Donnerstag 23. Oktober 2014, 01:02

Umwelt & Agrar

Weltweites Quecksilberabkommen beschlossen

Nach rund vier Jahren Verhandlungen hat sich die Staatengemeinschaft im Rahmen des  Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) auf ein umfassendes internationales Abkommen zur Reduzierung der Quecksilberemissionen geeinigt.  Langfristiges Ziel ist, die Emissionen des giftigen Schwermetalls so weit wie möglich vollständig zu stoppen.

Weltweites Quecksilberabkommen beschlossen
Weltweites Quecksilberabkommen beschlossen
Bild: bionerd/flickr.com
Umweltminister Niki Berlakovich zeigt sich über den erfolgreichen Ausgang der fünften und letzten Verhandlungsrunde erfreut: „Dieses Abkommen ist ein wichtiger Schritt, um unsere Umwelt und vor allem die Gesundheit unserer Kinder zu schützen, die schon durch kleinste Mengen dieses Schwermetalls geschädigt werden können“, so der Minister zur Notwendigkeit der Konvention.

Quecksilber verbreitet sich über die Luft in die Umwelt und gelangt über Flüsse und Meere in die Nahrungskette. Die mögliche Folge für Menschen sind Schädigungen des Nerven-, Verdauungs- und Atmungssystems.

„Minamata-Konvention“

Die ausgearbeitete Quecksilberkonvention ist das erste weltweite Regelinstrument, mit dem zukünftig der Primärbergbau von Quecksilber eingedämmt sowie die Herstellung und den Handel mit quecksilberhaltigen Produkten wie Batterien, elektronischen Bauteilen, Seifen, Pestiziden und Messinstrumenten beschränkt wird. Im Fall von Energiespar- und Leuchtstofflampen wird deren Quecksilbergehalt begrenzt. Entwicklungsländer und Schwellenländer werden bei der Umsetzung des Abkommens durch finanzielle und technische Maßnahmen unterstützt. Ein Überprüfungsausschuss wird ab dem Inkrafttreten des Abkommens  die Umsetzung und Einhaltung der Konvention überwachen. Die endgültige Beschlussfassung und Unterzeichnung des Quecksilberabkommens, das die Bezeichnung „Minamata-Konvention“ erhalten soll, ist für Herbst 2013 in Japan vorgesehen.

Der Name leitet sich aus der Quecksilberkatastrophe von Minamata (Japan) in den 1950er Jahren ab, durch die das giftige Schwermetall auf tragische Weise bekannt wurde. Damals wurde durch die andauernde Einleitung quecksilberhaltiger Abwässer aus einem Chemiebetrieb die Bucht von Minamata so stark vergiftet, dass die sich hauptsächlich von Fisch ernährende Bevölkerung unter schwersten Massenvergiftungen zu leiden hatte. Die globale Umweltpolitik ist seither bestrebt, vor allem in den Industrieländern die Freisetzungen von Quecksilber in Luft, Wasser und Boden effizient zu minimieren.




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