Dienstag 21. Mai 2013, 09:47

Umwelt & Agrar

Trendwende in EU-Strategie zu Biokraftstoffen?

Im Kampf gegen den Klimawandel verpflichtete sich die EU vor einigen Jahren zum vermehrten Einsatz von Biosprit. Kritiker sehen in dieser Entscheidung jedoch einen Grund für steigende Nahrungsmittelpreise.

Trendwende in EU-Strategie zu Biokraftstoffen?
Trendwende in EU-Strategie zu Biokraftstoffen?
Bild: Christoph Jungbluth/flickr.com
Bis 2020 will die EU rund 10 % der im Transportsektor verbrauchten Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen gewinnen. Kritiker fordern jedoch, den Einsatz von Biotreibstoffen der ersten Generation zurückzufahren. Diese erste Generation von Kraftstoffen wird aus Pflanzen wie Mais, Weizen oder aus den Früchten der Ölpalme hergestellt, die auch zum menschlichen Verzehr angebaut werden. Treibstoffe der zweiten und dritten Generation basieren hingegen auf Abfallprodukten, nicht-essbaren Nutzpflanzen oder Algen.

Die EU-Kommission schlägt deshalb nun vor, den Anteil von Biotreibstoffen aus Nahrungsmittelpflanzen auf 5% zu begrenzen und weitere 5 % aus Biotreibstoffen der zweiten und dritten Generation zu gewinnen.

"Ich unterstützte die Pläne der Kommission. Die derzeitige Konkurrenz von Biotreibstoffen und dem Anbau von Nahrungsmitteln führt zu steigenden Lebensmittelpreisen und sollte deshalb nicht fortgeführt werden", sagt etwa der polnische Sozialdemokrat Jarosław Kalinowski, der sowohl im Agrar- als auch im Umweltausschuss des Parlaments sitzt.

Arbeitsplätze gefährdet?

Der deutsche Sozialdemokrat Jo Leinen, ein Mitglied des Umweltausschuss, begrüßt ebenfalls den Vorschlag. Nachhaltigkeitskriterien für Biotreibstoffe sollten sowohl soziale Folgen als auch Umweltschutz einbeziehen. Andererseits sollte die EU nicht von einem Extrem ins Andere verfallen: "So eine Entscheidung sollte mit Bedacht getroffen werden."

Produzenten von Biokraftstoffen hingegen fürchten, Einschnitte bei den Quoten könnten einen noch wachsenden Industriezweig zerstören und tausende Arbeitsplätze gefährden.

"Da unser 10 %-Ziel noch steht, wird in den nächsten Jahren in Europa weiterhin Bedarf an Biotreibstoffen bestehen", erklärt Leinen. Auch seien weitere Investitionen in die Erforschung von fortgeschrittenen Biokraftstoffen nötig.

"Biotreibstoffproduzenten hätten sich darauf vorbereiten können", sagt der niederländische Grüne Bas Eickhout. "Bereits 2009 wurde Kritik an den indirekten Folgen des Ausbaus von Biotreibsstoffen laut. Die Firmen, die in innovative Technologie investiert haben, werden von den geplanten Änderungen profitieren."

 


 




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