Mittwoch 22. Mai 2013, 19:39

Energie & Ressourcen

Windkraft legt kräftig zu

Vom lauen Lüfterl zur Erfolgsgeschichte: Das neue Ökostromgesetz bringt kräftigen Rückenwind für die Windkraft in Österreich. 656 Windkraftanlagen bringen es auf die beachtliche Leistung von 1.084 MW. 2012 folgen 140 weitere Anlagen, das bedeutet über 30 Prozent Leistungssteigerung, die Perspektiven sind erfreulich.

Windkraft legt kräftig zu
Windkraft legt kräftig zu
Bild: W.E.B Windkraftanlage, Alexander Zechmeister, www.jimmidee.com
Bereits 2011 war ein gutes Jahr für die Betreiber von Windkraftanlagen. Mit Investitionen über 120 Millionen Euro konnten 31 neue Anlagen aufgestellt werden, 2012 werden es 620 Millionen Euro sein, die in Windenergie investiert werden. Diese Investitionen ermöglichen es, über 850.000 Haushalte mit Windenergie zu versorgen, das entspricht immerhin einem Viertel der österreichischen Haushalte. Windkraft hat sich zu einem regelrechten Selbstläufer entwickelt. Und – darüber freut sich Mag. Stefan Moidl, GF der IG Windkraft ganz besonders: "Der rasche Ausbau der Windkraft in den nächsten Jahren kann den importierten Atomstrom aus dem österreichischen Stromnetz verdrängen".

Ökostromgesetz 2012: Gute Rahmenbedingungen

Das seit Anfang 2012 geltende Ökostromgesetz hat zu einem wahren Windkraft-Boom geführt. Der verbindliche Rechtsrahmen gibt Investoren die erforderliche Planungssicherheit für neue Windparks. Stabile Förderungsbedingungen begünstigen die Ausbaustatistik. Als Zuckerl obendrauf gibt es zudem  einen festgelegten Einspeisetarif, der für die erforderliche Rentabilität sorgt. Die zusätzliche Bereitstellung eines Sondertopfes über 80 Mio. Euro hat es ermöglicht, laufende Projekte, die in der Warteschlange waren, zügig abzuschließen. Die dadurch ausgelösten Impulse für die heimische Wirtschaft sind ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Windkraftförderung: Kosten sehr überschaubar

Windkraft hat einen guten Ruf. Das liegt zum einen an der ausgesprochenen Umweltverträglichkeit und, das wird jetzt die Betreiber freuen, auf der Kostenseite. Kaum eine andere Energieform ist nämlich vergleichsweise  kostengünstig in der Anschaffung, die Betriebskosten halten sich ebenfalls in überschaubaren Grenzen. Wälzt man die Kosten der Windkraftförderung auf einen durchschnittlichen Haushalt um, so belaufen sich diese auf 4,9 Euro für 2011. Und das ist angesichts anderer Faktoren und Kriterien durchaus als Schnäppchen zu werten.  

Aktiver Klimaschutz dank heimischer Windkraft

Der aktuelle Ausbauschub von Windkraft ist speziell im Bereich Klimaschutz nicht zu unterschätzen. Immerhin werden die Einsparungen der schädlichen CO2-Emissionen von aktuell 1,4 Mio. Tonnen auf beachtliche 2 Mio. Tonnen erhöht. Auf Pkws umgelegt ist das mehr, als 20 Prozent der hierzulande zugelassenen Fahrzeuge verursachen. Klimaschutz und Energiegewinnung kommen sichtlich gut miteinander aus, so werden Ressourcen nachhaltig geschont.

Windkraft spart auch Wasser

Es mag überraschen, doch speziell der Energiesektor geht mit Wasser nicht gerade zimperlich um. Windenergie braucht in ihrer Herstellung nur sehr wenig davon, um Strom erzeugen zu können. Fossile Brennstoffe und Kernenergie verkochen das kostbare Gut hingegen in rohen Mengen. Ob für Pumpen oder Kühlung, von Ressourcen schonen kann hier keine Rede sein. Kohle beispielsweise braucht pro MWh ca. 3.2 Kubikmeter Wasser, um Strom zu produzieren. Bei Gas liegt dieser Wert bei ca. 1,7 Kubikmeter, Kernkraft liegt in etwa dazwischen. Doch leider werden Energiesysteme selten in ihrer komplexen Ganzheit erfasst, und auch Wasser wird früher oder später genau wie der Klimawandel zu einer ernstzunehmenden Herausforderung im Umweltbereich. Und so verwundert es keineswegs, dass die Rufe nach ressourcenschonenden Energiequellen immer lauter werden.

Windkraft-Boom hält an

Der Anteil der Windkraft am Endenergieverbrauch steigt laut IG Windkraft von 2011 mit 3,6 Prozent Anteil in Österreich auf voraussichtlich 4,9 Prozent. Die heftigste Steigerung wir im Burgenland erwartet: Hier erhöht sich dieser Anteile von ohnehin schon beachtlichen 47 Prozent auf stolze 81,5 Prozent.
Europaweit sieht es ganz ähnlich aus: Laut angaben des EWEA (Europäischer Windenergie Verband) geht es mit der Windkraft steil bergauf. 2011 gilt ohnehin als bisheriges Ausbaurekordjahr, die Windkraftleistung stieg um 11 Prozent und deckt mittlerweile 6,3 Prozent des europäischen Stromverbrauchs. Doch um die Ziele der Union zu erreichen, heißt es dran bleiben, auch in den kommenden Jahren ist ein intensiver Ausbau erforderlich.

Dänemark: 26 Prozent Windkraft

Deutschland hat laut Statistik die höchsten Kapazitäten, in Sachen Energiemix liegt der Anteil beim   Windenergieverbrauch in Dänemark am höchsten. Dahinter reihen sich Spanien und Portugal, die sich ein Kopf an Kopf Rennen liefern, gefolgt von Irland und Deutschland, Österreich befindet gegenwärtig nur im gemäßigten Mittelfeld.

Auf globaler Ebene liegen in Sachen Windkraft die Asiaten vor Europa und Nordamerika. In Lateinamerika, Afrika und dem mittleren Osten gibt es in zu diesem Thema nur sehr wenig Fortschritt zu vermelden.

Angesichts des Klimawandels und dem schier unersättlichen Energiebedarf unserer Zivilisation bilden  Energiesysteme mit hoher Effizienz, natürlich auf Basis erneuerbarer Energie im Sinne einer lebenswerten Umwelt ohnehin die einzig sinnvolle Art der Energiegewinnung. Eigentlich fehlt jetzt nur etwas mehr Verbindlichkeit seitens der Union, denn diese könnte einen unübersehbaren Impuls für weitere Investitionen in diesem Bereich auslösen. Doch scheinbar fehlt hier an der erforderlichen Selbstsicherheit.      

 


 




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