Sonntag 19. Mai 2013, 15:49

Bildung & Kultur

Schulpartnerschaften fördern die Fähigkeiten von Schülern und Lehrkräften

Eine neue Studie zu Partnerschaften zwischen Schulen in verschiedenen Ländern hat ergeben, dass die Schülerinnen und Schüler – insbesondere auf Sekundarschulebene – ihre Fähigkeiten, u. a. kulturelle und soziale Kompetenz, IT- und Fremdsprachenkenntnisse, infolge einer solchen Schulpartnerschaft deutlich ausgebaut haben.

Schulpartnerschaften fördern die Fähigkeiten von Schülern und Lehrkräften
Schulpartnerschaften fördern die Fähigkeiten von Schülern und Lehrkräften
Bild: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com /PIXELIO/©www.pixelio.de
Die größte Wirkung zeigte sich bei denjenigen Schülern, die an einem Austausch mit einer Partnerschule teilnahmen. Sieben von zehn Schulen gaben an, dass sich die Partnerschaften stark bis sehr stark auf das Kulturbewusstsein und die kulturelle Ausdrucksfähigkeit sowie die soziale Kompetenz und die Bürgerkompetenz der Schüler auswirkten. An zweiter Stelle wurden Computerkenntnisse (54 %) und die Fähigkeit genannt, sich in einer Fremdsprache zu verständigen (52 %). Finanziert wurden die Partnerschaften aus dem Austauschprogramm Comenius, dem Pendant zu Erasmus für Schulen.

Soziale Kompetenz und Sprachkenntnisse

Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend: „Dank Schulpartnerschaften erwerben junge Menschen grundlegende Fähigkeiten und Kompetenzen für ihre persönliche Entfaltung, künftige Beschäftigungschancen und eine aktive europäische Bürgerschaft. Im Rahmen von Comenius können Schüler und Lehrkräfte zudem unterschiedliche europäische Kulturen und Sprachen kennenlernen. Von 2014 bis 2020 werden die Schulpartnerschaften aus unserem neuen Programm ‚Erasmus für alle‛ gefördert.‟

Weiterhin, so die Studie, profitieren auch Lehrkräfte und Schulen in ihrem lokalen Umfeld von den Partnerschaften. Lehrkräfte gaben an, die Partnerschaft mit einer Schule im Ausland habe ihnen ein anderes Bildungssystem nähergebracht und dabei geholfen, ihre soziale Kompetenz und ihre Sprachkenntnisse zu erweitern.

Zwei von drei Schulen führten an, ihr Image durch die Partnerschaft aufgewertet zu haben, und 80 % der Schulen erklärten, durch ihre Teilnahme die europäische Dimension ihrer Schule gestärkt zu haben. Die Zusammenarbeit mit Schulen im Ausland hat ferner dazu beigetragen, dass der Zusammenhalt innerhalb der Schule gestärkt und der Kontakt mit den Behörden vor Ort intensiviert wurde.

Vorschul- und Grundschulebene

Eine vergleichsweise größere Wirkung auf Lehrkräfte und Schule samt Umfeld haben Comenius-Partnerschaften auf Vorschul- und Grundschulebene; Grund hierfür ist, dass es auf dieser Stufe einfacher ist, die Gesamtheit einer Schule zu mobilisieren und einzubinden sowie neue Ideen und Maßnahmen in den Lehrplan aufzunehmen. Die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler werden dagegen stärker von Schulpartnerschaften auf Sekundarschulniveau beeinflusst.
Für die Schüler und Lehrkräfte vieler Schulen in entlegenen Teilen der Europäischen Union sind die mit EU-Mitteln finanzierten Partnerschaften die einzige Möglichkeit, an einem Projekt im Ausland mitzuarbeiten. 85 % der von der Studie erfassten Schulen erklärten, auch in Zukunft Fördermittel für Partnerschaften beantragen zu wollen.
Für die Studie wurden die Projekte von 50 Schulen in 15 europäischen Ländern (Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Niederlande, Polen, Rumänien, Slowakei, Spanien, Türkei, Ungarn und Vereinigtes Königreich) untersucht, die im Zeitraum Herbst 2009 2011 Partnerschaftsprojekte mit Finanzhilfen aus dem Programm Comenius durchgeführt haben. Hierzu wurden die Schulen im angegebenen Zeitraum sowie darüber hinaus begleitet, und es wurde im Einzelnen untersucht, wie sich die Partnerschaften auf Schüler, Lehrkräfte und die Schule insgesamt ausgewirkt haben.

 

Bild: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com /PIXELIO/©www.pixelio.de


 




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