Rund um die Euro
Ganz ohne Politik geht es natürlich nicht. Dafür spricht schon die politische Vergabe unter UEFA Präsident Michel Platini an die Außenseiterbewerbung Polen und Ukraine, die Euros nach Osteuropa bringen soll. Dafür sorgt vor allem der Co-Veranstalter Ukraine. Russisch als zweite Amtssprache, Oppositionsführerin Timoschenko im Gefängnis, Massentötungen von Straßenhunden. Barbusige Proteste gegen Autokratie, Prostitution und Menschenhandel säumen das Fußballfeld. Hier schnappt die Abseitsfalle zu.
Das eröffnet auch für die fußballfanatische Kanzlerin Merkel ein Dilemma. Erreicht Deutschland das Endspiel am 1. Juli, so müsste sie sich neben Präsident Viktor Janukowitsch in Kiew auf die Tribüne begeben. Was weitaus unsympathischer ist als ein dynamisches Imagefoto mit den Mannen der Nationalelf, für das Merkel schon mal die eine oder andere Spielerkabine stürmt. Während Merkel sich alles offen hält und ihre Teilnahme kurzfristig entscheiden will, bleiben andere Regierungschefs und die Mitglieder der EU-Kommission den Spielen fern. Die Euro 2020 findet möglicherweise in Aserbaidschan und Georgien oder der Türkei statt. Wie wird man da die Frage der Menschenrechte umdribbeln?


















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