Samstag 18. Mai 2013, 13:22

Umwelt & Agrar

Schutz des Naturkapitals in Europa

Das Natura-2000-Netz ist um knapp 25 000 km2 Naturgebiete von unschätzbarem Wert erweitert worden. Dieses Netz von geschützten Gebieten ist das Hauptinstrument der EU, mit dem sie sich um die Erhaltung der reichen biologischen Vielfalt in Europa bemüht. Die Kommission hat nun die Erweiterung des Netzes um 235 Gebiete, die die Mitgliedstaaten zur Anerkennung als „Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung“ vorgeschlagen haben, formell genehmigt. Die Mitgliedstaaten müssen innerhalb von sechs Jahren die erforderlichen Maßnahmen zum Schutz dieser Gebiete treffen.

Schutz des Naturkapitals in Europa
Schutz des Naturkapitals in Europa
Bild: EC
Die jüngste Aktualisierung betrifft 20 Mitgliedstaaten und alle neun biogeografischen Regionen des Netzes (alpine, atlantische, boreale, kontinentale, makaronesische, mediterrane, pannonische, Schwarzmeer- und Steppenregion). Natura 2000 umfasst nun 768.000 km2 (17,9 %) der Landfläche der EU und mehr als 217.000 km2 (rund 4 %) ihrer Meeresgebiete.

Kommissar Potočnik erklärte: „Ich beglückwünsche diese Mitgliedstaaten zu einem weiteren wichtigen Beitrag, den sie zum Schutz des Naturkapitals von Europa geleistet haben. Das Natura-2000-Netz steht im Mittelpunkt unserer Naturschutzbemühungen und ist für die biologische Vielfalt lebenswichtig. Außerdem bietet es attraktive Räume zur Erkundung und Entspannung und vielfältige Möglichkeiten zur Entwicklung neuer wirtschaftlicher Tätigkeiten auf der Grundlage dieses wertvollen Naturkapitals. Die Ausweitung des Netzes ist gut für die Natur und auch gut für uns.“

Die an der Ausweitung hauptsächlich beteiligten Länder ...

... sind das Vereinigte Königreich, Rumänien, Lettland, Italien, Schweden, Bulgarien, Dänemark, Frankreich, die Slowakei, Estland und Malta.

Die wichtigste Ergänzung dieses Jahres ist die vom Vereinigten Königreich ausgewiesene Doggerbank (12.330 km2), eine Untiefe mit unter der Wasseroberfläche liegenden Sandbänken in der mittleren Nordsee. Zusammen mit angrenzenden Gebieten Deutschlands und der Niederlande entsteht so ein riesiges grenzübergreifendes Natura-2000-Gebiet von über 18 000 km2. Die Doggerbank wurde in erster Linie wegen ihrer sehr produktiven Sandbank-Habitate ausgewiesen, die wichtige Laich- und Jungfischgründe für viele kommerzielle Fischereien bilden. Die Ausweisung wird eine koordinierte Bewirtschaftung des Gebiets erleichtern, was auch gemeinsame Anstrengungen der betreffenden Mitgliedstaaten zur Entwicklung angemessener fischereilicher Maßnahmen umfasst.

Die wichtigsten Ergänzungen in der Ostsee sind zehn von Schweden und Lettland neu ausgewiesene Meeresgebiete mit artenreichen Sandbank- und Riff-Habitaten und lebenswichtigen Futtergründen für Robben und wandernde Fischarten. Die zehn Gebiete umfassen eine Meeresfläche von knapp 4.000 km2.

Posidonia-Seegraswiesen und Unterwasserriffe

Bezogen auf die Landesfläche hat Malta mit neu ausgewiesenen Meeresgebieten von 183 km2 den größten Beitrag geleistet und die Grundlage für ein solides marines Netz in den umliegenden Gewässern geschaffen. Die Ausweisung der neuen maltesischen Meeresgebiete wird zur Erhaltung von Posidonia-Seegraswiesen und Unterwasserriffen beitragen und ein lebenswichtiges Habitat für Gibbula nivosa, eine in Malta endemische bunt gefärbte Meeresschnecke, bieten.

Die umfangreichste Ausweitung des Netzes zu Lande erfolgte in Rumänien. 109 Gebiete wurden hinzugefügt, und viele bestehende Gebiete wurden erweitert, so dass nun eine Fläche von knapp 42.000 km2 erfasst ist. Bei den neu hinzugekommenen Gebieten handelt es sich um vielfältige artenreiche Wiesen- und Wald-Habitate und lebenswichtige Habitate für zahlreiche seltene und bedrohte Arten, darunter viele Fledermausarten und Amphibien. Zusammen mit den von Bulgarien und der Slowakei vorgeschlagenen neuen Gebieten bieten die neuen rumänischen Natura-2000-Gebiete zudem einen besseren Schutz für die reiche endemische Fischfauna im Einzugsgebiet der Donau.


 




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