des illegalen Glücksspiels ist in den Medien nicht eine Berichterstattung zu finden.

Möglicherweise ist das Motiv der Anbiederungsansprache des Alfred Inzinger beim Nobel-Italiener auch ein zutiefst menschliches. Ziemlich sicher hat er von zahlreichen Schenkungen des Prof. Johann Graf gelesen, leuchtende Augen bekommen und die Gelegenheit mit dem gutmütigen Schenker persönlich in Kontakt zu treten nicht ausgelassen.

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