Samstag, 30. Mai 2020
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Benkos Schattenreich

The Icon Vienna – Ein Projekt der Signa-Gruppe / Bild © the-icon-vienna.com
René Benko / Bild © picturedesk.com/APA/Hans Klaus Techt

Die von René Benko gegründete Signa-Gruppe hat massive Probleme in Deutschland: Die Handelssparte Galeria-Karstadt-Kaufhof begab sich unter ein Schutzschirmverfahren – ein gerichtlich bestellter Sachverwalter beaufsichtigt nun die Geschäftsführung. Was bedeutet das für Österreich? Und muss die Signa-Gruppe nun die bislang nicht öffentlich bekannten Investoren offenlegen?

René Benko weilt derzeit in seinem Chalet am Arlberg und kommuniziert nahezu rund um die Uhr. Die Corona-Krise hat ihn bei den Fusionsbestrebungen in seiner deutschen Handelssparte zu Frühlingsbeginn eiskalt erwischt. Die Schließung der Filialen von Galeria-Karstadt-Kaufhof beschert der Signa-Gruppe derzeit einen kolportierten Umsatzverlust von 80 Millionen Euro. Pro Woche. Zu Wochenbeginn, also Ende März, ist der Versuch vorläufig gescheitert, Galeria-Karstadt-Kaufhof mit einem Notkredit der deutschen Staatsbank KfW auszustatten – laut Wirtschaftswoche war es um eine Größenordnung von 500 Millionen Euro gegangen; ausgerechnet die Banken, die lediglich 10 Prozent des Risikos übernehmen hätten sollen, wollten das Risiko laut dem Wirtschaftsmagazin nicht mittragen.

Nicht mehr allein im Haus

Der Plan B der Signa-Handelssparte rund um die traditionsreichen Handelshäuser sieht so aus: Galeria-Karstadt-Kaufhof schlüpft unter ein Schutzschirmverfahren. Das bedeutet, kurz gefasst: Das Management darf, mit Unterstützung eines honorigen deutschen Sanierungsexperten, weiter die Geschäfte führen, ein gerichtlich bestellter Sachverwalter übernimmt jedoch die Aufsicht über die Rettungsmaßnahmen. Eine Notmaßnahme, die dem Management der Signa-Gruppe in Österreich samt Gründer Benko nicht gefallen dürfte.

Hohe Beraterhonorare

Sanierungsexperten, noch dazu vom Gericht bestellte, neigen dazu, in so einem Verfahren alles zu hinterfragen und vieles zu durchleuchten. Sie richten den Scheinwerfer auch auf jene Ecken des Geschäfts, die bislang eher im Schatten lagen. Möglicherweise auch auf Beraterprovisionen: Addendum-Recherchen ergaben, dass in den Jahren 2015 und 2016 ein zweistelliger Millionenbetrag von der Signa Retail GmbH, in der die Handelsaktivitäten der Signa-Gruppe gebündelt werden, in Richtung René Benko und einer Signa MA Beratung GmbH floss. Diese Signa MA Beratung GmbH sollte später in der Signa Retail GmbH aufgehen. Waren diese Zahlungen mit allen Gesellschaftern der Signa Retail abgestimmt? Die Signa ließ eine Anfrage dazu trotz mehrmaliger Bitte um Stellungnahme unbeantwortet.

Bitte lesen Sie den gesamten Bericht auf Addendum.org.

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