Skype-Übernahme: Microsofts Kaufrausch mit wettbewerbsschädigender Wirkung?
Mitte Mai hatte Microsoft die Übernahme von Skype für 8,5 Milliarden Dollar angekündigt. Diese größte Übernahme in der Konzerngeschichte würde es dem US Softwarehersteller ermöglichen, seine neuen Windows Telefonen gegenüber mit Google und Apple Smartphones konkurrenzfähig zu machen. Abgesehen von der US-Kartellbehörde muss auch noch die EU dem Kauf zustimmen.
Skype on Smartphones
Bild: Skype
Die Übernahme von Skype könnte für Microsoft wieder zu einer Machtprobe mit den Behörden der EU ausarten, da zu vermuten ist, dass Microsoft eine marktbeherrschende Position bei Online-Telefondiensten und Video-Telefonie erreichen würde. Diese Befürchtung hegt zumindest ein europäischer Marktteilnehmer. Der italienische Voice of Internet Protocol (VoIP) Anbieter Messagenet SpA forderte die Europäische Kommission auf, sicherzustellen, dass das Unternehmen Daten zur Verfügung stellt, die es Mitbewerbern erlauben, Produkte anzubieten, die mit der Software von Skype kompatibel sind.
Umso bedenklicher wird der Kauf für den Mitbewerb, als dem amtierenden Nokia-Chef, Stephen Elop, von mehreren Seiten vorgeworfen wird, Nokia „sturmreif zu schießen“, damit Microsoft es als Schnäppchen seinem Firmenimperium anschließen könnte.
Derzeit untersucht die EU-Kommission, ob eine Entbündelung des Online-Telefondienstes vom Microsoft Betriebssystem Windows erforderlich ist. Microsoft hofft, durch diesen Zukauf den Weg für die Integration von Chat-, Sprach- und Videodienste in seine Produkte - wie die Spielekonsole XBox oder Windows Mobile - zu öffnen. Damit will Microsoft auch zu den Konkurrenten Google und Apple aufschließen, die eigene Kommunikationslösungen anbieten.
Skype und Windows sollen also entflochten werden, um eine Wettbewerbsschädigung zu vermeiden. Während die US-amerikanische Wettbewerbsaufsichtsbehörde die Übernahme bereits genehmigt hat, steht für die Finalisierung des Megadeals die Genehmigung der EU-Kommission noch aus. Die Entscheidung der Kommission über die Absegnung der Übernahme soll am 7. Oktober erfolgen. Laut Kommissionssprecherin Amelia Torres wurden Stellungnahmen dritter Parteien zu dem Fall eingeholt und werden derzeit geprüft.
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