Sonntag 26. Mai 2013, 03:31

Bildung & Kultur

Staatspreis für Europäische Literatur 2012 an Patrick Modiano

Kulturministerin Claudia Schmied: "Patrick Modiano ist ein Autor, der mit zutiefst menschlichen Erzählungen über Vergangenheit und Gegenwart, Erinnern und Vergessen auch zahlreiche Leserinnen und Leser in Österreich gefunden und begeistert hat."

Staatspreis für Europäische Literatur 2012 an Patrick Modiano
Staatspreis für Europäische Literatur 2012 an Patrick Modiano
Bild: morawa
"Besonders freut mich, dass die deutschen Übersetzungen einiger seiner wesentlichen Werke aus österreichischer Feder stammen, darunter "Place de l'Etoile", "Aus tiefstem Vergessen", und ganz aktuell "Im Café der verlorenen Jugend", die von Elisabeth Edl ins Deutsche gebracht wurden und "Die kleine Bijou" für dessen Übersetzung Peter Handke verantwortlich zeichnet", so Schmid anläßlich der Verleihung des Staatspreises.

Patrick ModianoPatrick Modiano wurde am 30. Juli 1945 in Boulogne-Billancourt bei Paris geboren. Seit 1967 ist er als Schriftsteller tätig. Der zeitgenössische Klassiker ist bei seinen Lesern für Lakonie und die philosophische Tiefe seiner Prosa bekannt. Peter Handke entdeckte Patrick Modiano endgültig für das deutschsprachige Publikum und übertrug 1985 seinen Roman 'Eine Jugend' ins Deutsche. Nach und nach erschienen fast alle seiner Bücher auf Deutsch - so auch das Erstlingswerk 'La Place de l'etoile' über das von den Deutschen besetzte Paris aus 1968. Dieser Roman wurde - erst 42 Jahre nach seinem Erscheinen - in einer Übersetzung von Elisabeth Edl veröffentlicht. In Frankreich wurde Modiano mit nahezu jedem nennenswerten Preis geehrt: So erhielt er 1968 den Prix Roger Nimier, 1972 den Grand Prix du Roman de l'Academie francaise oder 1978 den Prix Goncourt. Überdies ist Patrick Modiano auch Chevalier des Arts et des Lettres.

Der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur wird an einen europäischen Autor für das literarische Gesamtwerk verliehen, wenn dieses international besondere Beachtung gefunden hat und in deutschsprachiger Übersetzung vorliegt. Zuletzt wurde der Preis Jorge Semprún (2006), A.L. Kennedy (2007), Agota Kristof (2008), Per Olov Enquist (2009), Paul Nizon (2010) und Javier Marías (2011) zuerkannt.

 


 




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