Dienstag 21. Mai 2013, 13:29

Europapolitik

Theo Waigel: Das Ziel heißt "Die Vereinigten Staaten in Europa"

Key-Note-Speaker des siebenten HYPO Invest Club im Palais Niederösterreich war der ehemalige Deutsche Bundesminister für Finanzen Theo Waigel - passend zur aktuellen Wirtschafts- und Politiklage - mit dem Thema "Die Zukunft Europas und seiner Währung".

Theo Waigel: Das Ziel heißt "Die Vereinigten Staaten in Europa"
Theo Waigel: Das Ziel heißt "Die Vereinigten Staaten in Europa"
Bild: Junge Union Bayern/flickr.com
Waigel zog in seinem Vortrag einen beeindruckenden historischen Querschnitt durch die letzen Jahrzehnte europäischer Geschichte - vom zweiten Weltkrieg bis hin zur positiven Entwicklung zu einem friedlich vereinten Europa. Die Einführung der gemeinsamen Währung sei laut Theo Waigel richtig und notwendig gewesen, um in der heutigen globalisierten Welt auf den Finanzmärkten bestehen zu können. Der Vortragende attestiert der Europäischen Währungsunion in ihrer Entwicklung jedoch eklatante "Erziehungsfehler" im Umgang mit den Mitgliedsländern. Die Aufnahme Griechenlands bezeichnete der ehemalige deutsche Finanzminister als Fehler: "Aufgrund der Zahlen hätte eine Aufnahme schlichtweg nicht erfolgen dürfen", so Waigel.

Notwendigkeit der Vereinigten Staaten in Europa

Zur derzeitigen Staatsschuldenkrise hält der ehemalige Spitzenpolitiker fest: "Die Vorteile einer gemeinsamen europäischen Währungsunion werden zu wenig hervorgehoben. Insgesamt hat Europa aber vernünftig und richtig in der Krise reagiert." Am Ende des Vortrags hob Waigel die Notwendigkeit der Vereinigten Staaten in Europa hervor, welche politisch und rechtlich flexibel sein müssten. Weiters brauche Europa ein eigenständiges Wirtschafts- und Sozialmodell. "Die Europäische Idee bedarf einer Erneuerung. Dazu sollte ein `'Bündnis für Europa' geschaffen werden, gebildet aus Kirchen, Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften, Bauern- und Jugendverbänden, Kulturschaffenden und Stiftungen sowie Städten und Gemeinden. Sie bilden ein konstruktives Netzwerk für den irreversiblen Weg zu einem erfolgreichen gemeinsamen Europa", so der ehemalige deutsche Finanzminister.


 




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