Wege der Kriminalprävention in Europa
Eindämmung von Messerstechereien, Bekämpfung von „Cyber-Bullying“ oder Förderung der frühzeitigen Erkennung von Abhängigkeiten – dies sind innovative Initiativen für Kriminalprävention, die in der gesamten EU als Teil des Europäischen Netzes für Kriminalprävention (EUCPN) bestehen. In einem vorgestellten Bericht bewertet die Europäische Kommission die Bemühungen des Netzes um verbesserte Sicherheit für die europäischen Bürger.

Bild: tct10e/flickr.com
Das EUCPN ist eine EU-weite Plattform für den Austausch von bewährten Praktiken sowie Forschungsergebnissen und Informationen zur Kriminalprävention. Seit 2001 fördert das EUCPN Tätigkeiten dieser Art und unterstützt dabei Strafverfolgungsbeamte, Sozial- und Jugendarbeiter, Angehörige der Gesundheitsberufe, Lehrkräfte und Wissenschaftler sowie politische Entscheidungsträger auf EU- und auf nationaler Ebene.
Bemühungen zur Verhütung von Straftaten
"Mit finanzieller Unterstützung der EU hilft das Europäische Netz für Kriminalprävention den Mitgliedstaaten, unsere Gesellschaften durch ihre Bemühungen zur Verhütung von Straftaten sicherer zu machen. Der heutige Bericht zeigt, dass das Netz gut funktioniert, und deutet an, wie zukünftig noch mehr vor Ort verändert werden kann“, erklärte die EU-Kommissarin für Inneres Cecilia Malmström.
Unter anderem gilt das besondere Augenmerk des EUCPN der Jugend- und Drogenkriminalität sowie der Kriminalität in den Städten. Ein Schwerpunkt des Netzes liegt beispielsweise auf der Sensibilisierung durch den Europäischen Preis für Kriminalprävention, mit dem jährlich das beste europäische Projekt zur Verhütung von Straftaten ausgezeichnet wird. Beispiele für Vorzeigeprojekte sind im Drogenbereich ein Präventivprojekt für Schüler von Primar- und Sekundarschulen in den Niederlanden und im Bereich häusliche Gewalt ein groß angelegtes Kooperationsprojekt von lokalen Behörden, Polizei und Gesundheitssektor in Malmö (Schweden).
Spielraum für weitere Verbesserungen
Der nun vorgelegte Bericht der Kommission zeigt, dass das EUCPN in den letzten zweieinhalb Jahren gute Arbeit geleistet hat. Trotzdem besteht noch Spielraum für weitere Verbesserungen des Netzes. So sollte das EUCPN seine Produkte (themenbezogene Papiere, Berichte, Studien usw.) mehr auf die Bedürfnisse der mit Kriminalprävention befassten Personen ausrichten, z. B. durch die Ausarbeitung von Materialien zu bewährten Verfahren für Akteure auf regionaler und lokaler Ebene.
Der Bericht der Kommission enthält zudem die Empfehlung an das EUCPN, die Beziehungen mit EUROSTAT (zur Erstellung besseren statistischen Informationsmaterials auf EU-Ebene), der Europäischen Polizeiakademie EPA (zum Erreichen von Praktikern auf lokaler Ebene) und dem Europäischen Polizeiamt EUROPOL (zur Ermittlung der zukünftigen Herausforderungen und Prioritäten bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität) auszubauen.
In den meisten EU-Ländern ist die Kriminalitätsrate seit rund zehn Jahren rückläufig. Es gibt jedoch beträchtliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten der Kriminalität. Von 2006 bis 2009 registrierte die Polizei in einer Reihe von Mitgliedstaaten einen Anstieg insbesondere der Wohnungseinbrüche und des Drogenhandels. Gleichzeitig ist die Zahl der Kraftfahrzeugdiebstähle, Gewaltverbrechen und Raubdelikte erheblich zurückgegangen.


















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