Freitag 24. Mai 2013, 02:55

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Wer die EU stärken will, muss sich für den Euro engagieren

In den letzten Wochen und Tagen wurde man an ein Zitat des österreichischen 'Mister Europa' erinnert. Alois Mock, der Österreich in die EU führte, sprach immer wieder davon, dass der Europäische Einigungsprozess zwar weit fortgeschritten, aber trotzdem nicht irreversibel sei.

Bild: © Thomas Steiner
Alois Mock, ehem. Außenminister
Bild: Thomas Steiner
In den letzten Wochen und Tagen wurde man an ein Zitat des österreichischen 'Mister Europa' erinnert. Alois Mock, der Österreich in die EU führte, sprach immer wieder davon, dass der Europäische Einigungsprozess zwar weit fortgeschritten, aber trotzdem nicht irreversibel sei.

Die Diskussion um den erweiterten Schutzschild für die europäische Währung, von manchen gar zu einer Art 'Überlebenskampf des Euro' hochstilisiert, machte jedenfalls nachdenklich. Der Euro ist nämlich mehr als nur ein Zahlungsmittel, er ist genau genommen ein ganz entscheidender Kitt, der das EU-Gefüge zusammenhält. Das hat der Vater der deutschen Einigung, Helmut Kohl, schon frühzeitig erkannt und sich daher am Ende seiner Amtszeit sich so für die Einführung des Euro stark gemacht hat.

Ein Blick in die Geschichtsbücher tut gut. Bereits 1970 wurde erstmals die Idee einer gemeinsamen europäischen Zahlungsmittels konkretisiert. Im Vertrag von Maastricht einigten sich 1992 die EU-Mitgliedstaaten auf bestimmte 'Konvergenzkriterien'. Diese umfassten unter anderem die Stabilität der öffentlichen Haushalte, des Preisniveaus, der Wechselkurse. 1995 legte der Europäische Rat den Namen der neuen Währung, nämlich 'Euro', und 1998 die Wechselkurse fest (Übrigens, allein Österreich erspart sich durch den Wegfall des Währungswechsels jährlich 300 Mio Euro, das ist die Differenz zwischen dem, was Österreich netto an die EU zahlt und wieder an Förderungen von der EU erhält). Mit Jahresbeginn 1999 wurde der '€' als Buchgeld, drei Jahre später am 1. Januar 2002 erstmals als Bargeld eingeführt.

Vor nunmehr bald neun Jahren erhielt man für einen Euro nur 0,88 US-Dollar. Mittlerweile hat sich das Verhältnis mehr als umgedreht, aktuell gibt es 1,32 US-Dollar für einen Euro. Wenngleich manche (Konkurrenten wie Pessimisten) gerne den Euro krank reden wollen, Faktum ist, dass er weltweit eine starke Position hat, was vielen gar nicht gefällt. Die Probleme, mit denen der Euro heute kämpft, hängen allerdings nicht unwesentlich mit der großen Finanz- und Wirtschaftskrise zusammen, die 2007 ihren Ausgang in den USA nahm. Nur und das muss an dieser Stelle auch erwähnt werden, ohne den Euro hätte diese ganz andere Spuren durch den 'alten Kontinent' gezogen, wären die nationalen Währungen (auch der Schilling) ordentlich ins Schlingern geraten.

Dass die EU das größte Friedensprojekt aller Zeit darstellt, das ist eine mittlerweile unbestrittene Tatsache. Die andere ist, dass die EU ohne Zweifel eine Weltwirtschaftsmacht ist. Und der Euro hat diese Position untermauert. Das aber heißt heute auch, wer den Euro madig macht, schwächt die EU. Der Einsatz für den Euro, auch für jene Länder, die von Griechenland über Italien bis hin nach Portugal, die ordentliche Führung eines Staatshaushaltes offenbar erst lernen müssen, lohnt sich. Schließlich geht es um mehr als nur Geld, es geht um die Existenzgrundlage, die Zukunft des europäischen Kontinents.

 




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