UN-Konferenz berät Strategien gegen Verlust von Tier- und Pflanzenarten
Auf Beamtenebene beginnt heute in Haiderabad (Indien) eine Konferenz jener Staaten, die das UN-Übereinkommen über die biologische Vielfalt ratifiziert haben. Die Konferenz soll einen Überblick darüber geben, wie weit die Artenschutzstrategien für gefährdete Tier- und Pflanzenarten, die die einzelnen Staaten bis zum Jahr 2020 erstellen sollen, schon fortgeschritten sind. Auch Österreichs Umweltminister Nikolaus Berlakovich wird an der Konferenz teilnehmen.

Bild: Günther Alois/pixelio.de
Besorgniserregender Artenverlust
Großes Augenmerk gilt in Haiderabad dem besorgniserregenden Artenverlust in den Meeren und an den Küsten. Laut der UN-Ernährungsorganisation FAO sind 25 % aller Fischbestände gefährdet, 80 % der karibischen Korallenriffe sind zerstört, an den Küsten wurden innerhalb der letzten 20 Jahre 35 % aller Mangroven vernichtet. Da derzeit nur etwa ein Prozent der Weltmeere geschützt sind, hat sich die Konferenz 2010 in Nagoya dazu verpflichtet, diese Fläche bis 2020 zu verzehnfachen. In Haiderabad soll eine Liste mit ökologisch besonders sensiblen Meeresgebieten beschlossen werden, für die wirksame Schutzmaßnahmen getroffen werden sollen.
Synthetische Biologie
Ein relativ neues Feld eröffnet sich der Konferenz mit der so genannten synthetischen Biologie. Mit dieser Technologie können aus unbelebten Materialien lebende Organismen hergestellt werden und in Medizin, Forschung, Umweltschutz oder Landwirtschaft Verwendung finden. Österreich steht dieser "Second-Hand-Natur" reserviert gegenüber. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, wie beispielsweise im Labor hergestellte Mikroben sich in der Natur auswirken, sind spärlich. Österreich wird daher in Haiderabad darauf drängen, dass jede synthetische Biologie strikt dem Vorsorgeprinzip unterworfen sein muss.


















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