Sojagranulat: Nachhaltig kochen
Ist Sojagranulat das bessere Fleisch? Wie nachhaltig ist es wirklich? Die SERI Studie macht erstmals einen realistischen Vergleich zwischen Sojatrockenprodukten und Fleisch möglich. Dabei werden verschiedene Umweltkennzahlen wie erneuerbare und nichterneuerbare Rohstoffe, Flächen- und Wasserverbrauch sowie CO2-Emissionen berücksichtigt.

Bild: mundgericht.de
90 % weniger CO2-Emission mit Sojagranulat
Die neuen Zahlen der SERI-Studie bringen schier erstaunliche Ergebnisse zutage: Faschiertes durch Sojagranulat zu ersetzen bewirkt demzufolge eine CO2-Reduktion von unglaublichen 90 Prozent. Das daraus resultierende, übrigens ziemlich verblüffende Einsparungspotenzial beträgt demzufolge sagenhafte 100 Millionen Tonnen allein in Europa, so die Aussage von Mag. Susanne Fromwald von der Initiative GreenMonday. Und in der Tat: Soja-Geschnetzeltes & Co. leisten somit nachweislich einen wertvollen Beitrag für die Umwelt und für die Gesundheit, wie selbst Prof. Hutter von den ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt bestätigt. Soja gilt als hochwertige Eiweißquelle, Sojatrockenprodukte bieten sich aufgrund ihrer Eigenschaften als ausgezeichneter Fleischersatz an. Soja am Tisch ist dank der vielfachen Möglichkeiten keineswegs als Verzicht, sondern vielmehr als gesunde Bereicherung des Speiseplans zu betrachten.
Klimaschutzpotenzial durch bewusste Ernährung
In Österreich werden pro Kopf und Jahr 66 Kilo Fleisch verzehrt. Das führt zu einer CO2-Belastung von 6,7 Millionen Tonnen allein durch Fleischkonsum. Ein Viertel des Fleischs durch Sojagranulat zu ersetzen spart rund 1,6 Millionen Tonnen CO2, das ist mehr als die Stadt Salzburg in einem Jahr an CO2 erzeugt, so die mahnenden Worte der Greenpeace-Konsumentensprecherin Claudia Sprinz.
Auf Europa hochgerechnet verursacht der Fleischkonsum rund 380 Millionen Tonnen CO2-Emissionen. Durch den Ersatz von ebenfalls einem Viertel des Fleischkonsums durch Sojatrockenprodukte könnten somit kalkulierte 85 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. das entspricht jener Menge, die ganz Österreich erzeugt. Das sollte doch Motivation genug sein, sich der Sojabohne auf kulinarischer Ebene zu nähern.
Bio-Soja deutlich besser als Gentech-Soja
50 % Vorsprung für Bio: Eva Burger, Leiterin des Bereichs Konsum und Produktion am SERI bestätigt, dass die Werte für Granulat aus brasilianischem, europäischem oder gar heimischen Bio-Soja sehr unterschiedlich ausfallen. Zwischen Gentech-Soja aus ehemaligen Regenwaldregionen und europäischem Soja als Ausgangsmaterial liegen 50 % Unterschied im Endergebnis. Das europäische Bio-Soja schafft mit zusätzlichen 50 % ein spürbar besseres Ergebnis gegenüber der Bohne aus der Retorte. So gesehen muss dem Sojagranulat einwandfreie Nachhaltigkeit bestätigt werden.
Kostenvorteil in Großküchen
Die in den österreichischen Großküchen verwendeten Lebensmittel verursachen reichlich CO2. Das gerne verwendete Faschierte weitgehend durch Sojagranulat zu ersetzen spart nebst den unerwünschten CO2-Emissionen auch bares Geld. Die dadurch erzielte Kostenersparnis liefert, so verspricht es die Studie, ein nachvollziehbares Argument, Sojagranulat als umweltfreundliche Alternative zu Fleisch zu verwenden. Sowohl Haltbarkeit und als auch die einfache Weiterverarbeitung bieten in der Praxis enorme Vielfältigkeit.
Ob Spaghetti Soja-Bolognese oder gesundes Sojaschnitzerl: Während Experten über Umwelt- und Klimaschutz philosophieren, könnte man ja klimafreundlich kochen. Klimaschutz muss keine Einschränkung bedeuten, denn der Handel mit Emissionspapieren macht ohnehin nur einige wenige satt.
Kleiner Wehmutstropfen am Rande: Die Machbarkeitsstudie für Europa steht noch aus und die hierzulande verfügbare Fläche dürfte wohl kaum ausreichen, um den täglichen Fleischbedarf zuverlässig zu decken.


















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