Dienstag 28. März 2017, 10:14

Interviews

Wenn sich der LH mit der EU schmückt

Dr. Günter Stummvoll
Dr. Günter Stummvoll
Bild: Parlamentsklub ÖVP

Was die Of­fen­le­gung der EU-För­de­run­gen be­trifft, so soll­te man durch­aus auch vor der ei­ge­nen Türe keh­ren. Einer der längst die­nen­den Na­tio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­ten weiß davon ein be­son­de­res Lied zu sin­gen. Gün­ter Stumm­voll ist nicht nur Vor­sit­zen­der des Fi­nanz- und Bud­get­aus­schus­ses son­dern auch Vor­sit­zen­der der 'EU-Platt­form Wald­vier­tel'. Diese be­müht sich ins­be­son­de­re für in­ter­es­san­te Pro­jek­te, die der wirt­schaft­li­chen Be­le­bung und Stär­kung der Re­gi­on die­nen, auch EU-För­de­rungs­gel­der auf­zu­stel­len, zu er­hal­ten. Was in­so­fern wich­tig ist, da das Vier­tel ob dem Man­harts­berg noch immer unter einer Ab­wan­de­rung der Be­völ­ke­rung lei­det, sich um die Er­hal­tung vie­ler Be­trie­be sorgt und daher alles un­ter­nom­men wer­den muss, um die­ser Ent­wick­lung Ein­halt zu ge­bie­ten.

Stumm­voll ist nicht nur ein an­ge­se­he­ner Par­la­men­ta­ri­er, er ist auch ein tüch­ti­ger Or­ga­ni­sa­tor, um Pro­jek­te und För­der­gel­der ins Land zwi­schen der tsche­chi­schen Gren­ze im Nor­den und der Donau um Süden zu be­kom­men. Was ihm im­po­niert, ist zum Bei­spiel (wenn­gleich das Land auf­grund der ak­tu­el­len fi­nan­zi­el­len Trou­bles der­zeit nicht un­be­dingt ein Vor­bild ist) Ir­land. In einem Punkt frei­lich ist es ein Vor­bild, näm­lich bei der Aus­zeich­nung aller Pro­jek­te, Vor­ha­ben und In­sti­tu­tio­nen, die Gel­der aus dem gro­ßen EU-Topf be­kom­men haben. Das wird öf­fent­lich - und zwar nicht ver­steckt, son­dern deut­lich les­bar - kund­ge­tan, ist über­all für die Öf­fent­lich­keit er­sicht­lich.

In Ös­ter­reich, so be­klagt Stumm­voll, ist dies lei­der nicht der Fall. Mehr noch, wenn zum Bei­spiel ein Ver­ein ein Pro­jekt ein­reicht, dafür eine För­de­rung durch die EU er­hält, so kann er nicht ein­mal ab­le­sen, wie viel Geld letzt­lich die EU dazu bei­ge­steu­ert hat. Im Re­gel­fall gibt es näm­lich für sol­che Pro­jek­te eine Bank­fi­nan­zie­rung. Und nicht nur das, EU-För­de­run­gen ver­lan­gen auch, dass das je­wei­li­ge Bun­des­land, die Ge­mein­de, in dem das Pro­jekt rea­li­siert wird, sich an der Fi­nan­zie­rung be­tei­ligt. Für den Be­zie­her ist frei­lich nicht her­aus­zu­fin­den, wer dazu wie viel bei­ge­steu­ert hat. Es gibt dann meist nur ein Schrei­ben der po­li­ti­sche Ak­teu­re, vom Lan­des­haupt­mann bis zum Bür­ger­meis­ter, in dem diese stolz er­klä­ren, wie sie sich doch für das Pro­jekt ein­ge­setzt haben...

Nie­mand will je­man­dem seine Ver­diens­te strei­tig ma­chen. Es würde nie­man­den scha­den, wohl aber die Wert­schät­zung für die EU er­hö­hen, wenn man sich auch zur kon­kre­ten Leis­tung der EU be­kennt, diese nicht unter den Tep­pich kehrt, son­dern offen pla­ka­tiert.




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