Samstag 25. Mai 2013, 16:31

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Wo EU drinnen steckt, muss auch EU drauf stehen

Das Jammern über die EU gehört schon zum guten Ton. Besonders beliebt ist es, darüber Klage zu führen, dass wir auch noch Geld nach Brüssel schicken müssen, das dort in die Bürokratie und in Förderungskanäle fließt, die irgendwo zwischen Sizilien und dem Banat versickern. Den EU-Fördergeldern auf der Spur Das Jam­mern über die EU ge­hört schon zum guten Ton. Be­son­ders be­liebt ist es, dar­über Klage zu füh­ren, dass wir auch noch Geld nach Brüs­sel schi­cken müs­sen, das dort in die Bü­ro­kra­tie und in För­de­rungs­ka­nä­le flie­ßt, die ir­gend­wo zwi­schen Si­zi­li­en und dem Banat ver­si­ckern. Ös­ter­reich ge­hört heute un­zwei­fel­haft zu den so ge­nann­ten wohl­ha­ben­den Staa­ten. Daran lässt sich ei­ner­seits nicht rüt­teln, an­de­rer­seits ist dies aber auch ein gro­ßes Kom­pli­ment an alle Ge­ne­ra­tio­nen, die die­ses Land, das nach 1945 in Trüm­mern lag, an des­sen Wie­der­auf­stieg nie­mand so recht glaub­te, auf­ge­baut, zu Wohl­stand und Blüte ge­führt haben. Der Bei­tritt zur EU hat Ös­ter­reich viel ge­bracht. Das Land ist vom Rand in die Mitte Eu­ro­pas ge­rückt. Davon legen unter an­de­rem jene Re­gio­nen ein Bei­spiel ab, die noch vor etwas mehr als 20 Jah­ren als das Land an der toten Gren­ze (näm­lich am Ei­ser­nen Vor­hang) gal­ten und heute ein Bei­spiel für ge­leb­te Nach­bar­schaft, das Über­win­den von Bar­rie­ren und Gren­zen bil­den. Wer hätte noch in den gar nicht so lange zu­rück­lie­gen­den 80-er Jah­ren daran ge­dacht, dass etwa der Raum Wien-Bra­tis­la­va-So­pron ein­mal als die zen­tral­eu­ro­päi­sche Wachs­tums­re­gi­on gel­ten würde. Keine Frage, auch das ge­hört zu jener So­li­da­ri­tät, die man in der EU (er)lebt, dass der Stär­ke­re den Schwä­che­ren stützt. Keine Frage daher, dass Ös­ter­reich zu den so ge­nann­ten Net­to-Zah­lern zählt. Üb­ri­gens, 2009 waren es 2,32 Mil­li­ar­den Euro, die Wien an Brüs­sel zahl­te. In Schil­ling wären das 30 Mil­li­ar­den ge­we­sen. Die EU ist al­ler­dings keine Ein­bahn­stra­ße und Ös­ter­reich hat im Jahr 2009 daher auch für Pro­jek­te, etc. Geld aus Brüs­sel er­hal­ten und zwar staat­li­che 1,82 Mil­li­ar­den. Un­term Strich kos­tet uns die EU somit be­schei­de­ne 40 Mil­lio­nen Euro im Jahr. Fünf Euro pro Kopf. So viel wie eine Zi­ga­ret­ten­pa­ckung. Das sind Zah­len, die einem zum Nach­den­ken an­re­gen soll­ten. Mehr noch. Es wäre ei­gent­lich drin­gend an der Zeit, dass man den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern auch vor Augen führt, was diese EU ei­gent­lich alles für uns leis­tet. Viele Pro­jek­te wären nicht in An­griff ge­nom­men wor­den, hätte es nicht eine För­de­rung durch die EU ge­ge­ben. Nur wis­sen die we­nigs­ten davon. Wenn der ös­ter­rei­chi­sche EU-Kom­mis­sar Jo­han­nes Hahn daher ver­langt, dass end­lich dort, wo EU-Geld drin­nen steckt, dies auch drauf ste­hen soll­te, so ist das mehr als nur eine klei­ne Schlag­zei­le wert. Es ist die­ser der längst fäl­li­ge und not­wen­di­ge An­satz, die EU auch im All­tag be­wuss­ter zu ma­chen. Nicht nur, damit die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger wis­sen, wofür ihr Steu­er­geld ver­wen­det wird, son­dern damit wir diese Ge­mein­schafts­leis­tun­gen der EU auch ent­spre­chend zu schät­zen ler­nen. Dazu ge­hört frei­lich auch der schar­fe Blick, was wirk­lich mit den EU-För­der­gel­dern pas­siert. Ob sie in Pro­jek­te ge­flos­sen sind, die diese Gel­der ver­dient haben. Oder ob sie In­sti­tu­tio­nen zu­teil­wur­den, die damit Schind­lu­der be­trie­ben haben. EU-In­fo­thek ist in die­sem Sinne mehr als nur eine so ge­nann­te Trans­pa­renz-Da­ten­bank für die hohe Zahl von För­de­run­gen, mehr als eine neue In­for­ma­ti­ons­platt­form, es ist eine Art öf­fent­li­che Ge­wis­sen­for­schung

 


 




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